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Hamiltons Titelfiesta trotz Mexiko-Sieg vertagt

Lewis Hamilton feiert einen Klasse-Sieg in Mexiko. Für den Titel reicht es nicht, noch nicht. Am kommenden Sonntag dürfte es soweit sein. Ferrari verspielt in Mexiko dagegen eine exzellente Ausgangsposition.



Sieg
Lewis Hamilton feiert seinen Sieg in Mexiko.   Foto: Eduardo Verdugo/AP/dpa » zu den Bildern

Lewis Hamilton ließ die Reifen im Baseball-Stadion Foro Sol so richtig qualmen und stieg unter dem tosenden Jubel der Fans auf seinen Silberpfeil.

Nach seiner brillanten Siegfahrt beim Großen Preis von Mexiko kann der Mercedes-Pilot schon am kommenden Sonntag mit einem achten Platz in Austin seinen sechsten WM-Triumph in der Formel 1 perfekt machen. «Wir sind hierhergekommen und wussten, dass ein schwieriges Rennen würde, aber wir haben es durchgezogen», sagte Hamilton: «Ich liebe das Rennfahren, das Warten macht mir nichts aus.»

Der Mercedes-Star ließ beim Reifenkrimi im Autódromo Hermanos Rodríguez Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel hinter sich. «Lewis ist einfach durchgerauscht», meinte Vettel. Rechnerisch kann Hamilton aber nur noch von Teamkollege Valtteri Bottas eingeholt werden in den verbleibenden drei Saisonläufen. Der Finne sicherte sich Platz drei in Mexiko-Stadt und liegt nun 74 Punkte zurück. Vettel hatte sich bereits in Japan im fünftletzten Saisonrennen auch rechnerisch aus dem WM-Kampf verabschieden müssen.

In Mexiko kämpfte der 32 Jahre alte Deutsche zunächst vor allem wieder um die Vormacht im eigenen Team. Stallrivale Leclerc kletterte nachträglich auf die Pole Position, in der Qualifikation hatte er sich vor Vettel durchgesetzt. Beide profitierten wie auch Hamilton von der Strafe gegen Max Verstappen.

Der Niederländer war im Red Bull anders bei seiner letzten schnellen Runde nicht vom Gas gegangen, als die Gelben Flaggen wegen eines heftigen Einschlags von Bottas' Mercedes geschwenkt worden waren. Verstappen rutschte von der Pole auf Startrang vier.

Die erste Reihe war rot, Hamilton dahinter und die Anfahrt bis zur ersten Kurve auf dem 2250 Meter hoch gelegenen Kurs lang. Hieß: Windschatten-Chance. «Der dritte Startplatz ist nicht das Allerschlechteste», betonte Teamchef Toto Wolff. Auf eine WM-Sause für Hamilton hatte sich Mercedes aber erstmal nicht unbedingt vorbereitet.

Nach einer Titelfiesta sah es auch nach den ersten Kilometern nicht aus. Hamiltons Attacke beim Start wehrte Vettel ab. Innen wollte nun Verstappen am Briten vorbei, es wurde aber zu eng. Sie berührten sich gleich zweimal, mussten durchs Gras und verloren Boden. Hamilton fiel zunächst auf Rang fünf zurück. An der Spitze behauptete sich Leclerc trotz eines Fahrfehlers, der auch zum unfreiwilligen Kontakt mit Vettels Ferrari führte.

Und was machte Bottas, der von Rang sechs losfahren musste? Der Finne rutschte zwischenzeitig auf Platz sieben ab, wurde dann auch noch von Verstappen leicht gerammt, machte aber wie Hamilton schnell wieder Plätze gut. Die beiden fuhren zunächst auf den Plätzen vier und fünf hinter Leclerc, Vettel und Alexander Albon, der im zweiten Red Bull von den fehl geschlagenen Start-Attacken der Konkurrenten am meisten profitiert hatte. Verstappen musste dagegen nach einem Plattfuß früh die Reifen wechseln lassen, der Sieger der vergangenen beiden Jahre kurvte zunächst auf dem letzten Platz herum.

Als erster des Führungsquintetts kam Albon in die Box zum Radtausch. Danach Leclerc. Er bekam die gleiche Reifenmischung, hieß auch: Vettels 21 Jahre alter Stallrivale musste auf jeden Fall noch mal die Reifen wechseln lassen. Vettel war indes auf einer Einstopp-Strategie unterwegs. Dann forderte Hamilton den Deutschen heraus, kam früher in die Box. «Lasst ihn fahren», konterte Vettel die Aufforderung des Kommandostandes, nun auch neue Reifen aufziehen zu lassen.

Richtig oder falsch? «Es fühlt sich so an, als hätten wir die Reifen zu früh gewechselt», funkte Hamilton, der beim Mexiko-USA-Trip ohne seinen eigentlichen Stamm-Renningenieur auskommen muss. Die Strategie war klar: Hamilton sollte den Sieg holen, am besten noch die schnellste Rennrunde. Wenn Bottas dann nur Vierter würde, wäre der Triumph perfekt. Hamilton zweifelte, Hamilton haderte. «Du kannst das», feuerte Mercedes-Chefstrategie James Vowles ihn nun auch noch über Funk an.

Als Vettel zum ersten und Leclerc vom zweiten Mal die Reifen wechseln ließen, fuhr Hamilton vorneweg, dahinter Vettel, Bottas und Leclerc. Entschieden schien noch nichts. Bottas kam Vettel zunächst näher. Der Heppenheimer hielt dem Druck aber ebenso Stand wie vor ihm Hamilton, der nach seinem zehnten Saisonsieg und dem 83. Grand-Prix-Erfolg auch vor der erneuten Krönung steht.

Veröffentlicht am:
27. 10. 2019
22:43 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
27. 10. 2019
22:43 Uhr



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