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Sport

Große: Bouwman nicht mehr Eisschnelllauf-Bundestrainer

Matthias Große setzt wie angekündigt seinen rigorosen Kurs an der Spitze des Eisschnelllauf-Verbandes durch. Als Erster muss nun Bundestrainer Bouwman gehen. Im Falle von Großes Wahl zum Präsidenten am 19. September steht ein Sponsor bereit.



Matthias Große
Hat mit den «Aufräumarbeiten» bei der DESG begonnen: Matthias Große.   Foto: Soeren Stache/dpa

Matthias Große hat zu Beginn seiner angekündigten Aufräumaktion das Aus von Bundestrainer Erik Bouwman besiegelt.

Der erst am 18. Juni berufene kommissarische Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft verkündete, dass dem Niederländer schriftlich zum 31. Juli das Ende seines Arbeitsverhältnisses mitgeteilt worden sei.

Zuletzt hatte es immer wieder Konflikte zwischen Bouwman (47) und Großes Lebensgefährtin Claudia Pechstein (48) gegeben. «Ein Bundestrainer, der die Bewerbung um das höchste Amt der DESG als einen Witz bezeichnet und die erfolgreichste deutsche Eisschnellläuferin Claudia Pechstein "zum Kotzen" findet, gehört nicht in dieses Amt», erklärte Große (52).

Einen Seitenhieb bekam auch die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag ab, auf deren Antrag Große vor zehn Jahren Hausverbot im Bundestag erhalten hatte, da sie sich von ihm bedroht fühlte. «Ich erwarte, dass sie sich für ihr Verhalten im Fall Claudia Pechstein entschuldigt. Ich werde von einer Fraktion in den Sportausschuss eingeladen werden und diese Entschuldigung einfordern», so Große.

Fraglich scheint derzeit die Zukunft von DESG-Sportdirektor Matthias Kulik. «Der Sportdirektor hat es bisher nicht für nötig gehalten, mit mir zu reden», sagte Große. «Ich mache meine Arbeit, ich baue mein System auf und schaffe Tatsachen», erklärte der Berliner Immobilien-Unternehmer. Zuletzt hatte es zwischen beiden Zwist gegeben, weil Große nach einem ZDF-Interview aus dem Betreuerstab der DESG-Auswahl entfernt worden war. In der Übergangsphase wird der frühere Teamchef Helge Jasch die Aufgaben Bouwmans übernehmen.

Mit Sprint-Bundestrainer Danny Leger hat es noch keine Gespräche gegeben. «Ich weiß nicht, was der Verband mit mir vorhat. Für mich ist wichtig, dass ich meine Ideen im Sinne der Athleten verwirklichen kann. Wenn das möglich ist, stehe ich bereit», sagte der Inzeller am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Im Falle der Wahl von Große am 19. September auf der Ordentlichen Mitgliederversammlung darf der Verband auf ein Ende der Finanzmisere hoffen. Wie Große ankündigte, werde die DESG durch das Engagement des wohnwirtschaftlichen Unternehmens B&O aus Bad Aibling «keine finanziellen Probleme bis Olympia 2022» mehr haben. Jährlich darf der Verband dann mit einer sechsstelligen Summe durch die mittelständische Firma rechnen.

Seit dem Rückzug des bisherigen Geldgebers DKB im vergangenen Sommer war der Verband in finanzielle Schwierigkeiten geraten, auf rund 400.000 Euro hatte Schatzmeister Dieter Wallisch die Verbindlichkeiten beziffert, falls das Bundesinnenministerium seinen Mittelfluss gestoppt hätte. «Die DESG hat derzeit keine Schulden», erklärte Große. Aber der Deutsche Olympische Sportbund habe keinen Tag länger diese ungewisse Situation geduldet. Daher habe das BMI die Mittel auch nicht für das gesamte Jahr ausgezahlt. Mit dem neuen Sponsor wären diese Probleme behoben, kündigte Große an.

Demnächst soll eine Arbeitsgruppe unter Leitung des sächsischen Verbandspräsidenten Lutz Michel gegründet werden, die alle finanziellen Unregelmäßigkeiten in der DESG aufarbeiten soll.

© dpa-infocom, dpa:200702-99-646864/4

Veröffentlicht am:
02. 07. 2020
13:47 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
02. 07. 2020
13:47 Uhr



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