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Goretzka und Kimmich starten Initiative «We kick Corona»

Fußball-Profis erfüllen bisweilen das Klischee von Protzbürgern. Zwei Nationalspieler gehen in der Corona-Krise auf besondere Art «voran». Leon Goretzka und Joshua Kimmich gründen die Hilfsinitiative «We kick Corona» - und spenden dafür als Erste eine Million Euro.



«We kick Corona»
Joshua Kimmich (l) und Leon Goretzka starten die Initiative «We kick Corona» und spenden eine Million Euro».   Foto: Marius Becker/dpa

Der Fußball hat Leon Goretzka und Joshua Kimmich schon in jungen Jahren zu Millionären gemacht. Aber die beiden 25 Jahre alten Profis des FC Bayern München sind auch zwei gescheite Abiturienten, die sich in der Kickerszene, die oft durch materiellen Protz auffällt, wohltuend abheben.

Das beweist das Duo, das folgerichtig auch Bundestrainer Joachim Löw schon länger zum Kreis der neuen, jungen Führungsriege der Nationalmannschaft zählt, auch in den Zeiten der Corona-Krise - und zwar aktiv. Mit den besonderen Möglichkeiten des eigenen Wohlstandes und ihrer Prominenz setzten Goretzka und Kimmich ein vorbildliches gesellschaftliches Zeichen. Sie gründen die Initiative «We kick Corona» und spenden dafür als Erste zusammen eine Million Euro für soziale und karitative Einrichtungen.

Das Geld, das mit der Aktion zusammenkommen soll, ist gedacht für Tafeln für Bedürftige, für medizinische Geräte in Krankenhäusern oder die Obdachlosenhilfe und Blutspendedienste. Es ist eine bemerkenswerte Aktion, gerade in diesen Tagen, in der viel über einen Gehaltsverzicht der Profis zur Rettung ihrer Arbeitgeber und der Vereinsmitarbeiter debattiert wird.

«Wir beide gehen voran und hoffen natürlich, dass viele von euch dem Beispiel folgen werden», sagte Goretzka in einer Twitter-Botschaft, die am Freitag in kürzester Zeit von Zehntausenden angeschaut wurde.

«Auf dem Platz können wir jeden schlagen. Aber Corona schlagen wir nur gemeinsam!», betitelte Goretzka die Aktion. «Weil die Gesundheit über allem steht, ist jetzt Solidarität im Kleinen wie im Großen notwendig. Jeder kann helfen», begründete Kimmich sein Engagement.

In seiner 51-Sekunden-Botschaft sagt Goretzka: «Joshua und ich haben uns überlegt, wie wir helfen können und unseren Beitrag leisten können.» Ihre Lösung: Selbst spenden - und die Fans zur Nachahmung aufrufen. «Ihr könnt euch entweder auf Spendengelder bewerben oder könnt selbst zu Spendern werden», lautet der Aufruf des Bayern-Duos. Die entsprechende Website dazu lautet www.wekickcorona.com.

Die Motivation des Bayern-Duos klingt simpel - und schreit förmlich danach, Nachahmer zu finden: «Als Profi-Fußballer führen wir ein gesundes und privilegiertes Leben. Daher sehen wir uns in dieser schwierigen Zeit verpflichtet, Verantwortung zu übernehmen. Geben und gegenseitig helfen ist für uns in dieser Zeit das Gebot der Stunde.»

Seine persönliche Video-Botschaft eröffnet der in Bochum geborene Goretzka mit einem «riesengroßen Dankeschön» an alle, «die aktuell in sozialen Vereinen, sozialen Einrichtungen, Arztpraxen oder Krankenhäusern alles dafür geben, um diese Situation zu meistern. Was ihr leistet, ist wirklich Wahnsinn!»

Es ist kein Zufall, dass Goretzka und Kimmich in dieser Woche auch schon einen aktiven Part bei einer Gemeinschaftsaktion der deutschen Nationalmannschaft spielten. Das DFB-Team spendet 2,5 Millionen Euro für soziale Zwecke. «Die Aktion ist ganz schnell umgesetzt worden», berichtete DFB-Direktor Oliver Bierhoff.

Kimmich und Goretzka fallen auch im Alltagsbetrieb des gerade von der Corona-Pandemie gestoppten Fußballbetriebs regelmäßig durch kluge Aussagen vor und nach Spielen auf. Beide zählen zu den beliebtesten Gesprächspartnern der Reporter in den Stadien. Sie sondern nicht die üblichen Standardfloskeln ab, sondern beziehen Stellung und weichen auch Themen nicht aus, die über das Rasenrechteck hinausreichen.

Insbesondere Goretzka positioniert sich für seine vielen Follower in den Sozialen Medien auch immer wieder zu gesellschaftlichen Themen - unaufgefordert. Er bezog frühzeitig und deutlich Stellung in der Rassismus-Debatte. Er beeindruckte jüngst auch viele Menschen mit sehr emotionalen Worten nach einem Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Unter seine Fotos schrieb Goretzka in Hashtags «never forget» und «nie wieder». Manche Klischees über superreiche Fußballstars, die nach einem Restaurantbesuch auch schon mal verstörende Fotos mit Goldsteaks posten, mögen zutreffen - aber eben nicht auf jeden.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
20. 03. 2020
14:35 Uhr

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dpa

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20. 03. 2020
14:35 Uhr



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