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Gladbach vs. Bayern: Gipfel voller Tradition und Brisanz

Der Bundesliga-Klassiker elektrisiert wie lange nicht. Gladbach kann, Bayern muss, lautet die Ausgangslage vor einer möglichen Vorentscheidung um die Herbstmeisterschaft. Trainergerüchte lassen Bayern-Coach Flick kalt.



Liga-Gipfel
Matthias Ginter (r) erwartet mit Gladbach Robert Lewandowski mit dem FC Bayern zum Liga-Gipfel.   Foto: Federico Gambarini/dpa

Hansi Flick blickte der brisanten Renaissance eines geschichtsträchtigen Bundesliga-Duells mit leuchtenden Augen entgegen.

«In meiner Kindheit war Gladbach gegen Bayern immer ein Klassiker. Mein Bruder war der Gladbach-Fan, ich der Bayern-Fan. Es war im Hause Flick auch immer der Klassiker», schwärmte der Münchner Trainer vor dem erwarteten Fußball-Spektakel im Topspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim Tabellenführer Borussia Mönchengladbach.

Eine Woche nach dem ersten Dämpfer unter Flick, der bis Weihnachten und möglicherweise auch darüber hinaus für das Starensemble verantwortlich ist, steht der FC Bayern als Tabellenvierter unter höchstem Siegzwang. Bei einer Niederlage in der traditionsreichen Paarung zwischen dem Altmeister und dem Serienchampion würde der Rückstand auf die Spitze auf sieben Punkte ansteigen, die Herbstmeisterschaft wäre wohl futsch.

«Die Herbstmeisterschaft ist jetzt nicht unbedingt das, was das Wichtigste ist», sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. «Unser Ziel bleibt natürlich die Meisterschaft.» Seit zwei Monaten steht die Borussia auf Platz eins und würde nur zu gerne für noch größere Euphorie am Niederrhein sorgen. «Wir wollen gegen die Bayern einfach noch ein paar Punkte aufs Konto draufpacken», sagte der kecke Trainer Marco Rose. «Wir müssen dran bleiben, wir müssen gierig bleiben.»

Gladbach kann, Bayern muss. Doch das ist für den Serienmeister nichts Neues. «Es gibt eigentlich kein Spiel, in dem wir keinen Druck haben», sagte Nationalspieler Joshua Kimmich locker. «Wir müssen jedes Spiel gewinnen, gerade in der Situation, in der wir jetzt sind: Wenn wir nicht ganz oben stehen, hat man beim FC Bayern immer Druck.»

Auch Flick ließ keine besondere Anspannung erkennen. «Die Mannschaft hat genug Erfahrung und Qualität, um auch mit dieser Situation zurechtzukommen», sagte der 54-Jährige, der lächelnd auf einen besonderen Fan hinwies: «Ich bin mir sicher, dass mein Bruder uns die Daumen drücken wird.»

Was heute das Duell Bayern gegen den BVB ist, war einst das zwischen München und Gladbach, die sich von 1969 bis 1977 die Meistertitel untereinander aufteilten. Erstmals seit 43 Jahren und der bislang letzten Meistersaison empfängt die Borussia wieder als Tabellenführer den Branchenprimus - und das rund um den 100. Geburtstag der gestorbenen Gladbacher Trainerlegende Hennes Weisweiler.

«Das passt dann eben so, dass es nun zwei Tage vor dem Spiel diesen besonderen Tag für den Vater der Fohlen-Elf gibt», sagte der stolze Neu-Gladbacher Rose. «Da muss ich noch ein bisschen was leisten. Ich habe ganz großen Respekt vor diesem Menschen.»

Mit ihrer spektakulären Offensive verzücken die Gladbacher unter dem ehemaligen Salzburg-Coach Rose nicht nur den Anhang. «Es ist schön anzugucken», sagte auch Flick. Dazu funktioniert auch die Gladbacher Abwehrarbeit. Die Bayern stehen unter Flick auch wieder stabil, zudem erfreut die Bosse das Spiel nach vorne. Gegen Leverkusen gab es Chance um Chance, nur die Ausbeute war beim 1:2 schwach. «Alle waren angefressen», sagte Flick.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge stellte dem 54 Jahre alten Nachfolger von Niko Kovac trotz der ersten Niederlage ein Engagement über den Winter hinaus in Aussicht. Die Marschroute der Chefs und des neuen Trainer-Lieblings bleibt auch nach neuen Spekulationen in dieser Woche gleich: Nach dem letzten Spiel vor Weihnachten am 21. Dezember wird bilanziert - und dann über die Zukunft entschieden. Flick kann mit der aktuellen Situation «wunderbar» leben.

Eine Verpflichtung des bei Tottenham Hotspur entlassenen Mauricio Pochettino, die im Mittelpunkt von Spekulationen stand, scheint vom Tisch. Mit einem kolportierten Szenario mit Paris-Trainer Thomas Tuchel und Flick als Co befasste sich Letzterer am Freitag nicht. Der Fokus der Münchner ist auf die zuletzt erstmal gestoppte Aufholjagd gerichtet. «Ich bin grundsätzlich Optimist und sage, wenn wir so spielen, wie gegen Leverkusen, werden wir was mitnehmen», erklärte Rummenigge.

Vor dem 102. Bundesliga-Duell der beiden Traditionsclubs stellte Borussias Vize-Präsident Rainer Bonhof eine «unglaubliche» Stimmung in der Stadt fest. Über 100.000 Karten hätten die Gladbacher verkaufen können, der Borussia Park ist mit 54.022 Zuschauern ausverkauft. «Die Bayern sind eine Weltklasse-Mannschaft, wir müssen auf einen Glanztag hoffen», sagte Stürmer Breel Embolo.

Veröffentlicht am:
06. 12. 2019
13:47 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2019
13:47 Uhr



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