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Formel-1-Reformen fix: Spannenderer Wettkampf, mehr Rennen

Die Formel 1 geht mit einer umfassenden Regelreform in die Zukunft. Das große Ziel ist es, dass es ab 2021 wieder spannendere Rennen gibt. Die Autos werden allerdings auch langsamer und könnten künftig bei noch mehr Rennen zum Einsatz kommen.



FIA-Präsident
Präsident des Welt-Automobilverbands FIA: Jean Todt.   Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Mehr Action auf der Strecke, mehr Chancengleichheit durch geringe Kosten, aber auch mehr Rennen: Die Formel 1 startet ab 2021 durch sportliche, technische und finanzielle Reformen in eine neue Ära.

Der Weltrat des Motorsport-Verbandes FIA hat entsprechende Pläne am Donnerstag am Rande des Großen Preises der USA in Austin einstimmig abgesegnet. Nach rund zwei Jahren intensiver Arbeit mit Fahrern und Rennställen ist die erstmalige Einführung einer Budgetgrenze für die Teams die wichtigste Neuerung. Die Autos werden sich durch neue Vorschriften optisch von den aktuellen stark unterscheiden und könnten nun sogar bis zu 25 Mal pro Jahr fahren.

«Es war immer unser Ziel, den Wettkampf und die Action auf der Strecke zu verbessern und außerdem den Sport gesünder und attraktiver zu machen», sagte Formel-1-Boss Chase Carey. Formel-1-Sportchef Ross Brawn ergänzte: «Wir wollen den Sport so großartig wie möglich machen. Das ist das Prinzip, das wir immer im Kopf haben werden.»

Maximal 175 Millionen US-Dollar (rund 157 Millionen Euro) sollen künftig pro Rennstall und Jahr ausgegeben werden dürfen. Ausgenommen davon sind aber beispielsweise die Fahrergehälter oder Reisekosten. «Das ist immer noch eine hohe Zahl, aber wir betrachten das als ersten Schritt», sagte FIA-Präsident Jean Todt. Zudem werden ab der übernächsten Saison Änderungen bei Technik und Design der Wagen greifen. «Wir wollen eine engere WM und weniger vorhersehbare Rennen», sagte Todt, der von einem «Wendepunkt» für den Sport sprach.

Die Rennställe um Mercedes und Ferrari werden künftig viele ihrer Freiheiten bei der Entwicklung verlieren. Es sollen standardisierte Einheitsteile eingeführt werden, damit wird es weniger Unterschiede zwischen den Boliden gibt. Das senkt die Ausgaben. Um solche und andere Überlegungen hatte es zuletzt hitzige Debatten gegeben. Insgesamt war die Erstellung des größten Reformpakets in der Formel-1-Historie ein zäher Prozess mit jeder Menge Meinungen. Ob alle Teams ab 2021 weiter dabei sind, entscheiden diese noch selbst.

Für den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel sei es «egal, wie das Auto aussieht, wenn das Racing besser ist und uns mehr Spaß macht, ist das ein Gewinn», sagte der Ferrari-Star. Mit einer genauen Bewertung der Regularien hielt sich der 32-Jährige aus Heppenheim noch zurück: «Auf dem Papier sind Ideen immer großartig, aber ich denke, die nächsten Wochen werden zeigen, was das alles bedeutet.»

«Die neuen Regeln werden bestimmt nicht allen gefallen, aber wir werden einen ausgeglicheneren Wettbewerb haben», sagte Carey. In den vergangenen sechs Jahren hatte Branchenführer Mercedes jeweils die WM-Titel bei Konstrukteuren und Fahrern geholt. Geht es nach Carey und Co., wird es solche Serien künftig nicht mehr geben. Jeder soll die Chance auf den Sieg haben. Ob das so kommt, muss sich zeigen.

Die Autos werden durch die Veränderungen schwerer und die Rundenzeiten mehrere Sekunden langsamer. «Das ist natürlich insgesamt nicht das, was wir wollen. Aber man muss einen Kompromiss finden», sagte Red-Bull-Fahrer Max Verstappen, der sich auf mehr Überholmanöver freut. Künftig könnte der Niederländer mit seinen Rivalen aber sogar noch öfter fahren. 2020 sind noch 22 Rennen geplant, bis zu 25 Grand Prix sind danach möglich. Dafür wird das Programm von vier auf nur noch drei Tage pro Wochenende gestrafft.

Insgesamt sei es das Ziel, dass «die Formel 1 weniger komplex und einfacher zu verstehen sein» soll, sagte Todt. Außerdem machen sich die Bosse im Zuge der globalen Klimadiskussion dafür stark, künftig nachhaltiger zu arbeiten. «Wir setzen künftig noch mehr auf Umweltbewusstsein. In diesem Prozess wollen wir weltweit eine Führungsrolle übernehmen», sagte Carey.

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dpa

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Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
20:01 Uhr

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31. 10. 2019
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