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Sport

Federer beendet Saison - Djokovic und Nadal in Warteschleife

Roger Federer muss ein weiteres Mal am Knie operiert werden. Die Saison ist für den Tennisstar beendet. Wirklich dramatisch ist das für ihn aber nicht. Vielmehr bleiben ihm so Antworten auf schwierige Fragen erspart.



Roger Federer
Roger Federer musste sich erneut am Knie operieren lassen.   Foto: Michael Dodge/AAP/dpa

Zumindest Roger Federer hat nun Gewissheit. In diesem Jahr wird die Schweizer Tennis-Legende nicht mehr auf die Tour zurückkehren.

Ein erneuter Eingriff an seinem bereits im Februar erstmals operierten rechten Knie zwingt den 38-Jährigen zu einer längeren Zwangspause. Er wolle sich nun «die notwendige Zeit nehmen, um 100 Prozent bereit zu sein, um auf meinem höchsten Level zu spielen», verkündete der Rekord-Grand-Slam-Turniersieger in den sozialen Medien. «Ich freue mich, jeden auf der Tour beim Start der Saison 2021 wiederzusehen.»

Vor vier Jahren hatte die langjährige Nummer eins der Welt wegen Verletzungen schon einmal ein halbes Jahr Pause eingelegt und war dann 2017 mit den Siegen bei den Australian Open und in Wimbledon stärker als zuvor zurückgekommen. Das ist auch nun der Plan von Federer, der letztmals im Halbfinale der Australian Open gegen Novak Djokovic im Januar ein Match bestritten hatte.

Danach folgte die Operation am Knie, seitdem war es weitgehend ruhig geworden um Federer. Mit seinen Überlegungen, ATP und WTA sollten die Corona-Krise doch nutzen, um sich zu einer großen Tennis-Organisation zu verschmelzen, sorgte er noch einmal für Schlagzeilen. Doch ansonsten war nicht viel zu sehen und zu hören von Federer. Ohne Klarheit, wann die wegen der Coronavirus-Pandemie seit Anfang März pausierende weltweite Tennis-Tour wieder ihren Betrieb aufnimmt, sah der Veteran auch keinen Anlass dafür, sich im Training zu schinden.

Wirklich böse dürfte Federer daher über die verlängerte Auszeit nicht sein. Sie erspart ihm Antworten auf die Fragen, ob er zum Beispiel an den US Open in New York unter strengen Hygieneregeln teilnimmt oder nicht. Die anderen Profis könnten bald vor dieser Entscheidung stehen. Denn hinter den Kulissen gibt es derzeit heftige Diskussionen darüber, wann und wo wieder gespielt werden soll. Aktuell ist das Turniergeschehen bis zum 31. Juli ausgesetzt.

Im Mittelpunkt der Debatten stehen die US Open, deren Organisatoren in diesen Tagen verkünden wollen, ob das Event Anfang September in New York stattfindet oder nicht. Nachdem es lange Zeit danach aussah, als sei eine Austragung im von der Coronavirus-Pandemie ganz besonders schwer getroffenen New York ausgeschlossen, gibt es nun Anzeichen, dass das Turnier ab dem 31. August doch stattfinden soll.

Der US-Tennis-Verband USTA scheint vor allem aus finanziellen Gründen gewillt, die zweiwöchige Veranstaltung durchzuziehen. Zu Beginn der Woche hatte der Verband die Entlassung von mehr als 100 Mitarbeitern verkündet. Das zeigt, wie groß der finanzielle Druck auf die Macher in Flushing Meadows ist.

Deshalb gibt es nun Überlegungen, auch das Masters-Event von Cincinnati in New York austragen zu lassen - quasi als Probelauf für die US Open. Die Spielerinnen und Spieler sollen für insgesamt vier Wochen in Flughafenhotels untergebracht sein und keinen Zugang nach Manhattan haben, wo die Profis normalerweise während der US Open wohnen. Zudem soll jeder Profi nur einen Trainer oder Betreuer mit auf die Anlage nehmen dürfen.

Federers Rivalen Novak Djokovic und Rafael Nadal hatten zuletzt Kritik an den geplanten strengen Hygieneregeln geübt. Djokovic deutete nun in serbischen Medien an, dass er auf die US Open verzichten wolle, um sich auf die für Ende September geplanten French Open in Paris vorzubereiten. Auch Nadal wird sich reiflich überlegen, ob er in diesen unsicheren Zeiten nach New York fliegt oder sich nicht auch lieber in Europa auf den Sandplatz-Klassiker in Paris einstimmt, den er bereits elf Mal gewonnen hat und der stets der Höhepunkt seiner Saison ist. Federer wird die Entwicklung entspannt verfolgen. Und 2021, wenn sich die Situation hoffentlich entspannt hat, wieder angreifen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 06. 2020
13:11 Uhr

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10. 06. 2020
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