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FC Köln: Gisdol mit Selbstvertrauen und Heldt gegen Skepsis

Mit offenen Armen ist Markus Gisdol beim 1. FC Köln nicht empfangen worden. Die meisten Fans äußerten nach der Verpflichtung des Trainers Skepsis oder gar Spott. Doch Gisdol glaubt an sich. Gemeinsam mit dem neuen Sportchef Horst Heldt will er den Klassenerhalt schaffen.



Markus Gisdol
Markus Gisdol ist der neue Trainer des 1. FC Köln.   Foto: Rolf Vennenbernd/dpa » zu den Bildern

Spott und Skepsis bei den Fans, Zweifel bei den Medien, Kritik vom alten Chef: Als Markus Gisdol im strömenden Regen an der Seite des neuen Sportchefs Horst Heldt zum Geißbockheim kam, musste er gegen einige Vorbehalte ankämpfen.

Doch nach 666 Tagen ohne Verein sprüht der neue Trainer des 1. FC Köln vor Tatendrang. Und seine Vorfreude auf die Rückkehr in die Bundesliga wollte er sich auch durch die ungewohnt heftige Ablehnung im Vorfeld nicht nehmen lassen.

«Man nimmt das natürlich wahr. Aber ich habe versucht, das auszublenden», sagte der 50-Jährige, den nach einer «Express»-Umfrage nur 22 Prozent der ersten 30.000 User für die richtige Wahl halten. «Es ist legitim, dass man sich äußert, auch in Social Media. Aber ich weiß, warum ich hier bin und was ich leisten kann», sagte er und verwies auf Rückendeckung des Clubs: «Ich habe absolut gespürt, dass man das unbedingt mit mir und Horst Heldt machen möchte.»

Immerhin: Minuten nach Beginn seines ersten Trainings vor weniger als 100 Zuschauern hörte der tagelange Regen auf. Und während der 50-minütigen Pressekonferenz gab es nur warme Worte für Gisdol. Er habe ihn während der Gespräche selbst vorgeschlagen, bestätigte Heldt, weil Gisdol ein guter und flexibler Trainer sei. Geschäftsführer Alexander Wehrle sprach von einer «sehr, sehr klugen und richtigen Entscheidung». Und Präsident Werner Wolf erklärte: «Er hat uns bei seiner Vorstellung mehr als überzeugt.» Dass der bis 2021 laufende Vertrag nur für die Bundesliga gilt, sei kein Zeichen von Skepsis, sondern «der gemeinsame Wunsch von allen Beteiligten».

Öffentlich wurde allerdings, dass der frühere Trainer von 1899 Hoffenheim und des Hamburger SV bestenfalls die dritte Wahl nach Bruno Labbadia und Pal Dardai war. Die Medien bezeichneten ihn demnach als «Notlösung» und seine Verpflichtung als «Panikaktion». Huub Stevens berichtete dem «Express» derweil von zwischenmenschlichen Problemen mit seinem Co-Trainer in der Zeit auf Schalke. Und dass man in Hoffenheim, wo Stevens Gisdols Nachfolger wurde, nicht gut vom ihm gesprochen habe. Schließlich sagte Stevens: «Ich weiß nicht, ob es mit ihm und dem FC passt. Ich denke, dass er kein Trainer ist, der die nächsten drei, vier Jahre für Köln arbeiten wird.»

Gisdol zeigte sich dennoch selbstbewusst. Er weiß aber auch: «Wir müssen überzeugen durch Leistungen. Ich kann die schönsten Geschichten erzählen. Am Ende der Saison ist wichtig, dass wir weiter in der ersten Liga sind.» Ihm sei bewusst, dass es «eine schwierige Situation ist, die sich nicht mir nichts, dir nichts erledigen lässt.»

Auch Heldt, der mit Gisdol schon auf Schalke zusammenarbeitete, ist bewusst, dass die Verhinderung des siebten Abstiegs des Tabellenvorletzten kein Selbstläufer wird. «Wir müssen gemeinsam Ideen entwickeln, wie wir wieder zu einer Gemeinschaft werden», sagte Heldt: «Von außen fühlt es sich nämlich so an, als ob das nicht der Fall ist.»

Für den in Königswinter bei Bonn geborenen Heldt, der sich «als Kölner fühlt», beim FC Profi wurde und schon mehrmals knapp vor einer Rückkehr stand, ist mit dem Engagement bei seinem Verein nach eigener Auskunft ein Traum in Erfüllung gegangen. «Wenn man nach Köln reinfährt und den Dom sieht, geht einem das Herz auf», sagte er: «Jetzt will ich die Leute überzeugen, dass sie irgendwann sagen 'Leck mich am Ärmel, das hat Spaß gemacht mit dem Horst Heldt'.» Und vielleicht sagen sie ja irgendwann auch Ähnliches über Markus Gisdol.

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dpa

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19. 11. 2019
15:52 Uhr

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19. 11. 2019
15:52 Uhr



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