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Doping-Razzia bei Biathlon-Weltmeister Loginow

Schon wieder Doping-Schlagzeilen bei der Biathlon-WM im italienischen Antholz. Sprint-Weltmeister Alexander Loginow aus Russland wird von der Polizei verhört.



Biathlon-WM
Weltmeister Alexander Loginow aus Russland wurde verhört.   Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Antholz (dpa) - Eine Woche nach seinem Sprint-Sieg bei den Biathlon-Weltmeisterschaften hat es bei Alexander Loginow eine Doping-Razzia gegeben. Wenige Stunden vor der Männer-Staffel wurde der Weltmeister aus Russland von einer Sondereinheit der italienischen Polizei verhört.

Das Hotelzimmer des 28-Jährigen im Mannschaftsquartier der Russen im italienischen Rasen wurde am frühen Samstagmorgen durchsucht. Das Vorgehen sei gedeckt durch den Artikel 586 des Strafgesetzbuches, Verwendung oder Verabreichung von Dopingmitteln, erläuterte die Staatsanwaltschaft in Bozen.

Persönliche Dinge, unter anderem ein Telefon und ein Computer, seien beschlagnahmt worden. Auch bei seinem persönlichen Trainer Alexander Kasperowitsch soll es eine Durchsuchung gegeben haben. Loginow war bereits zwei Jahre wegen Epo-Dopings gesperrt, seit November 2016 darf er wieder starten. In Antholz gewann er den WM-Sprint und feierte seinen ersten großen Erfolg. Loginow hatte zuletzt stets betont, sauber zu sein. «Die Polizei hat anderthalb Stunden lang seine Sachen durchsucht und einige davon mitgenommen», sagte der Präsident des russischen Biathlon-Verbandes RBU, Wladimir Dratschew.

«Wir sind aufgewacht, als die Polizei die Türen einschlug», sagte Loginow dem russischen Sportsender «Match TV» am Samstag. Es schien, als hätten sie mit «Schwerverbrechern» gerechnet, sagte der Biathlet. Er und seine Zimmerkollegen mussten sich setzen, während die Einsatzkräfte den Raum durchsuchten. «Sie haben sich aber nur für mich interessiert.» Es seien keine Anschuldigungen erhoben worden, sagte der 28 Jahre alte Athlet.

Das russische Außenministerium betonte, dass es mit den italienischen Behörden in Kontakt sei. Man wolle alle Fragen klären und die Situation entschärfen, sagte die Sprecherin des Ministeriums, Maria Sacharowa, der Agentur Inetrfax zufolge.

Der Biathlon-Weltverband IBU kündigte an, die Untersuchungen der italienischen Behörden zu unterstützen. Solange die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei, werde man keinen weiteren Kommentar abgegeben, hieß es in einer Mitteilung.

Das russische Sportministerium forderte den russischen Biathlon-Verband (RBU) auf, alle Informationen zu dem Vorfall und zu den Umständen offenzulegen. Im Falle einer Anklage gelte für die Betroffenen die Unschuldsvermutung, teilte das Ministerium mit. Mitarbeiter der diplomatischen Vertretung Russlands in Italien seien vor Ort, um die Athleten zu unterstützen und die Berichte zu prüfen, twitterte die Botschaft in Rom. Man habe beim italienischen Außenministerium um Aufklärung gebeten.

Dreieinhalb Jahre nach seiner abgesessener Epo-Dopingsperre sind die Zweifel an Loginow, der am vergangenen Samstag überraschend Gold im Sprint gewonnen und alle Favoriten geschlagen hatte, nicht verflogen. «Da ist ein gewisses Geschmäckle dabei, weil er schon mal wegen Epo-Dopings gesperrt war und jetzt wieder auf einem Niveau ist wie zu Zeiten des Epo-Missbrauches», sagte Olympiasieger Arnd Peiffer. Andererseits habe Loginow seine Sperre abgesessen und es gelte die Unschuldsvermutung, «auch wenn das nicht immer leicht fällt. Ich hoffe, dass er sauber ist», sagte Peiffer.

Schon am vergangenen Samstag hatte es Doping-Schlagzeilen gegeben. Olympiasieger Jewgeni Ustjugow, 2014 Staffel-Läufer der Russen, war vom Biathlon-Weltverband des Dopings für schuldig befunden worden. Damit könnten Erik Lesser, Daniel Böhm, Peiffer und Simon Schempp nachträglich Olympia-Gold bekommen.

«Es ist unglaublich, was die Russen gemacht haben», sagte IBU-Generalsekretär Niklas Carlsson dem ZDF mit Blick auf die Ereignisse bei Olympia in Sotschi vor sechs Jahren. Weil der längst nicht mehr aktive Ustjugow zum Sieg-Quartett der Russen bei den Winterspielen 2014 gehörte, disqualifizierte ihn die IBU nachträglich. Ustjugow hat jetzt genau wie die ebenfalls verurteilte Olympiasiegerin Svetlana Sleptsowa 21 Tage Zeit, um beim Internationalen Sportgerichtshof Cas Einspruch einzulegen. «Ich werde bis zum Ende gehen», sagte Ustjugow, der Doping stets bestritten hat.

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dpa

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Veröffentlicht am:
22. 02. 2020
11:59 Uhr

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22. 02. 2020
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