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Comeback-Gedanken von Hummels - Löw lüftet EM-Perspektivteam

In der DFB-Zentrale wartet auf Joachim Löw wieder mal eine brisante Pressekonferenz. Der Bundestrainer spricht vor dem Länderspielstart 2019 über die Neuausrichtung der Nationalelf. Welche Jungen sollen Richtung EM 2020 vorangehen? Ein Alter schürt die hitzige Debatte.



Mats Hummels
Für Mats Hummels ist das Thema Nationalmannschaft noch nicht abgehakt.   Foto: Matthias Balk

Vor den brisanten Fragen an Joachim Löw gab Mats Hummels der emotional geführten Debatte um eine Neuausrichtung der Fußball-Nationalmannschaft noch eine pikante Note.

An diesem Freitag soll der Bundestrainer in der Frankfurter DFB-Zentrale bei einer Pressekonferenz «seine grundsätzlichen Überlegungen» vor dem Start in das neue Länderspieljahr skizzieren und dabei zugleich seinen Perspektivkader für die EM 2020 enthüllen. Aber einholen wird Löw auch wieder die resolute Ausmusterung der Bayern-Profis Hummels (30), Jérôme Boateng (30) und Thomas Müller (29) aus der Nationalelf.

Das Münchner Weltmeister-Trio von 2014 mag sich mit der Endgültigkeit der Versetzung in den DFB-Ruhestand nicht abfinden. Eine Woche nach der von Löw persönlich überbrachten Entscheidung sprach Abwehrspieler Hummels nach dem Champions-League-Aus des FC Bayern gegen den FC Liverpool am Mittwochabend von einem Comeback im Nationaltrikot.

«Ich würde es zumindest nicht ausschließen. So schlecht sind wir alle drei immer noch nicht», sagte der 70-malige Nationalspieler quasi als Sprecher auch für die Kollegen Müller (100 Länderspiele) und Boateng (76 Einsätze). Der gegen Liverpool gesperrte Angreifer Müller, der in der Allianz Arena im Unterrang an der Seite seiner Frau und damit weit entfernt von VIP-Tribünengast Löw das Spiel verfolgte, hatte schon direkt nach der Ausbootung erklärt: «Das Spiel ist noch nicht aus.»

Das Trio mag sich noch nicht als Ex-Nationalspieler einstufen. «Wir alle drei werden noch ein paar Jahre auf hohem Niveau spielen», sagte Hummels. «Und dann schauen wir einfach mal, was da in der Angelegenheit noch passiert.» Der Routinier skizzierte mehrere Szenarien. «Vielleicht gibt es mal Verletzungsprobleme. Vielleicht sind wir doch noch gut genug, wenn dann eine EM vor der Tür steht. Es ist alles möglich», schilderte Hummels seine Sicht der Dinge.

Die Option eines Bundestrainer-Wechsels sprach der kluge Profi nicht an. Hummels argumentierte vielmehr geschickt und schlug die Tür von seiner Seite aus nicht zu. «Alles in Ordnung», antwortete er auf die Frage zum aktuellen Verhältnis zu Löw. «Er musste seine Entscheidung treffen, das hat er getan. Es gibt kein böses Blut, überhaupt nicht. Man kann anderer Meinung sein, aber man muss es akzeptieren.»

Der Ball liegt damit wieder beim Bundestrainer. Hummels jedenfalls stünde - wie wohl auch Müller und Boateng - weiterhin bereit: «Wenn es darum geht, für Deutschland zu spielen, steht das über allem.»

Löw wird - jetzt - sicherlich keine Kehrtwende vollziehen. Aber er wird von den Journalisten am Freitag (12.30 Uhr) sicherlich gefragt werden, ob er ein Comeback der drei Münchner unter seiner Führung des DFB-Teams kategorisch ausschließt. Der Vertrag des 59-jährigen Löw mit dem DFB läuft bis zur nächsten WM-Endrunde 2022 in Katar.

Der Weltmeistercoach von 2014, dessen Umgang mit Hummels, Boateng und Müller für sein öffentliches Ansehen nicht förderlich war, muss jedoch früher liefern. Nach dem historischen WM-Desaster in Russland und dem Abstieg in die 2. Liga der Nations League ist eine erfolgreiche Qualifikationsrunde für die EM 2020 ein absolutes Muss.

Löw wollte mit der Ausmusterung der älteren Weltmeister-Garde ein Signal setzen - gerade an die Generation Confed Cup von 2017 mit Akteuren wie Julian Draxler, Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Niklas Süle oder Timo Werner. «Wir wollen der Mannschaft ein neues Gesicht geben», erläuterte Löw. Die Jungen sollen «den nötigen Raum zur vollen Entfaltung» bekommen.

In diesem Zusammenhang wird spannend sein, wie Löw in Zukunft mit seinem Kapitän umgeht. Teamsenior Manuel Neuer, in Kürze 33, agierte gegen Liverpool beim ersten Gegentor sehr unglücklich, während sein jüngerer Kontrahent Marc-André ter Stegen (26) mit dem FC Barcelona ins Viertelfinale der Champions League einzog. Ter Stegen rüttelt auch in seinen Aussagen immer vehementer an Neuers Thron.

Spannende Tage erwarten Löw, wenn die Nationalelf Anfang kommender Woche für das Testspiel in Wolfsburg gegen Serbien und den brisanten EM-Qualifikationsauftakt in Amsterdam gegen Holland zusammenkommt. Der Bundestrainer ist gefordert - die jungen Führungskräfte auch. «Das waren drei große Persönlichkeiten in der Mannschaft, die jetzt vorerst weg sind», sagte Leon Goretzka über seine Bayern-Kollegen Boateng, Hummels und Müller. Goretzka weiß: «Die Lücke möchte natürlich gestopft werden.» Sonst hat auch Löw ein echtes Problem.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 03. 2019
12:58 Uhr

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14. 03. 2019
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