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Brisante Bilder und Corona-Gesang - Hertha suspendiert Kalou

Diese Bilder sind brisant: Salomon Kalou filmt in der Kabine von Hertha BSC. Strenge Abstandsregeln gibt es dort trotz Corona offenbar nicht. Die DFL reagiert entsetzt. Der Verein suspendiert den Spieler. Den Fußball-Gegnern bietet der Vorfall viele Argumente.



Hertha-Profi
Salomon Kalou streamte mit seinem Smartphone aus der Hertha-Kabine.   Foto: Jan-Philipp Burmann/Hertha BSC via City-Press GmbH/dpa

Handschlag mit den Kollegen, kein großer Abstand beim Corona-Test und dann auch noch Lästereien über die wegen der Pandemie gekürzten Gehälter: Nach seinem aufsehenerregenden Facebook-Video ist Salomon Kalou von Hertha BSC suspendiert worden.

Der Schaden durch den brisanten Berliner Facebook-Clip ist für die um die Saisonfortsetzung kämpfende Fußball-Bundesliga kurz vor der wohl entscheidenden Sitzung der Bundesregierung am Mittwoch noch nicht abzusehen.

«Salomon Kalou hat mit seinem Video nicht nur Hertha BSC einen großen Schaden zugefügt, sondern vor allem in der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs und die Rolle des Profifußballs den Eindruck erweckt, dass einzelne Spieler das Thema Corona nicht ernst nehmen», sagte Hertha-Manager Michael Preetz in einer Mitteilung des Clubs.

Entsetzt reagierte man auch bei der Deutschen Fußball Liga über die Bilder aus der Hauptstadt. «Die Bilder von Salomon Kalou aus der Kabine von Hertha BSC sind absolut inakzeptabel. Hierfür kann es keine Toleranz geben - auch mit Blick auf Spieler und Clubs, die sich an die Vorgaben halten, weil sie die Ernsthaftigkeit der Situation erfasst haben», twitterte der Profi-Dachverband.

Mit seinem rund 25-minütigen Film hatte der Ivorer nicht nur ungewöhnliche Einblicke in die Trainingsabläufe bei Hertha BSC gegeben, sondern auch deutliche Verstöße gegen die strengen Hygienevorschriften für die Fußball-Bundesligisten dokumentiert. Hertha räumte ein, «dass die regelmäßigen Hinweise auf die Abstands- und Hygieneregeln noch intensiver ausfallen müssen.»

Unter anderem ist auf den Aufnahmen des 34 Jahre alten Offensivspielers zu sehen, wie bei seinem ob der Kamera-Situation sichtlich überraschten Teamkollegen Jordan Torunarigha eine Probe für einen Corona-Test genommen wird. Kalou befindet sich im gleichen Raum und erwidert auf die Aufforderung des Testnehmers, das Video zu löschen: «Ich mache nur Spaß.» Zuvor hatte er einen wilden «Corona-Gesang» angestimmt.

In der Hertha-Mitteilung entschuldigte sich Kalou. «Es tut mir leid, wenn ich mit meinem Verhalten den Eindruck erweckt habe, dass ich Corona nicht ernst nehme», wurde er zitiert. «Ich habe nicht wirklich nachgedacht und mich darüber gefreut, dass unsere Tests alle negativ waren», sagte er.

Kalou filmte auch Gespräche in der Umkleidekabine unter anderem mit Teamkollege Vedad Ibisevic. Während der ganzen Video-Sequenz gibt Kalou immer wieder Mitspielern oder Vereinsmitarbeitern die Hand. Im Konzept der «Task Force Sportmedizin / Sonderspielbetrieb» der DFL heißt es unter anderem, dass für den Trainingsbetrieb in Gemeinschaftsräumen Mindestabstände von zwei Metern einzuhalten sind und Spieler sich möglichst zu Hause umziehen sollen. Am Sonntag hatte Hertha BSC bekanntgegeben, dass bislang alle Corona-Tests negativ ausgefallen sind.

Beim Kabinengespräch der Hertha-Profis geht es auch um die Gehaltszahlungen, die offenbar geringer ausgefallen sind als beim Verzicht wegen der Corona-Krise mit dem Verein vereinbart. Kalou winkt mit dem Gehaltsbrief in die Kamera. «Die Diskussion zum Thema Teilgehaltsverzichts der Lizenzspieler bei Hertha BSC ist durch fehlerhafte Abrechnungen entstanden. Diese wurden mittlerweile korrigiert», hieß von der Hertha. Den durch den Film entstandenen Eindruck, die Spieler seien erbost wollt man revidieren: «Die grundsätzliche Maßnahme war in offen geführten Abstimmungsgesprächen mit allen besprochen und von allen Spielern unterstützt worden. Es gab dort keine kritischen Stimmen. Im Gegenteil, alle haben diese Maßnahme begrüßt.»

Ob Kalous Kollegen wie Ibisevic wissen, dass sie gefilmt werden, wird nicht deutlich. «Zudem möchte ich mich auch bei den im Video Gezeigten entschuldigen, die nicht wussten, dass ich live sende und die ich nicht in eine solche Situation bringen wollte», sagte Kalou.

Kalou hatte seine Aufnahme mit der Fahrt zum Trainingsgelände durch Berlin begonnen und dabei auch an den Triumph in der Champions League mit dem FC Chelsea 2012 gegen den FC Bayern erinnert. In Berlin spielt der Ivorer seit 2014. Von Ex-Trainer Jürgen Klinsmann war er in dieser Saison aussortiert worden. Ein Transfer zu einem anderen Club kam nicht zustande. Unter Trainer Bruno Labbadia nahm er wieder am Training teil - aber nur bis zu seiner Videoaufnahme.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 05. 2020
19:18 Uhr

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04. 05. 2020
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