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Brandt verschafft BVB-Coach Favre Zeit

Er war ein Kraftakt mit Happy End - dank Matchwinner Julian Brandt. Das knappe 2:1 im DFB-Pokal gegen Mönchengladbach sorgte vor allem beim zuletzt umstrittenen Dortmunder Trainer für große Erleichterung - und einen kurzen, stechenden Schmerz.



Julian Brandt
Erzielte zwei Treffer für den BVB: Julian Brandt.   Foto: Bernd Thissen/dpa

Dieser Sieg tat weh. In erster Freude über den Siegtreffer von Julian Brandt verdrängte Lucien Favre den Schmerz - zumindest für kurze Zeit.

«Ich habe einen Faserriss seit zwei Tagen und das total vergessen», beschrieb der Dortmunder Trainer seinen peinigenden Torjubel beim 2:1 (0:0)-Erfolg gegen den Bundesliga-Tabellenführer aus Mönchengladbach, der den BVB ins Pokal-Achtelfinale führte. Mit dem anschließenden Flachs seiner Profis in der Kabine konnte der Schweizer Fußball-Lehrer gut leben. «Er meinte, das waren in dem Moment schöne Schmerzen», kommentierte Matchwinner Brandt.

Die Anekdote passte ins Bild der großen Erleichterung. Der Doppelschlag des Leverkusener Neuzugangs binnen vier Minuten (77./80.) ersparte Favre vorerst weitere öffentliche Diskussionen über seine Zukunft beim Revierclub. Zwar wirkte sein Team nach den schwachen Auftritten gegen Inter Mailand (0:2) und beim FC Schalke (0:0) noch immer verunsichert, zeigte aber nach dem zwischenzeitlichen 0:1 durch Marcus Thuram (71.) eine beeindruckende Reaktion. «Wir haben das Glück im richtigen Moment erzwungen», befand Lizenzspielleiter Sebastian Kehl.

Ausgerechnet Brandt ebnete den Weg und gab damit eine passende Antwort auf die mitunter harsche Kritik an seinen jüngsten Leistungen. So hatte der ehemalige BVB-Profi Michael Rummenigge dem Neuzugang aus Leverkusen noch vor einer Woche vorgeworfen, «C-Jugendfußball ohne Körperkontakt und Durchsetzungsvermögen» zu spielen. Nicht zuletzt deshalb empfand der Nationalspieler besonders große Freude über seinen Doppelpack: «Für mich war es extrem wichtig, mich einfach mal zu belohnen. Solche Siege wie heute, wo man sich einfach auch mal zusammenreißen muss, tun gut.»

Zur seiner Leistungssteigerung dürfte beigetragen haben, dass Brandt von Trainer Favre auf der von ihm bevorzugten 10er-Position eingesetzt wurde. Dort vertrat er den verletzten Kapitän Marco Reus (Adduktorenprobleme) zumindest in der umkämpften Schlussphase gut. Einen Anspruch auf diese Rolle wollte der 25 Millionen teure Zugang daraus jedoch nicht ableiten. Liebend gern würde Brandt nicht nur für, sondern mit Reus auflaufen. «Ich will immer, dass Marco auf dem Platz steht.»

Nach Einschätzung von Mitspieler Nico Schulz war es ohnehin «nur eine Frage der Zeit», wann bei Brandt der Knoten platzt: «Weil wir allen wissen, was Julian für ein geiler Kicker ist.» Brandts Chancen, dass Favre ihn in Zukunft weniger als Sturmspitze oder Flügelstürmer, sondern mehr zentral an der Seite von Reus einsetzt, dürften dank seiner beiden Treffer gestiegen sein. In ähnlicher Rolle hatte der 23-Jährige in Kooperation mit Kai Havertz eine bärenstarke Rückrunde in Leverkusen gespielt. «Das kann ich nicht beeinflussen, weil ich nicht der Trainer bin. Aber wir werden sicherlich in den nächsten Wochen eine Lösung finden», kommentierte er.

Brandt nutzte das Rampenlicht, um den zuletzt umstrittenen Trainer den Rücken zu stärken. Dass viele BVB-Fans noch immer dem lebhaften Erfolgscoach Jürgen Klopp nachtrauern und Probleme mit der bedächtigen Art von Favre haben, kommentierte der Mittelfeldspieler mit einem Schmunzeln: «Viele wünschen sich ja hier in der Gegend einen Trainer, der an der Seitenlinie mehr macht. Aber hier sind 80.000 Zuschauer, den hörst du sowieso nicht.»

Favre ist guter Dinge, dass der Pokalsieg in seiner zuletzt verunsicherten Mannschaft für neues Selbstbewusstsein sorgt. Das soll zu einem weiteren Erfolg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) über den VfL Wolfsburg verhelfen. «Es ist immer gut, wenn du ein Spiel drehen und gegen eine solche Mannschaft gewinnen kannst. Sie sind immerhin Bundesliga-Tabellenführer.» Der BVB-Coach glaubt jedoch nicht, dass die deutliche 1:6-Pokalniederlage der Wolfsburger gegen Leipzig ein Vorteil für sein Team ist: «Das war nur ein Spiel. In der Bundesliga sind sie noch immer ungeschlagen.»

Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
14:28 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
14:28 Uhr



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