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Bondscoach Koeman hadert mit 1:2 beim Weltmeister

Die Weltmeisterschaft in Russland verpassten die Niederlande ebenso wie die Europameisterschaft vor zwei Jahren. Nun steht der Umbruch an. Nach dem 1:2 in Frankreich sieht Trainer Ronald Koeman sein Team zwar auf einem «guten Weg», blieb aber alles andere als cool.



Frankreich - Niederlande
Der Franzose Benjamin Pavard (l) umspielt den Niederländer Virgil Van Dijk.   Foto: Christophe Ena/AP

Ronald Koeman war sichtlich verärgert. Das 1:2 im Stade de France wertete der Bondscoach als «unnötige» Niederlage. Die Tore des Fußball-Weltmeisters seien Geschenke gewesen, schimpfte der 55-Jährige: «Ich bin jetzt echt sauer.»

Für den notwendigen Umbruch im niederländischen Fußball hat der Europameister von 1988 noch viel Arbeit vor sich. Daran ändert nach ernüchternden Rückschlägen auch das achtbare Resultat in der deutschen Gruppe der neuen Nations League und seine Zufriedenheit mit dem Auftritt in der zweiten Halbzeit nichts. «Ich bin froh, dass wir einen Großteil des Spiels gezeigt haben, dass wir auf dem guten Weg sind», resümierte Koeman.

Vor dem prestigeträchtigen Heimspiel gegen Deutschland am 13. Oktober findet sich seine Elf in der Tabelle der Gruppe A1 dennoch erst einmal auf dem letzten Platz wieder. Die WM-Party der Franzosen bei deren ersten Heim-Auftritt nach dem Titel in Russland konnten die Niederländer nicht vermasseln und haben damit als einzige der drei Mannschaften in der Gruppe noch keinen Punkt.

Drei Tage nach dem 0:0 in München bestimmten die Franzosen überwiegend das Spielgeschehen. Ein «blasser Statist» sei Oranje zunächst gewesen, schrieb die Tageszeitung «De Volkskrant» (Montag) und dichtete: «Frankreich dachte, dass es ein herrlicher Abend werden würde, bis das Oranje-Mauerblümchen freier wurde und seinen Platz auf dem Feld forderte.»

Die Boulevard-Zeitung «De Telegraaf» beurteilte die Niederlage als «Lichtblick», angesichts des 0:4 vor den Toren von Paris vor einem Jahr in der WM-Qualifikation: «Das Thermometer zeigte im Stade de France an, dass der Patient Oranje auf dem Weg der Besserung ist, aber die Erholung verläuft langsam.»

Als Frankreich unter Trainer Didier Deschamps in Russland vor knapp zwei Monaten den WM-Titel feierte, durften die Niederländer nach der verpassten Qualifikation nur zuschauen - ebenso wie bereits bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren. Nach zwei verpassten Turnieren ist der Zwang zum Neuanfang größer als für Bundestrainer Joachim Löw.

Die Stars der vergangenen Jahre haben sich verabschiedet. Arjen Robben, Rafael van der Vaart und Robin van Persie gehören nicht mehr zum Nationalteam. Beim 2:1 im Testspiel gegen Peru am Donnerstag bestritt auch Wesley Sneijder sein letztes Länderspiel. Die Zeit einer gesegneten Generation, die noch mehr hätte erreichen können, ist vorbei. Der frühere Hamburger van der Vaart, der inzwischen bei Esbjerg in Dänemark spielt, trauert noch immer der vergebenen Chance hinterher. «Ich wäre gern im WM-Finale 2010 gegen Spanien Weltmeister geworden», sagte der 35-Jährige in der «Bild am Sonntag».

Nun sollen Ajax-Talente wie Matthijs de Ligt (19) und Frenkie de Jong (21) zu schillernden Oranje-Spielern reifen. Auf Routiniers können auch die Niederlande aber nicht verzichten. Der 31 Jahre alte frühere Hoffenheimer Ryan Babel ließ nach dem Rückstand durch Fußball- Künstler Kylian Mbappé (14.) zwischenzeitlich auf ein Remis hoffen (67. Minute). Dann sicherte Olivier Giroud (75.) dem Gastgeber den Sieg. «Man sieht den Unterschied von Spitze und Weltspitze», bilanzierte de Ligt.

Veröffentlicht am:
10. 09. 2018
13:12 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2018
13:12 Uhr



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