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Biathlet Kühn Zweiter in Pokljuka - nur Fourcade besser

Nach seinem perfekten Schießen sieht Biathlet Johannes Kühn lange wie der Sieger aus. Doch Superstar Martin Fourcade entreißt ihm kurz vor Schluss noch den ersten Weltcupsieg. Zufrieden ist Kühn dennoch. Papa Peiffer will nach seinem Kaltstart im Sprint angreifen.



Zweiter
Beim Weltcup-Auftakt in Pokljuka läuft Johannes Kühn über 20 Kilometer auf Rang zwei.   Foto: Darko Bandic/AP

Auf seinen bisher größten Erfolg wird Biathlet Johannes Kühn wenn überhaupt mit einem kleinen Bier anstoßen. «Aber wahrscheinlich wird es eher nur ein Wässerchen», scherzte sein Teamkollege Arnd Peiffer.

Das Duo hatte beim Weltcup-Start im slowenischen Pokljuka doppelt Grund zur Freude: Kühn stürmte im schweren Einzel über 20 Kilometer fehlerfrei hinter Frankreichs Superstar Martin Fourcade auf Platz zwei. «Ich bin super happy», sagte Kühn. Peiffer bestritt sein erstes Rennen als Vater. «Ich bin Papa geworden und das ist glaube ich das Allerschönste und Wichtigste», sagte der Sprint-Olympiasieger.

Sportlich sorgte Kühn für die Überraschung. Dabei hatte sich der 27-Jährige beim Einlaufen alles andere als gut gefühlt. Nach einem perfekten Schießen musste er sich nur Frankreichs Superstar Fourcade um 4,2 Sekunden geschlagen geben. Mit seinem ersten Weltcupsieg wäre er der erste Deutsche im Gelben Trikot seit zehn Jahren gewesen. «Ich habe letztens im Spaß gesagt, das erste ist das einfachste Rennen, um ins Gelbe Trikot zu kommen. Im Nachhinein ist es vielleicht schade wegen dem Sturz und den vier Sekunden. Aber wenn mir vorher jemand gesagt hätte, ich werde Zweiter, hätte ich gesagt: super», meinte Kühn zufrieden. Dritter im Nachholrennen des am Mittwoch wegen Nebels verschobenen Einzels wurde der wie das Spitzen-Duo fehlerfreie Österreicher Simon Eder Dritter (+ 21,3 Sekunden).

Als Fourcade noch in der Aufwärmzone war, kollidierte Kühn nach dem ersten Schießen beim Loslaufen mit dem Norweger Vetle Christiansen und verlor bei einem Sturz wertvolle Sekunden. «Es war ein Unfall. Er hat sich entschuldigt. Alles ok», sagte Kühn. Glückwünsche von daheim konnte er erst verspätet entgegennehmen: er hatte sein Handy vergessen. Kühn hatte bereits in der Vergangenheit durch seine Laufstärke überzeugt. Sich aber durch zu viele Fehler beim Schießen immer wieder um bessere Platzierungen gebracht: «Wenn ich konstanter werde, wird das nicht das letzte gute Ergebnis sein», sagte er.

Sprint-Olympiasieger Peiffer, der erst am Mittwochabend in Slowenien angekommen war, konnte Platz 52 im Rausch der Glücksgefühle verschmerzen. «Ich musste mich schon zu Hause losreißen», bekannte der Harzer. Ob Junge oder Mädchen verriet der 31-Jährige, der sein Privatleben unter Verschluss hält, nicht. «Frisch gefühlt habe ich mich auch nicht. Aber ich schaue nach vorne», sagte Peiffer.

Der in der Vorbereitung durch eine Schulter-Operation gehandicapte Simon Schempp wurde starker Fünfter (+ 38,6 Sekunden). Weil er den letzten Schuss daneben setzte, verpasste der 30-Jährige einen möglichen Sieg. «Ich ärger mich schon. Aber Hut ab vor der Leistung von Johannes», sagte der Uhinger, der wie seine Kollegen am Freitag im Sprint (14.15 Uhr) wieder angreift. Der von Rückenproblemen geplagte Erik Lesser wurde 23., Benedikt Doll nur 58.

Schempps Freundin Franziska Preuß setzte auch nur den letzten ihrer 20 Schuss daneben und lief beim ersten Sieg der Ukrainierin Julija Dschyma als Zehnte als einzige Deutsche in die Top 20. «Dass Simon und ich den letzten Schuss nicht getroffen haben, war einfach nur Zufall. Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden», sagte die 24-Jährige. Denise Herrmann, die sich am Vormittag noch etwas schlapp gefühlt hatte, schaffte bei widrigen Streckenbedingungen die zweitbeste Laufzeit, wurde aber nach vier Fehlern nur 29. Im Sprint am Samstag hofft die Oberwiesenthalerin auf bessere Schneebedingungen. «Wenn nicht so viele Scheiben stehgen bleiben, kann einiges gehen», sagte Herrmann selbstbewusst.

Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier kämpft nach ihrer gesundheitsbedingten Zwangspause wegen eines geschwächten Immunsystems um ihr Comeback. Wahrscheinlich wird sie aber erst im neuen Jahr wieder laufen. «Es entwickelt sich alles sehr, sehr gut. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie dieses Jahr noch zurückkommt», sagte der neue Co-Trainer Florian Steirer in der ARD.

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dpa

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Veröffentlicht am:
06. 12. 2018
16:23 Uhr

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