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Bayern braucht den Super-Neuer gegen Liverpool

Als vierter deutscher Spieler nach Oliver Kahn, Philipp Lahm und Thomas Müller knackt Manuel Neuer eine besondere Marke in der Champions League. Nach dem DFB-Aus eines Weltmeister-Trios muss auch er sich Gedanken machen. Der Herausforderer wird forscher.



Jubilar
Steht gegen Liverpool zum 100. Mal bei einem Spiel in der Champions League im Tor: Bayer-Keeper Manuel Neuer.   Foto: Sven Hoppe

Das große Champions-League-Jubiläum hat für Manuel Neuer aus mehreren Gründen besondere Bedeutung.

Nach dem Aus des von Joachim Löw zur Altherren-Riege degradierten Weltmeistertrios Boateng, Hummels, Müller ist er als schon 32-Jähriger noch mehr in den Fokus gerückt. Im ersten K.o.-Heimspiel in der Königsklasse seit knapp zwei Jahren und dem 100. Einsatz insgesamt in der Krösusliga möchte und muss er gegen den FC Liverpool seine nach wie vor vorhandene Klasse unter Beweis stellen. Hält Neuer am Mittwoch (21.00 Uhr) die Null im Achtelfinal-Rückspiel gegen die Reds, spricht viel für ein Weiterkommen des FC Bayern München.

«In München sind wir stark. Liverpool ist aber teilweise auch auswärtsstark», sagte Neuer vor der elektrisierenden Kraftprobe. Das 0:0 vor drei Wochen an der Anfield Road sei ein «tolles Signal» gewesen. Das 6:0 gegen den VfL Wolfsburg und die Rückkehr an die Tabellenspitze vergrößerten die Münchner Zuversicht für das Duell gegen den Premier-League-Spitzenclub von Jürgen Klopp weiter.

«Ein hoher Sieg und ein Zu-Null-Spiel, da freut sich der Torwart auch», sagte der Nationaltorhüter, der als vierter deutscher Spieler nach Philipp Lahm (112 Einsätze), Thomas Müller (105) und Oliver Kahn (103) die Marke von hundert Spielen knackt. Als Nummer 1 steht der Spanier Iker Casillas mit 174 Spielen in der UEFA-Rangliste.

Für Neuer liegt das letzte K.o.-Heimspiel in Europas Bestenliga lange zurück. Am 12. April 2017 sorgte er beim 1:2 gegen Real Madrid mit einer Torwart-Gala dafür, dass die Münchner Chancen auf das Halbfinale nicht schon nach dem Viertelfinal-Hinspiel Geschichte waren. Der FC Bayern schied eine Woche später in Madrid trotzdem aus, Neuer brach sich den Mittelfuß - und musste nach einer weiteren Verletzung bis kurz vor der desaströsen WM 2018 pausieren.

Seitdem gibt es um den Erfolgsgaranten des WM-Triumphs 2014 immer wieder Diskussionen, ob er die außergewöhnliche Klasse der Hochzeit noch besitzt. «Für mich ist Manuel immer noch der beste Torwart der Welt. Wenn man sieht, welche Ruhe er am Ball hat und wie er da hinten rauszockt, das ist richtig stark», sagte Nationalmannschaftskollege Leon Goretzka am Wochenende. «Deswegen steht der bei mir mit Sicherheit nicht infrage.»

Auch bei Löw ist Neuer gesetzt. Noch?! Denn der Bundestrainer kündigte zuletzt überraschend an, dass seine über Jahre unantastbare Nummer 1 doch nicht mehr ganz so unantastbar ist. Löw versprach dem beim FC Barcelona konstant starken Marc-André ter Stegen Einsätze. Der sechs Jahre Jüngere meldete forsch seine Ansprüche auf den Platz im DFB-Tor an. Ter Stegen rüttelt mehr und mehr an Neuers Thron.

«Es ist so, dass immer nur einer zwischen den Pfosten stehen kann. Und ich bin jemand, der sich jedem Konkurrenzkampf gestellt hat», reagierte Neuer kühl. Die Ansprüche von ter Stegen seien aber «legitim».

Das Aus der langjährigen Weltmeister-Gefährten Thomas Müller (29 Jahre), Mats Hummels und Jérôme Boateng (beide 30) im Nationaltrikot sollte aber auch Neuer zu denken geben. Auffällig diplomatisch äußerte sich der mehrmalige Welttorhüter zu Löws Entscheidung, um weder seine Teamkollegen noch den Bundestrainer zu verärgern. Klar Stellung für eine Seite bezog der Kapitän nicht.

Neuer, der erstmals am 18. September 2007 noch mit Schalke beim 0:1 gegen den FC Valencia in der Champions League spielte, will es allen beweisen. Der Belgier Thibaut Courtois (Real Madrid), der Spanier David de Gea (Manchester United) oder Frankreichs Weltmeistertorwart Hugo Lloris (Tottenham Hotspur) sind nach Einschätzung von Neuer die internationale Garde, mit der er sich messen muss.

«Ich will denen schon zeigen, dass ich's auch noch kann», kündigte der 84-malige Nationalspieler schon zum Jahreswechsel an. «Ich bin überhaupt nicht satt.» Eine Kostprobe kann er im Duell mit dem brasilianischen Weltklassekollegen Alisson Becker vom FC Liverpool geben.

Veröffentlicht am:
11. 03. 2019
14:08 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
11. 03. 2019
14:08 Uhr



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