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«Barçagate» lässt Messi-Club nicht zur Ruhe kommen

Sechs Vereinsdirektoren treten beim FC Barcelona zurück. Darunter sind auch zwei Vizepräsidenten. Der Grund ist vor allem Club-Boss Bartomeu. Er gilt als Drahtzieher des «Barçagate».



Josep Maria Bartomeu
Die Methoden von Vereinspräsident Josep Maria Bartomeu werden in der Clubführung des FC Barcelona hart kritisiert.   Foto: --/gtres/dpa

Der Zoff beim FC Barcelona ist nach dem «Barçagate» eskaliert. Während auch im spanischen Fußball an Spiele des Teams um Lionel Messi und Marc-André ter Stegen nicht zu denken ist, tobt beim katalanischen Top-Club ein Machtkampf.

Aus Protest gegen den umstrittenen Präsidenten Josep Bartomeu erklärten nun gleich sechs Direktoren des spanischen Meisters ihren Rücktritt. Darunter sind auch die beiden Vizepräsidenten Emili Rousaud und Enrique Tombas.

In einem Brief, den am Karfreitag mehrere Medien abdruckten, empfahlen sie Neuwahlen, damit der Verein auch die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie meistern kann. «Es ist unser letzter Dienst für den Club», kommentierten sie den dringlichen Rat. Ihre Rücktrittsentscheidung ist allerdings vor allem eine Reaktion auf das sogenannte «Barçagate». Es herrsche «Ernüchterung», hieß es, man habe davon nur über die Presse erfahren.

Bei den Katalanen brenne es mittlerweile fast täglich, der weltbekannte Club erlebe «eine Krise nach der anderen in schwindelerregendem Tempo», kommentierte «Marca». «Sport» sprach vom «Schisma in der Barça-Führung».

Aber worum ging es eigentlich beim «Barçagate»? Bartomeu soll ohne Wissen der Vereinsführung ein Unternehmen für viel Geld damit beauftragt haben, derzeitige und frühere Spieler - darunter Messi und der einstige Barça-Coach Pep Guardiola - in sozialen Medien negativ darzustellen und zu diffamieren.

Ziel soll gewesen sein, die Clubführung in den Augen der Öffentlichkeit zu stärken. Der Skandal habe bei vielen Direktoren «das Fass zum Überlaufen gebracht», meinte «Sport».

Aber auch das Management in der Corona-Krise wurde von den abgetretenen Direktoren mit Unmut verfolgt. Sie seien weder mit der Handhabung der Krise noch mit den Szenarien, die sich für die Zeit nach der Pandemie abzeichneten, einverstanden, hieß es. Dabei geht es auch um die Verhandlungen über einen Gehaltsverzicht der Profis.

Das Team hatte Ende März einen vorübergehenden Gehaltsverzicht von 70 Prozent akzeptiert. Auch dabei hatte die Vereinsspitze offenbar versucht, die Spieler schlecht dastehen zu lassen. Messi sah sich gar zu einem Statement veranlasst, in dem er betonte, die Mannschaft habe sich der Gehaltskürzung gar nicht widersetzt. «Es überrascht uns, dass es innerhalb des Clubs welche gab, die versucht haben, uns ins Rampenlicht zu stellen und Druck auf uns auszuüben, damit wir etwas tun, was wir ohnehin tun wollten», betonte der Argentinier.

Der FC Barcelona reagierte am Freitagnachmittag mit einem offiziellen Statement. Die «in den letzten Stunden angekündigten Rücktritte» seien «infolge des von Präsident Bartomeu in dieser Woche eingeleiteten Umbaus des Vorstands» geschehen. Die Umstrukturierung, die in den kommenden Tagen abgeschlossen sein werde, habe vor allem zum Ziel, «die notwendigen Maßnahmen für die Vorbereitung der Zukunft des Clubs umzusetzen» und die Folgen der Corona-Krise zu überwinden, hieß es ohne Nennung weiterer Details. «Barça spaltet sich, aber Bartomeu bleibt unerschüttert», titelte «Marca».

Veröffentlicht am:
10. 04. 2020
16:45 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 04. 2020
16:45 Uhr



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