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BVB dementiert Entscheidung gegen Trainer Stöger

Dortmund hat viele ungelöste Probleme. Zwar dementiert der BVB, dass die Entscheidung gegen Trainer Stöger schon gefallen sei. Aber die Zeichen stehen klar auf Trennung. Favorit auf die Nachfolge bleibt Favre. Ohnehin ist ein großer personeller Umbruch vonnöten.



Peter Stöger
BVB-Trainer Peter Stöger steht in der Kritik.   Foto: Andreas Gebert

Diskussionen um die Zukunft des Trainers, die Champions-League-Qualifikation in Gefahr und der beste Torjäger außer Gefecht - bei Borussia Dortmund türmen sich vor dem Saisonendspurt in der Fußball-Bundesliga die Probleme.

Zwei Tage nach der bitteren 0:2-Derbypleite beim FC Schalke 04 wurde der Revierclub mit Medienberichten konfrontiert, dass die Trennung von Trainer Peter Stöger bereits beschlossen sei. Das Dementi folgte zwar umgehend. Gleichwohl ist es angesichts der leidenschaftslosen Vorstellungen der Elf kaum vorstellbar, dass der BVB mit dem Österreicher weiterarbeitet.

«Wir haben immer gesagt, dass Peter Stöger unser erster Ansprechpartner sein wird. Bislang gab es nicht einmal ein Gespräch darüber, wie sich beide Seiten die Zukunft vorstellen, folgerichtig gibt es auch keine Entscheidung», teilte BVB-Mediendirektor Sascha Fligge auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung berichtet, dass der Club bereits entschieden habe, den im Sommer auslaufenden Vertrag mit Stöger nicht zu verlängern. «Wir - und das betonen unsere Verantwortlichen genauso wie Peter Stöger seit Wochen - konzentrieren uns voll auf das Erreichen der Champions-League-Qualifikation. Dem ordnen wir alles unter», sagte Fligge. Sportdirektor Michael Zorc sagte der Funke Mediengruppe: «Wenn wir eine definitive Entscheidung getroffen und etwas zu vermelden haben, vermelden wir das auch.» Es ist wohl nur eine Frage der Zeit.

Stöger übernahm das Amt im Dezember 2017 als Nachfolger von Peter Bosz und erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018. Zwar schaffte er es zunächst, die Mannschaft in der Liga zu stabilisieren. Doch selbst die akzeptable Punktausbeute bei nur zwei Niederlagen in 15 Ligaspielen dürfte Söger nicht vor dem Aus retten.

Das krachende Scheitern in der Europa League, das 0:6 beim FC Bayern, mit dem man jahrelang auf Augenhöhe war, und der schwache Auftritt auf Schalke wiegen bei der Gesamtbeurteilung von Stögers Arbeit schwer. Von den faszinierenden Tempo-Auftritten der Ära Jürgen Klopp oder dem erfolgreichen Ballbesitz-Fußball unter Thomas Tuchel entfernte sich der BVB immer mehr.

Zu groß sind die Leistungsschwankungen des Teams, dem es an Führungspersönlichen und der nötigen Einstellung mangelt und in dem es Risse und Eitelkeiten gibt. Zudem befeuerte Stöger nach der Partie auf Schalke die Spekulationen vom nahen Ende selbst in einem WDR-Interview: «Mein Dienstverhältnis geht bis zum 30. Juni - und das ist gut so.»

Weil Wunschkandidat Julian Nagelsmann (Hoffenheim) im Sommer nicht zu haben war, deutet vieles auf Lucien Favre hin, der einst bei Borussia Mönchengladbach beachtliche Arbeit leistete und noch bei OGC Nizza unter Vertrag steht. Der Salzburger Trainer Marco Rose besitzt wohl nur Außenseiterchancen.

Unabhängig von der Trainerfrage steht im Sommer ein großer personeller Umbruch an. Mit der Verpflichtung von Matthias Sammer als «externem Berater» und der Installation von Ex-Profi Sebastian Kehl als Bindeglied zwischen Team und Sportdirektor Zorc setzte der BVB bereits wichtige Zeichen. Zudem stehen zahlreiche Profis auf der Streichliste. Von bis zu zehn Abgängen ist die Rede. Als Verstärkung ist unter anderen Nationalspieler Jonas Hector (1. FC Köln) im Gespräch.

Selbst formschwache Stars wie die Weltmeister Mario Götze oder André Schürrle dürfen sich beim Tabellen-Vierten nicht mehr sicher sein. Es hapert in allen Mannschaftsteilen, weil der Substanzverlust durch namhafte Abgänge der vergangenen Jahre (u.a. Lewandowski, Hummels, Mchitarjan, Gündogan, Aubameyang, Dembélé) nicht kompensiert werden konnte.

Mit dem Ausfall von Stürmer Michy Batshuayi (Sprunggelenkverletzung) verschärft sich die Lage vor den restlichen vier Partien für den BVB weiter. Längst sehnen alle das Ende der verkorksten Spielzeit herbei. Kapitän Marcel Schmelzer brachte es auf den Punkt: «Wenn wir noch in die Champions League kommen, sind wir froh, wenn die Saison vorbei ist.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
17. 04. 2018
13:27 Uhr

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17. 04. 2018
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