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Ausgemüllert? Bayerns Angreifer steht für den DFB-Absturz

Thomas Müller hat Leichtigkeit und Treffsicherheit im Nationaltrikot verloren. Joachim Löw zählt ihn auch nach dem WM-Desaster weiter zur Team-Achse. Der Angreifer stellt sich dem «harten Wettkampf».



Thomas Müller
Thomas Müller erzielte 2018 lediglich ein Tor für das DFB-Team.   Foto: Jens Büttner

Früher galt: WM-Jahre sind Müller-Jahre. Heute gilt: Es müllert nicht mehr in der Fußball-Nationalmannschaft. Der Münchner Angreifer steht sinnbildlich für den Absturz der DFB-Auswahl.

Vor dem Nations-League-Spiel am Samstag (20.45 Uhr) in Amsterdam gegen die Niederlande lässt sich an dem 29-Jährigen auch die aktuelle deutsche Torflaute festmachen. Und dennoch wird Löw in der Johan-Cruyff-Arena auf den Weltmeister von 2014 setzen, obwohl Müller auch beim kriselnden FC Bayern gerade eine Schaffenskrise durchläuft. «Thomas Müller wird von Anfang an spielen», bestätigte Löw vor dem Abschlusstraining in der Amsterdamer Arena.

«Das wird ein harter Wettkampf», sagte Müller zu den anstehenden Kraftproben mit Holland und Weltmeister Frankreich am kommenden Dienstag in Paris. «Wir wollen drei Punkte holen, um uns zu positionieren in der Gruppe», sagte Müller am Spielort. Das Thema FC Bayern begleite ihn natürlich auch bei der Nationalelf. Aber auf dem Platz, «sobald der Ball im Spiel ist», sei es aus seinen Gedanken.

Als «Wettkampftyp» findet Müller die Nations League besser als Testspiele. «Man hat mehr Leistungsdruck», sagte er. Einen speziellen Leistungsdruck spürt auch er. Müller will den bitteren WM-Sommer in Russland vergessen machen. «Natürlich haben wir Druck nach der WM. Nach so einer großen Enttäuschung ist die Motivation riesengroß zu zeigen, dass man es besser kann», sagte der Angreifer.

In vielen seiner inzwischen 96 Länderspiele hat Müller bewiesen, dass gerade auch er es eigentlich viel besser kann. Ist Müllers beste Zeit trotzdem vorbei? Hat es sich ausgemüllert? DFB-intern stand der Münchner Angreifer vor dem Neustart auf der Kippe. Die WM 2018 war nach der EM 2016 das zweite torlose Müller-Turnier nacheinander.

Am WM-Triumph in Brasilien hatte er 2014 mit fünf Treffern als bester deutscher Schütze einen ganz erheblichen Anteil. Noch in der Qualifikation für die Endrunde in Russland traf kein anderer DFB-Spieler häufiger als Müller (fünf Treffer).

Müllert es nicht, geht es Deutschland schlecht. Ein Törchen gelang ihm im laufenden Länderspieljahr, nur acht dem gesamten Team in neun Partien. Müller personifiziert den Verfall der Leichtigkeit und der Durchschlagskraft im Offensivspiel der Nationalmannschaft.

Joachim Löw vertraut dem erfahrensten und mit 38 Toren auch erfolgreichsten Akteur in seinem Aufgebot trotzdem weiterhin. Der Bundestrainer nannte auch Müllers Namen, als er auf die erfahrene Achse um Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Mats Hummels und Toni Kroos hinwies. «Thomas Müller hat auf mich einen agilen Eindruck im Training gemacht», berichtete Löw.

Er honoriert weiter Müllers frühere Verdienste, die allerdings verblassen. Junge Herausforderer wie der Leverkusener Julian Brandt (22) müssen sich gedulden. Aber es müsste langsam mal wieder müllern, am besten schon in Amsterdam. «Es geht immer um das nächste Spiel. Es geht darum, die Kohlen aus dem Feuer zu holen.» Man werde «alles in die Waagschale werfen», versprach Müller.

Veröffentlicht am:
12. 10. 2018
17:39 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
12. 10. 2018
17:39 Uhr



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