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Alternde deutsche Tennis-Damen weiter erstklassig

Der Sieg im Abstiegsspiel in Lettland fiel den deutschen Tennis-Damen leichter als gedacht. Matchwinnerin Mona Barthel war mit schon 28 Jahren allerdings die Jüngste im alternden Team. Kapitän Jens Gerlach würde den Fed Cup gern holen und muss dafür ein Problem lösen.



Geschafft
Jens Gerlach, Mona Barthel, Anna-Lena Grönefeld, Andrea Petkovic und Julia Görges (l-r) feiern den Klassenerhalt.   Foto: Roman Koksarov/AP

Die deutschen Tennis-Damen jubelten am Ende nicht einmal überschwänglich.

Der 3:1-Sieg im Fed-Cup-Abstiegsspiel in Lettland war auch ohne Angelique Kerber souverän herausgespielt und beschert der DTB-Auswahl weiter zurecht einen Platz unter den acht Top-Ländern der Welt. Doch für die Generation um Kerber läuft die Zeit für den erhofften dritten Triumph im Nationenwettbewerb langsam ab.

Vielleicht tritt 2020 die beste Besetzung auch in der ersten Runde an, nachdem Kerber und Julia Görges in den vergangenen beiden Jahren jeweils wegen der direkt folgenden Turniere am Persischen Golf abgesagt hatten. Kerber ist jetzt wie Andrea Petkovic 31 Jahre alt, Julia Görges ist 30, Doppel-Spezialistin Anna-Lena Grönefeld wird bald 33, und gleichwertiger Ersatz unter den Jüngeren fehlt.

«Am Ende des Tages entscheidet immer noch die Spielstärke, unsere Mädels sind sehr gut und stehen zurecht in dem Team», sagte Kapitän Jens Gerlach. «Wir wünschen uns alle in Deutschland, dass auch schnellstmöglich die Jungen wieder Fuß fassen.»

Der Nachfolger der jetzigen Damentennis-Chefin Barbara Rittner, die das Geschehen in der Arena Riga in Deutschland-Teamkleidung entspannt von der Bank aus verfolgen konnte, ist mit der Bereitschaft der Spielerinnen zufrieden. Seine Erfahrung der vergangenen beiden Jahre sei: «Die spielen gern für Deutschland.» Lächelnd fügte Gerlach hinzu: «Ich hoffe, die Mädels mögen mich auch. Von daher tue ich alles, dass mir alle zur Verfügung stehen und dass wir das Ding mal in Angriff nehmen können.»

Der Fed Cup sei einer ihrer Lieblingswettkämpfe, meinte die im Vorjahr auch auf eigenen Wunsch hin pausierende Petkovic. «Ich hab' aber wieder Lunte gerochen und wollte unbedingt dabei sein», sagte die Darmstädterin, die 2014 auch das verlorene Finale in Tschechien bestritt - die größte Cup-Chance für eine deutsche Auswahl seit den Siegen während der Ära Steffi Graf 1987 und 1992. Auch Grönefeld betonte, sie habe immer Fed Cup gespielt. «Das zeigt, wie wichtig das für mich ist. Wir geben nicht auf, wir wollen das Ding gewinnen, das hat einen hohen Stellenwert für uns», unterstrich die Team-Älteste.

Die Jüngste in Riga war mit 28 Jahren die für Kerber nachnominierte Mona Barthel - sie ersetzte am Samstag dann sogar noch die müde Görges und sorgte mit dem 6:4, 6:3 gegen Jelena Ostapenko schon im dritten Einzel für den uneinholbaren 3:0-Vorsprung. Eine derartige Tiefe im Aufgebot hatten die Lettinnen nicht, das Fehlen von Spitzenspielerin Anastasija Sevastova und die anhaltende Formschwäche der früheren French-Open-Siegerin Ostapenko verhinderten den Aufstieg.

Beide treffen beim WTA-Turnier in Stuttgart in der neuen Woche kurioserweise in der ersten Runde aufeinander, wie die Auslosung am Samstag ergab. Dann will auch Kerber nach ihrer Grippe wieder fit sein. Barthel dagegen ist nur im Doppel dabei, sie hätte als 90. der Weltrangliste eigentlich am Wochenende die Qualifikation bestreiten müssen - und wurde stattdessen zur Matchwinnerin in Riga, wo sie zum ersten Mal seit der gewonnen Relegation gegen Serbien vor sechs Jahren Einzel spielte. «Ich war einfach froh, dabei zu sein», sagte Barthel. Die Woche im Fed-Cup-Team bringe immer Spaß. Die lange Umarmung von Petkovic hatte sich die Norddeutsche nach dem cool herausgespielten Sieg über Ostapenko redlich verdient.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 04. 2019
10:29 Uhr

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21. 04. 2019
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