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Ära endet: Architekt Rangnick löst Vertrag mit Red Bull auf

Acht beeindruckende Jahre sind beendet. Ralf Rangnick hat aus dem Viertligisten RB Leipzig einen Champions-League-Teilnehmer geformt. Mit der Verpflichtung von Julian Nagelsmann zog er sich immer weiter zurück. Nun folgte die Trennung.



Ralf Rangnick
Verabschiedet sich von Red Bull: Ralf Rangnick.   Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Mit einem Dank an die Mitarbeiter und Milliardär Dietrich Mateschitz beendete Ralf Rangnick seine Mission bei RB Leipzig und dem Red-Bull-Konzern. Der Architekt, Stratege und Vordenker löste seinen noch bis Sommer 2021 laufenden Vertrag mit sofortiger Wirkung auf.

«Für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, meine Tätigkeit bei Red Bull zu beenden», ließ der einstige Cheftrainer, Sportdirektor und zuletzt Head of Sport and Development Soccer über den Konzern mitteilen.

Die gescheiterten Verhandlungen mit dem AC Mailand haben wohl bei allen Beteiligten Spuren hinterlassen. Die verpasste Chance des ehrgeizigen 62-Jährigen auf den Job bei den Rossoneri war für eine Fortsetzung in den eigenen RB-Reihen plötzlich schlecht darstellbar. Immerhin hatte es schon vor dem geplatzten Deal in Mailand Gespräche über ein vorzeitiges Ende des Engagements beim Brausehersteller gegeben. Das Tischtuch war quasi schon durchschnitten, ehe die Verhandlungen mit Milan abgebrochen waren.

Vor gut einer Woche sprach Rangnick vom falschen Zeitpunkt und einem nicht vorhandenen Momentum, was angesichts der aktuellen Milan-Erfolgsserie auch richtig war. So hätte ihn auch eine normale Rückkehr in den Konzern-Job als Aufpasser für die RB-Außenstellen in Brasilien und New York nicht erfüllt. Zumal auch noch sein Traumziel Premier League realistisch ist. Die Basis dafür hat er nun mit seinem vertraglichen Rückzug geschaffen.

Zwar war der gelernte Sport-Englisch-Lehrer zuletzt omnipräsent in seiner selbst ins Leben gerufenen Bildungs-Stiftung - ohne Fußball geht es aber nicht. In fünf Jahren als Trainer etablierte er die TSG Hoffenheim in der Bundesliga. Danach kam er nach einer Zwischenstation auf Schalke 2013 zu RB und führte die Salzburger als Sportdirektor zu zwei österreichischen Meisterschaften. Anschließend übernahm er bei den Rasenballsportlern in Leipzig und führte den Club in Doppelfunktion als Trainer und Sportdirektor in die Bundesliga.

Drei Aufstiege, eine Vizemeisterschaft, das verlorene Pokalfinale 2019 gegen den FC Bayern und zwei Qualifikationen für die Champions League verbuchte Rangnick in seiner außergewöhnlichen Bilanz im RB-Imperium, ehe Julian Nagelsmann übernahm. Zudem war er der treibende Architekt der 35 Millionen teuren Trainingsakademie mit eigenem Chefkoch, Rückzugsmöglichkeiten der Profis und höchstem medizinischen Standards. «Red Bull Soccer steht heute für eine höchst erfolgreiche Organisation, die rund um den Globus sehr gut aufgestellt ist. Hierzu einen Beitrag geleistet zu haben, war mir eine große Ehre und erfüllt mich mit Stolz», beschrieb er sein Werk.

Das wusste auch Red-Bull-Gründer Mateschitz zu schätzen. «Ich danke Ralf Rangnick für seine außergewöhnliche Arbeit. Wir lassen Ralf Rangnick nur ungern ziehen, entsprechen aber seinem Wunsch nach Vertragsauflösung und danken ihm für die außergewöhnliche Arbeit, die er in den letzten acht Jahren geleistet hat», lobte Mateschitz.

Der Mäzen hat seinen Einstieg in Leipzig nie bereut. «Als ich die Idee hatte, beim SSV Markranstädt in der fünftklassigen Oberliga Nordost einzusteigen, kamen viele Zweifler an, die sagten: "Mach das nicht, das kann nicht funktionieren. Die Tradition von Lok Leipzig ist zu groß.' Aber ich hatte halt mal die Schnapsidee», sagte Mateschitz vor Jahren, ehe Rangnick eine Top-Adresse daraus machte.

«Dank Ralf Rangnick gilt Red Bull Soccer heute weltweit als Referenzpunkt und Vorbild für erfolgreiches Management im Fußball. Es ist uns beispielsweise gelungen, mit RB Leipzig auf beeindruckende Weise aus der vierten Liga in die Top acht des europäischen Clubfußballs vorzustoßen», meinte Mateschitz.

Rangnick bleibt zwar in Leipzig wohnen, hat von seiner Terrasse aus immer das Stadion im Blick. Der ruhelose Schwabe wird nun sein nächstes Projekt planen können. Bei seiner Abschieds-Pressekonferenz 2019 sagte er: «Komplett ausschließen, dass ich in meinem Leben noch mal als Trainer arbeiten werde, kann ich nicht.»

© dpa-infocom, dpa:200731-99-996535/6

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Veröffentlicht am:
31. 07. 2020
16:02 Uhr

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