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100-Millionen-Deal für Leipzig - Warten auf Werner-Transfer

Während Michael Ballack den möglichen Wechsel von Timo Werner zum FC Chelsea für eine «gute Entscheidung» hält, stellt RB-Chef Mintzlaff klar: Es liegt keine Anfrage für den Stürmer vor, die Klausel ist noch nicht gezogen. Einen 100-Mio-Deal bestätigt RB Leipzig aber.



Timo Werner
Leipzigs Stürmer Timo Werner wird mit dem FC Chelsea in Verbindung gebracht.   Foto: Hannibal Hanschke/reuters/Pool/dpa

Der 100-Millionen-Deal mit Geldgeber Red Bull und der bevorstehende Abschied von Timo Werner ließen das enttäuschende 1:1 gegen Schlusslicht SC Paderborn bei RB Leipzig fast zur Nebensache werden.

Die kommenden Tage werden für die Sachsen spannend, denn bis zum 15. Juni muss Nationalspieler Werner seine Ausstiegsklausel für den sich anbahnenden Wechsel zum FC Chelsea nutzen. «Bislang hat weder Timo Werner bei uns die Klausel gezogen noch hat irgendein Verein uns einen Transfervertrag geschickt. Bis jetzt ist nichts in trockenen Tüchern», sagte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff dazu.

Dafür bestätigte RB einen länger zurückliegenden Millionen-Deal mit Red Bull. Durch einen Schuldenerlass von 100 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2018/2019 hat der Bundesligist dank seines Geldgebers Red Bull sein Eigenkapital gestärkt. «Es ist eine Transaktion, die völlig üblich ist, insbesondere in der freien Wirtschaft, aber auch im Fußballgeschäft und auch in der Bundesliga», sagte Finanzdirektor Florian Hopp der Deutschen Presse-Agentur. Für ihn sei die länger zurückliegende Transaktion ein Glücksfall in der Corona-Krise.

Moralische Kritik an dem Geschäftsmodell mit dem Brausehersteller weist Hopp zurück. Der 40-Jährige betonte, dass es sich nicht um eine Schenkung des Geldgebers handele. «Die Frage ist klar zu verneinen. Dann würde auch Schenkungssteuer anfallen, was nicht der Fall ist. Darüber hinaus bekommt Red Bull seinen Zinsverlust in Form einer Vorzugsdividende ausgeglichen», sagte Hopp. Es sei auch nicht so, dass Leipzig jetzt zusätzliche 100 Millionen Euro auf dem Konto habe.

Dafür sollen in Kürze 50 bis 60 Millionen durch den Werner-Wechsel fließen - auch wenn niemand den Deal offiziell bestätigen wollte. Teamkollege Lukas Klostermann sagte, der Transfer sei kein Team in der Mannschaft gewesen: «Nee, haben wir noch nicht drüber gesprochen. Nur weil das alle verkünden? Ich habe es von ihm noch nicht gehört, deshalb glaube ich es auch noch nicht.» Auch Kevin Kampl betonte, dass der mögliche Wechsel für die Mannschaft keine Rolle spiele. «Man hat gesehen, er hängt sich immer rein, bis zuletzt. Ich persönlich kann ihm nur alles Gute wünschen», sagte er über seinen Teamkollegen.

Klarer äußerte sich der frühere Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack, der mit Chelsea-Trainer Frank Lampard von 2006 bis 2010 für die Blues spielte. «Ich glaube, mit Chelsea hat er sich für einen Verein entschieden, wo er eine größere Chance hat zu spielen, was sehr wichtig ist für ihn», sagte Ballack im TV-Sender Sky.

Der sichtlich angefressene RB-Coach Julian Nagelsmann nahm den dieses Mal torlosen Werner in Schutz. «Nein, es hat ihn nicht belastet. Es hat nichts mit dem Rummel um seine Person zu tun, den Rummel kennt er, seitdem er vierzehneinhalb ist», sagte der Cheftrainer. Zuvor hatte der 24 Jahre alte Nationalstürmer Werner zwei Großchancen vergeben, in der 66. Minute sogar das leere Tor verfehlt.

Das mangelnde Durchsetzungsvermögen gegen den Tabellenletzten lässt Nagelsmann, der die bislang erfolgreichste Saison des Clubs mit 67 Punkten 2016/17 toppen will, am eigenen Anspruch zweifeln. RB gelang in drei Spielen seit dem Neustart kein Heimsieg, sechs Zähler wurden leichtfertig verspielt. «Wir hätten einen Riesen-Schritt Richtung Champions League machen können, das war uns allen bewusst», haderte Kampl und betonte: «Dass dann so was passiert, ist extrem unnötig.»

Gemeint war die Gelb-Rote Karte für Dayot Upamecano wegen Ballwegschlagens (44. Minute). Die Szene ärgerte auch Nagelsmann: «Das war ein Schlüsselmoment, das darf nicht passieren», sagte er. «Ich hoffe, dass die Mannschaft das Gefüge hat, es selbst zu klären.»

Nagelsmann vermisste bei seiner Mannschaft zudem den Killerinstinkt. Zwar war die Führung durch Patrik Schick (27.) nach Vorlage von Werner schön herausgespielt, danach fehlte aber Kaltschnäuzigkeit. Nach der Pause brachen die dezimierten Leipziger ein. Christian Strohdiek schockte RB in der zweiten Minute der Nachspielzeit mit dem Ausgleich und erhielt Paderborn die theoretische Chance auf den Klassenverbleib. Dafür ist allerdings ein Erfolg im Abstiegsduell gegen Werder Bremen am kommenden Samstag Pflicht.

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 06. 2020
12:20 Uhr

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