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Spielberichte

«Unzähmbar durch Europa» - Gladbach sichert Champions League

Borussia Mönchengladbach ist nach vier Jahren wieder in der Champions League dabei. Für Sportchef Eberl ist Trainer Rose «die Schlüsselfigur des Erfolgs». Rose vermisst bei der Party, die nach dem Schlusspfiff startete, die Fans im Stadion.



Borussia Mönchengladbach - Hertha BSC
Jonas Hofmann (M) brachte Borussia Mönchengladbach mit seinem Tor auf Kurs Richtung Champions League.   Foto: Marius Becker/dpa

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff begann die Champions-League-Sause für Borussia Mönchengladbach mit Party-T-Shirts, Bierduschen und einem Hupkonzert vor dem Stadion.

«Unzähmbar durch Europa» stand auf den schwarzen Jerseys, die die Borussen nach dem dritten Einzug in die europäische Königsklasse nach 2015 und 2016 überstreiften. Nach dem ungefährdeten 2:1 (1:0) am Samstag gegen Hertha BSC, der dem Team von Trainer Marco Rose Platz vier vor Bayer Leverkusen sicherte, stießen auch die verletzten Spieler wie Marcus Thuram auf Krücken und Denis Zakaria mit Bier an.

«Champions League und Punkt», befand Jonas Hofmann, der die frühe Führung (7. Minute) erzielt und das vorentscheidende 2:0 durch Breel Embolo (78.) vorbereitet hatte. «Da fällt schon viel von einem ab. Für uns ist das natürlich eine Riesen-Sache. Heute Abend können wir schon Gas geben.» In dem Moment fand vor dem Borussia-Park bereits ein lautes Hup-Konzert einiger Fans statt, die angesichts der Corona-Krise nicht mit im Stadion feiern durften.

«Der wichtigste Faktor, der fehlt, sind unsere Fans. Und das haben wir direkt nach dem Spiel wahrgenommen», meinte Trainer Rose später. «Ich hoffe, dass unsere Fans, und wir haben sehr, sehr viele an ganz vielen Orten dieser Welt, heute richtig abgehen.»

Für die Borussia, die sich zum sechsten Mal in den vergangenen neun Jahren für den Europapokal qualifizierten, ist die Champions-League-Teilnahme gerade in Corona-Zeiten ein Meilenstein. Im Vergleich zur deutlich weniger lukrativen Europa League, in die Leverkusen nach dem 1:0 gegen Mainz nun muss, bringt allein der Start in der Königsklasse rund 20 Millionen Euro mehr. Dafür hätte gegen die Hertha auch ein Punkt gereicht. «Die Ausgangslage wollten wir veredeln. Das haben wir geschafft», meinte Sportchef Max Eberl.

«Leverkusen hat keine so gute Hinserie und eine herausragende Rückserie gespielt. Wir waren über die gesamte Spielzeit konstant gut und stehen deshalb meiner Meinung nach auch verdient auf dem vierten Platz», befand Eberl weiter.

Durch die Champions-League-Millionen ist das corona-bedingte Minus, das rund 13 Millionen Euro betragen soll, mehr als ausgeglichen. Der Verein erhält zudem die Möglichkeit, seine besten Spieler zu halten und den Kader im Sinne von Trainer Rose weiter zu verbessern. «Das ist auf jeden Fall eine geile Sache», sagte Weltmeister Christoph Kramer. «Wer 65 Punkte holte, hat die Champions League auf jeden Fall verdient.» Erstmals seit Einführung der Drei-Punkte-Regel holte die Borussia in beiden Halbserien jeweils mindestens 30 Zähler.

Mehr Punkte insgesamt holten die Gladbacher zuletzt bei der ersten Champions-League-Qualifikation vor fünf Jahren unter Trainer Lucien Favre (66). Rose ist mit einer Siegquote von 59 Prozent gleich in seinem ersten Jahr in Gladbach aber der Borussen-Coach mit dem höchsten Sieganteil. «Er ist die Schlüsselfigur des Erfolgs», lobt Eberl, der den 43-Jährigen vor der Saison von Red Bull Salzburg verpflichtet hat und sich dafür von Dieter Hecking getrennt hatte.

Der Plan ging auf: Rose holte zehn Punkte mehr als Hecking im Vorjahr. 20 Siege in einer Saison feierten die Gladbacher zuletzt vor 36 Jahren unter Trainer Jupp Heynckes.

Trotz der Niederlage zum Abschluss endete auch die Berliner Saison versöhnlich. Als vierter Trainer in einer chaotischen Spielzeit führte Labbadia den Hauptstadt-Club am Ende auf Rang zehn. «Man muss das einfach anerkennen, dass wir heute nochmal auf eine sehr, sehr starke Borussia getroffen sind», meinte Labbadia.

Einen besonderen Abschied feierte der Ex-Berliner Raffael nach sieben Jahren von der Borussia. Der 35 Jahre alte Offensivkünstler wurde kurz vor dem Ende des Spiels bei seinem 201. Einsatz für Gladbach noch einmal eingewechselt und hätte beinahe sogar noch getroffen. «Ich glaube, dann wären 50 Mann aufs Feld gelaufen», sagte Rose. «Wir alle haben riesigen Respekt vor dem Sportler. Er hat Unglaubliches für diesen Club geleistet und ist bei uns immer willkommen.»

© dpa-infocom, dpa:200627-99-587468/3

Veröffentlicht am:
27. 06. 2020
19:17 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
27. 06. 2020
19:17 Uhr



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