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Klinsmann-Comeback misslingt - Luft für Favre

Der Klinsmann-Effekt im ersten Spiel bleibt aus. Hertha rutscht auf Platz 16 ab. Der neue Hertha-Coach sieht dennoch hoffnungsvolle Signale. Für seinen BVB-Kollegen Favre hat sich die Situation erst einmal entspannt. Hummels fliegt zeitig vom Platz.



Hertha BSC - Borussia Dortmund
Dortmunds Raphael Guerreiro (r) im Zweikampf mit Herthas Marius Wolf.   Foto: Gregor Fischer/dpa

Die Premiere ging daneben. Doch für Jürgen Klinsmann war sein erstes Spiel als Chefcoach von Hertha BSC von einer Katastrophe weit entfernt.

«Ich bin generell zufrieden mit der Umsetzung der Punkte, die wir uns vorgenommen haben», sagte der prominente Neuzugang des Berliner Fußball-Bundesligisten nach dem 1:2 (1:2) seines Teams gegen Borussia Dortmund. Allerdings weiß Klinsmann auch sofort, welch heikle Mission er in der deutschen Hauptstadt angenommen hat: «Auf uns kommen sehr arbeitsreiche Wochen zu. Wir wollen bis Weihnachten noch so viele Punkte wie möglich holen. Es geht nur ein Schritt nach dem anderen.» Hertha steht mit weiter nur elf Punkten nun sogar auf dem Abstiegs-Relegationsplatz.

Klinsmanns BVB-Kollege Lucien Favre hat sich mit dem Erfolg an seiner ehemaligen Wirkungsstätte - der Schweizer war von 2007 bis 2009 Hertha-Trainer - erst einmal Luft verschafft. Im Trainer-Duell, das für viel Aufmerksamkeit sorgte, behauptete sein Team trotz einer Gelb-Roten Karte für Mats Hummels und der kompletten zweiten Halbzeit in Unterzahl die wertvolle Führung. «Wir haben intelligent gekämpft und verteidigt», meinte Favre. Der BVB hat mit dem zweiten Auswärtssieg der Saison mit 23 Punkten den Anschluss an die Spitzengruppe gehalten.

Die BVB-Tore vor 74.667 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion schossen Jadon Sancho (15. Minute) und Thorgan Hazard (17.). Für Hertha traf Vladimir Darida (34.). «Für mich war die wichtigste Erkenntnis, wie die Mannschaft sich als Mannschaft präsentiert hat», erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Sichtlich mit Freude wehrte er die abschließende Frage nach dem Ende der Trainerdiskussion um Favre mit einem Armwischer ab: «Das ist jetzt weg», sagte Zorc lachend. Dass eine Mannschaft Zehn gegen Elf so besteht, das passiere eher selten, meinte der 62 Jahre alte Schweizer Favre.

Die Hertha-Spieler erregten sich vor allem über die Aberkennung des späteren Ausgleichs durch Davie Selke wegen einer knappen Abseitsposition. Den Treffer hatte Schiedsrichter Sven Jablonski nach Intervention des Videoassistenten zurückgenommen. «Ich habe mir die Szene nochmal angeschaut: Es ist eine Katastrophe. So viele Szenen sind in diesem Jahr durchgelaufen, die nicht überprüft worden sind. Das bringt uns um unseren verdienten Lohn», wetterte Selke.

Schon nach 17 Minuten war der erhoffte Klinsmann-Effekt bei den Gastgebern erst einmal verpufft. Die Gäste, zuletzt auch mit sportlichen Problemen, bestraften die Verunsicherung der Hertha über ihre schnellen Offensivspieler zweimal eiskalt. Erst spielte Julian Brandt mit einem schönen Pass Sancho frei. Dann nutzte Achraf Hakimi den freien Raum, seine Eingabe drückte Hazard über die Linie.

Die Hertha-Fans reagierten verärgert: «Wir woll'n euch kämpfen seh'n.» Mit Ante-Covic-Rufen und einem Banner «10 Jahre - 12 Trainer - Ein Verantwortlicher» in Richtung Manager Michael Preetz hatten sie schon zuvor deutlich gemacht, dass sie die jüngsten Entwicklungen mit Finanzinvestor Lars Windhorst und dem Trainerwechsel skeptisch sehen.

Erst langsam legten die Berliner - Klinsmann hatte die Startelf gegenüber dem 0:4 zuvor in Augsburg nur auf drei Positionen verändert - ihre Hemmungen ab. Nach 31 Minuten zwang Dodi Lukebakio BVB-Torwart Roman Bürki zur ersten Parade. Dann schloss Lukebakio ein Solo mit einem Schuss ab, den Darida in das Dortmunder Gehäuse lenkte.

Plötzlich zitterte Borussia kurz. Nach zuvor nur neun Siegen in 19 Saison-Pflichtspielen waren das Team um Marco Reus und auch Trainer Favre arg in die Kritik geraten. Hummels, nach einem Halten gegen Selke schon frühzeitig gelbbelastet, stoppte den Hertha-Stürmer regelwidrig und flog mit der Ampelkarte vom Platz.

In Überzahl fehlten Hertha Genauigkeit, letzte Konsequenz und das Glück. So blieb es dabei: Wie bei seinem letzten Trainerauftritt im Olympiastadion im Februar 2009 (1:2 mit dem FC Bayern) verlor Klinsmann wieder das Duell mit Favre, der damals Hertha trainiert hatte.

Veröffentlicht am:
30. 11. 2019
19:35 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
30. 11. 2019
19:35 Uhr



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