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Regionalsport

Zu viel und zu wenig Berg

Von wegen, eine deutsche Berglaufmeisterschaft im Mittelgebirge geht nicht. Am Ende sind alle 224 Läuferinnen und Läufer froh, die 13,2 Kilometer mit 785 Höhenmetern im Gelände des Pleßbergs hinter sich gebracht zu haben.



Das ist der Gipfel: Ein Läufer kann das Ziel, den Turm auf dem Pleßberg, schon sehen.	Fotos: Heiko Matz
Das ist der Gipfel: Ein Läufer kann das Ziel, den Turm auf dem Pleßberg, schon sehen. Fotos: Heiko Matz   » zu den Bildern

Breitungen - "Am letzten steilen Anstieg gingen mir die Körner ein wenig aus. Ich wollte aber unbedingt den dritten Platz sichern", erklärte Marcel Bräutigam überglücklich nach seinem Zieleinlauf auf dem 644 Meter hoch gelegenen Pleß-Plateau. Mit der Top-Platzierung hatte der 32-Jährige Klasseläufer aus Großbreitenbach nicht unbedingt gerechnet. Hatte er doch vor Wochenfrist schon in Kassel einen Marathon in 2:21 Stunden absolviert. Auch lag seine erfolgreiche Teilnahme an der Weltmeisterschaft über 50 Kilometer erst 14 Tage zurück.

"Ich kann sehr schnell regenerieren. Das kam mir heute zugute. Denn an der Spitze wurde sofort Tempo gemacht. Dabei habe ich mich etwas zurückgehalten. Als es nach etwa vier Kilometern extrem steil bergab ging, sind zwei Läufer unglaublich schnell gewesen, mir war aber die Sturzgefahr zu hoch. Den einen habe ich am steilsten Stück noch einmal gesehen, der andere war weg", kommentierte der Erfurter Polizeiobermeister sein Berglauf-Abenteuer, das der Athlet vom Rennsteiglaufverein nach einer Laufzeit von 55:42 Minuten auf dem Bronzerang abschloss.

Dass sich Marcel Bräutigam dem Sieger Simon Boch (53:53 min) und dessen Regensburger Vereinskameraden Konstantin Wedel (54:46 min) auf Platz zwei beugen musste, war für Kenner der deutschen Berglaufszene keine Überraschung. Für Berglauf-Bundestrainer Kurt König aus Mittenwald gehörten beide vor dem Rennen zu den Titelanwärtern, obwohl beide gelernte Bahnläufer sind.

Acht unter einer Stunde

Vor allem Simon Boch spielte seine enorme Grundschnelligkeit aus, auf den Flachpassagen ebenso wie bergab oder in den beiden Steilstücken. Das drahtige Leichtgewicht war der einzige Läufer, der an der Hirschwand, dem mit 36 Prozent Anstieg steilsten Streckenabschnitt, nicht gegangen ist. "Für mich war der Lauf auf der abwechslungsreichen Strecke eher ein Sprint, für die Berglaufspezialisten war auf der Strecke zu wenig Berg. Das kam mir entgegen", erklärte der 25-jährige Läufer mit einer 10 000-Meter-Bestzeit von 28:43 Minuten.

Unter den acht Läufern, welche die Ein-Stunden-Grenze knackten, war auch der zweite Thüringer Top-Läufer Marcel Krieghoff. "Nein, ich bin nicht unzufrieden mit dem sechsten Platz. Meine Laufzeit von 57:46 Minuten entspricht meinem derzeitigen Leistungsvermögen. Ganz vorn war das Tempo zu hoch, da hatte ich heute keine Chance", sagt der 35-Jährige vom sc impuls erfurt, der zum deutschen Berglauf-Auswahlteam gehört.

Dem gehört Kerstin Bertsch vom SSC Hanau-Rodenbach nicht mehr an. Das Berglaufen hat die ehemalige Vize-Junioren-Europameisterin jedoch nicht verlernt. Mit ihrer Laufzeit von 1:06:21 Stunden gewann die 30-jährige Mutter von drei Kleinkindern den Titel mit 46 Sekunden Vorsprung vor der Auswahl-Skilangläuferin Julia Belger vom OSC Löbau und Jule Behrens aus Darmstadt (1:09:43 h). "Das ist eine sehr schöne Strecke mit netten Trail-Stücken. Am Ende war ich aber kaputt", sagt die frisch gebackene Meisterin, die sich die Kraft bei Trainingsläufen mit Baby-Jogger holt - 100 Kilometer jede Woche.

Okay von Schlickenrieder

Julia Belger hat den Abstecher nach Breitungen von Oberhof aus gemacht: "Wir haben in den letzten Tagen Tests auf dem Laufband absolviert. Vor zwei Jahren war ich bei der deutschen Berglaufmeisterschaft am Arber Dritte geworden. Bundestrainer Peter Schlickenrieder hat mir die Teilnahme hier genehmigt und ist sogar mitgekommen. Über den zweiten Platz freue ich mich sehr", verriet die 24-Jährige aus der Oberlausitz.

Ein Aha entlockte Berglauf-Bundestrainer Kurt König der Auftritt von Roman Freitag aus Etterwinden im Wartburgkreis. Der 18-Jährige nahm sein Herz in die Hände, rannte, was das Zeug hielt, und holte sich nach 1:02:23 Stunden mit Platz 18 in der Gesamtwertung unter 150 Startern hinter dem gleichaltrigem Auswahl-Läufer Dominik Müller (SSC Hanau-Rodenbach) den Junioren-Vizemeister-Titel. Stark auch der Lauf des Barchfelder Triathleten Dominik Koch. Mit der Zeit von 1:06:30 Stunden sicherte sich der Eisenacher die Bronzemedaille in der Klasse M45.

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Gert Hellmann
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Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
09:24 Uhr

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Gert Hellmann

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23. 09. 2019
09:24 Uhr



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