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Thüringer Trainer-Legende Hans Meyer im Interview

Trainer Hans Meyer (76) pendelt derzeit oft per Bahn zwischen seinem Wohnort Nürnberg und der Stadt am Niederrhein. Trotzdem findet das Präsidiumsmitglied im Vorstand von Borussia Mönchengladbach Zeit für ein Gespräch mit unserer Zeitung. Er erzählt, was ihn positiv stimmt und sein Herz hüpfen lässt.



Grün-weißer Schlips, beobachtender Blick: Hans Meyer auf der Tribüne im Borussia-Park. Foto: Revierfoto/Imago
Grün-weißer Schlips, beobachtender Blick: Hans Meyer auf der Tribüne im Borussia-Park. Foto: Revierfoto/Imago   Foto: Revierfoto/Imago

Nürnberg/Mönchengladbach - Am Sonntag in Mönchengladbach beim Spiel gegen Freiburg, am Mittwoch in Mönchengladbach zur Weihnachtsfeier, am kommenden Samstag in Mönchengladbach zum Spitzenspiel gegen den FC Bayern: Die Thüringer Trainer-Legende Hans Meyer (76) pendelt derzeit oft per Bahn zwischen seinem Wohnort Nürnberg und der Stadt am Niederrhein. Als Präsidiumsmitglied im Vorstand von Borussia Mönchengladbach und als Fußballfachmann hat er genaueren Einblick hinter die Kulissen des traditionsreichen Vereins, der seit Wochen die Bundesligatabelle anführt. Vor dem Topspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen die Bayern nahm sich Hans Meyer Zeit für ein Gespräch mit unserer Zeitung.

 

 
Der Nächste, bitte

Borussia Mönchengladbach setzt seine Serie wichtiger Vertragsverlängerungen fort. Der Tabellenführer schloss mit seinem 2014er-Weltmeister Christoph Kramer

einen neuen Vertrag bis 2023. Der Mittelfeldspieler war 2016 von Bayer Leverkusen zurück zur Borussia gewechselt. Zuvor hatte Mönchengladbach die Verträge mit Florian Neuhaus (2024), Laszlo Benes (2024) und Yann Sommer (2023) verlängert.

 

 

Herr Meyer, hüpft bei Ihnen aktuell das grün-weiße Borussia-Herz vor Freude deutlich höher?

Seit neun Jahren, seit ich im Präsidium von Borussia Mönchengladbach bin, gab es noch keinen Tag, an dem es keinen Spaß gemacht hat. Die Borussia stand vor 20 Jahren kurz vor der Versenkung, hatte einen Schuldenberg von 50 Millionen Euro und die Mannschaft war kaum erstliga-reif. Seit 2012, mit Lucien Favre als Trainer, ging es sportlich richtig vorwärts. Seitdem haben wir uns fünf Mal für den internationalen Wettbewerb qualifiziert. Ja, der aktuelle Höhenflug ist sensationell, für mich aber eine Momentaufnahme. Wir stehen dort, wo wir, verglichen mit den Voraussetzungen, eigentlich (noch) nicht hingehören.

Warum machen Sie so auf Unterstatement? Immerhin ist die Borussia seit zwei Monaten Tabellenführer und liefert begeisternde Spiele.

Ich bin da allerdings sehr vorsichtig, immerhin habe ich den Fußball jahrelang als Verantwortlicher hautnah erlebt. Wir können gerne im Sommer noch einmal darüber reden. Wenn wir am Saisonende international spielen, wäre das herausragend. Natürlich bietet die Mannschaft hervorragende Resultate an, aber vor allem eine Entwicklung, die mich sehr positiv stimmt.

Richtig. Unter dem neuen Trainer Marco Rose spielt eine verschworene Mannschaft guten und auch erfolgreichen Fußball.

Mitunter ist es gar nicht so einfach, einen aktuellen Lauf zu erklären. Erfolgserlebnisse im Sport produzieren Selbstvertrauen, Spaß und Freude. Das ist ein Selbstlauf. Aber die Spirale kann sich genauso schnell nach unten drehen. Ein Beispiel: Jürgen Klopp stand in seinem letzten Jahr in Dortmund nach zwei Meisterschaften und dem Champions-League-Finale an Weihnachten plötzlich auf dem letzten Platz. Die Gemengelage hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem natürlich auch mit der aktuellen Ausgeglichenheit in der Fußball-Bundesliga.

Wer oder was macht Ihnen bei Ihrer Borussia derzeit am meisten Spaß? Die Offensive mit Thuram und Plea? Oder das starke Mittelfeld mit Zakaria und Neuhaus?

Wie die Mannschaft auf dem Platz bestimmte Dinge aktiver angeht nach Ballverlust. Mitunter ist es mir sogar zum Teil zu aktiv, in manchen Momenten dadurch nicht rationell genug. Bei dem, was bisher unterm Strich rausgekommen ist, kann man das als Entwicklungsproblem sehen und eigentlich total negieren. Man sieht auf dem Platz, dass es in der Mannschaft zur Zeit in vielen Bereichen stimmt.

Was ist Marco Rose für ein Mensch? Er kommt einfach und authentisch daher.

Ja, er ist sehr bodenständig, ein Fußballfachmann, der die Leute mitnimmt und offensichtlich für eine gemeinsame Aufgabe begeistern kann.

Hat Sie Max Eberl vor der Verpflichtung von Rose um Rat gebeten?

Ich war involviert, mehr nicht. Dass ihm die Verpflichtung trotz anderer Angebote von namhaften Bundesligisten gelungen ist, er bewusst ein großes Risiko mit der Trennung von Dieter Hecking auf sich genommen hat, ist nur die Bestätigung, dass er ein überdurchschnittlich guter Manager ist. Die Borussia ist schon sehr froh, ihn in dieser wichtigen Position zu haben.

Im Vorjahr gab es in der Rückrunde nach ähnlich guter Hinserie einen Einbruch in Mönchengladbach. Was stimmt Sie optimistisch, dass das nicht wieder passiert?

Ich habe das Gefühl, dass in der Mannschaft gerade etwas Neues passiert. Ich bin mir aber noch nicht sicher, wie stabil das Ganze schon ist. Sicher ist nur: Wenn wir gegen den FC Bayern mit 0:10 verlieren, stehen wir in der Tabelle noch immer vor München.

Warum hat der FC Bayern an Konstanz eingebüßt?

Hat er das? Sie haben seit zwei Jahren, seit dem Ende der Guardiola-Ära, trotz eines fantastischen Jupp Heynckes, trotz eines engagierten Niko Kovac, offenbar ein paar Mannschafts-Entwicklungsprobleme. Sie befinden sich in einem Neuaufbauprozess, was ganz sicher auch mit dem Ausscheiden von Leistungsträgern wie Robben, Ribery und anderen zu tun hat. Doch die Bayern haben immer noch die besten Spieler in Deutschland und werden unter logischem Gesichtspunkt Deutscher Meister.

Ist die Borussia schon meister-tauglich?

Auch wenn es im Fußball manchmal unlogisch und verrückt zugeht, Wunder sind auch in unserem Metier zwar erwünscht, aber selten.

Wer gewinnt das Spitzenspiel am Samstag?

Ich tippe prinzipiell nicht. Unsere große Anhängerschaft, ja ganz Fußball-Deutschland, freut sich auf dieses Spiel. Und mit Recht. Fünf Tage später haben wir im Borussia-Park mit dem letzten Gruppenspiel in der Europa League gegen Istanbul das nächste Highlight. Was will man mehr. Interview: Thomas Sprafke

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
00:00 Uhr

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05. 12. 2019
00:00 Uhr



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