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Schneeverwehungen

Die Schneelotterie am Königssee spuckt die Doppelsitzer Eggert/Benecken als Sieger aus. Der Suhler Sebastian Bley holt sein erstes Weltcup-Podium, Julia Taubitz kann ihren zweiten Sieg kaum fassen.



Ungläubige Gesichter allenthalben: Die Teamstaffel mit dem Doppel Sascha Benecken und Toni Eggert, Sebastian Bley und Julia Taubitz (von links).
Ungläubige Gesichter allenthalben: Die Teamstaffel mit dem Doppel Sascha Benecken und Toni Eggert, Sebastian Bley und Julia Taubitz (von links).   » zu den Bildern

Königssee - Vom Winde verweht beziehungsweise vom Schneefall gebremst: So könnte man wohl am besten dieses Weltcup-Wochenende der Rennrodler am Königssee zusammenfassen. "Es ist trotzdem so, dass ich heute ein bisschen Glück hatte", sagte Julia Taubitz, die seit dieser Saison bei Jan Eichhorn in Oberhof trainiert. "Aus eigener Kraft hätte ich es nicht geschafft, hier heute zu gewinnen, so ehrlich muss man sein."

Mit dem Sieg von Taubitz riss zugleich eine Serie. Olympiasiegerin Natalie Geisenberger verpasste erstmals seit sieben Jahren einen Sieg auf ihrer Heimbahn. Dafür gratulierte sie zum zweiten Mal in dieser Saison der 22-jährigen Taubitz zu einem Weltcup-Erfolg. Bei teils starkem Schneefall kam Geisenberger nicht über Rang acht hinaus. "Wir betreiben nunmal eine Outdoor-Sportart, da kann es auch mal passieren, dass es schneit", so Geisenberger. "Aber heute hätte man auch würfeln können."

Taubitz hatte bei den Kehrpausen mehr Glück. "Gleich vor mir wurde gekehrt. Das ist ein überraschender, aber sehr schöner Sieg", sagte die Oberwiesenthalerin, die bis auf 17 Punkte in der Gesamtwertung an die führende Geisenberger heranrückte. Weniger Glück hatten die Ilmenauerin Dajana Eitberger, die 14. wurde, und die amtierende Weltmeisterin Tatjana Hüfner, die sogar nur Rang 15 belegte. "Mit Julia Taubitz hatten wir zwar das Glück auf unserer Seite, aber die anderen Mädchen hat es halt versenkt", kommentierte Bundestrainer Norbert Loch das kuriose Rennen: "Sie sind ja auch alle nicht schlecht gefahren."

Kurios, kurioser, am ...

Noch kurioser verlief das Männer-Rennen, das sogar nach nur einem Lauf abgebrochen werden musste. Zu stark war der erneute Schneefall am Sonntag. Nach dem ersten Lauf, der als Endresultat herhalten musste, lag der Österreicher Reinhard Egger in Führung, der vor dem Italiener Dominik Fischnaller und dem Suhler Sebastian Bley seinen ersten Weltcupsieg feiern konnte. "Es ist ziemlich schade, dass der zweite Lauf nicht mehr gefahren wurde, aber wir können es nicht ändern, das Wetter ist halt so", lautete der gewohnt kurze Kommentar von Sebastian Bley. Sieger Egger sah es hingegen ein wenig anders: "Dass nach dem ersten Lauf abgebrochen wurde, ist natürlich Glück für mich und Pech für andere", meinte der Österreicher.

Für den Olympia-Dritten im Einzel, den Oberhofer Johannes Ludwig, reichte es in der Schneelotterie nur zu Rang 20. Der 32-Jährige, mit seinem Erfolg zum Auftakt in Innsbruck einziger deutscher Sieger dieses Winters, bleibt Führender der Weltcup-Gesamtwertung. "Das sind heute Extrembedingungen gewesen, die muss man nicht überbewerten. Einzige Erkenntnis heute für mich, dass ich auf nassem Schnee nicht schnell rodeln kann", sagte Team-Olympiasieger Ludwig. Dem dreimaligen olympischen Champion Felix Loch blieb nur der zehnte Platz.

So gab es dann in der abschließenden Team-Staffel eine Premiere; eine reine Oberhofer, wenn man so will. Denn mit dem siegreichen Doppel Toni Eggert/Sascha Benecken, Julia Taubitz und Sebastian Bley trainieren die deutschen Staffelfahrer vom Königssee allesamt am Rennsteig. "Das Teamstaffelrennen war wahrscheinlich das fairste an diesem Wochenende", schätzte Eggert ein. "Für uns ist das heute so etwas wie ein historischer Moment, wenn man die letzten Jahre betrachtet", hatte er am Samstag den Sieg mit Sascha Benecken kommentiert. Das Extra-Training, das beide zuvor eingelegt hatten, war voll aufgegangen. Eggert/Benecken bauten nicht nur ihre Weltcup-Gesamtführung aus, sondern brachten dem Bayern-Duo Tobias Wendl/Tobias Arlt, das seit 2010 jedes Weltcup-Rennen auf der Heimbahn gewonnen hatte, dort mal wieder eine Niederlage bei.

Den Ausgang des Rennens bei den Frauen bekam die Russin Viktoria Demtschenko vor Ort nicht mehr mit. Sie war längst zur Beobachtung im Krankenhaus in Bad Reichenhall. Die Tochter des früheren Weltklasse-Rennrodlers Albert Demtschenko wurde im ersten Lauf in einem der schnellsten Bahnabschnitte von ihrem Schlitten geschleudert und war mit dem Kopf auf dem Eis aufgeschlagen. Ein russischer Teamarzt bestätigte am Sonntag, dass es keine ernsthaften Verletzungen bei ihr gebe. dpa/clf

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Veröffentlicht am:
07. 01. 2019
08:21 Uhr

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07. 01. 2019
08:21 Uhr



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