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Nun auch bayerischer Arzt unter Doping-Verdacht

In der "Operation Aderlass" ist nach dem Erfurter Mark Schmidt ein weiterer deutscher Sportarzt ins Visier der Staatsanwälte geraten. Der Bayer wehrt sich gegen die Vorwürfe.



Innsbruck/Erfurt - Im Zuge der internationalen Doping-Ermittlungen um die "Operation Aderlass" hat es eine Hausdurchsuchung bei einem weiteren deutschen Arzt gegeben. Wie die Staatsanwaltschaft Innsbruck am Wochenende mitteilte, durchsuchten Strafverfolger das Haus des Mediziners Ulrich Haegele in der Nähe der oberbayerischen Stadt Rosenheim und vernahmen ihn. Doping-Substanzen seien bei der Durchsuchung nicht gefunden worden. Der als Beschuldigter geltende Haegele bestritt die Vorwürfe und befindet sich auf freiem Fuß.

Während der Nordischen Ski-WM in Innsbruck und Seefeld Ende Februar hatten österreichische und deutsche Behörden Razzien durchgeführt, unter anderem auch bei dem Thüringer Sportarzt Mark Schmidt in Erfurt. Er gilt als mutmaßlicher Drahtzieher eines internationalen Netzwerkes und sitzt in München in Untersuchungshaft. Bisher sind in dem Blutdoping-Skandal Namen von 21 Sportlern aus acht Ländern und fünf Sportarten bekannt. Betroffen sind auch Langlauf und Biathlon.

Ausgangspunkt für die jüngste Hausdurchsuchung waren nach Angaben der Innsbrucker Staatsanwaltschaft die belastenden Aussagen eines beschuldigten österreichischen Sportlers und eines Trainers. Es handelt sich um zwei bekannte Akteure des aktuellen Dopingskandals: Johannes Dürr, Ex-Langläufer und Kronzeuge der Ermittlungen, sowie Gerald Heigl, ehemaliger Cheftrainer im ÖSV. Beide sagten aus, Haegele habe ihnen Epo verkauft.

Haegele sagte gegenüber Journalisten, er habe nichts zu verbergen: "Ich habe in meinem ganzen Leben nie Epo-Präparate bestellt, gekauft oder verkauft." Genau darum drehen sich jedoch die Ermittlungen der österreichischen Behörden in Zusammenarbeit mit der Münchner Schwerpunktstaatsanwaltschaft. Haegele ist Beschuldigter bei der "Operation Aderlass", er soll Langläufer im Österreichischen Skiverband (ÖSV) mit Dopingmitteln versorgt haben. Darum klopften die Beamten an Haegeles 79. Geburtstag an die Tür.

Haegele geht davon aus, dass ihm das Schicksal seines Kollegen Schmidt erspart bleibt. "Meiner Ansicht nach kommt da gar nichts", sagte er zwei Tage nach der Razzia. Die "große Kavallerie", wie er das Dutzend Ermittler in seinem Haus nannte, habe ja nichts gefunden, selbst nicht zwischen den Unterhosen seiner Frau. Die Beamten beschlagnahmten Handys und Computer, sie hoffen auf weitere Beweise.

Die zieht zumindest Haegele in Zweifel. Vor allem Dürr beschuldige "ja jeden. Das ist mal ‚ein Kroate, mal ein Serbe, mal Mark Schmidt, mal der, mal der. Der profiliert sich da", sagte Haegele der ARD. Daher sei es naheliegend, "dass er mich beschuldigt. Ich war der gesamtverantwortliche Teamarzt im Skiverband für den Ausdauerbereich." Auch für Heigls Aussage fand der Beschuldigte eine Erklärung. Er nehme an, "dass er mich nahm, weil ich einen deutschen Pass habe", sagte Haegele. Heigl habe ja von Mark Schmidt gewusst, "wenn er dann einen weiteren Deutschen angibt, klingt es zumindest glaubwürdig".

Die Staatsanwaltschaft verteidigte ihr Vorgehen. "Für uns ist es eine verdichtete Beweislage, sonst hätten wir kein so massives Mittel wie die Durchsuchung gewählt", sagte Staatsanwalt Thomas Willam. dpa/er

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05. 08. 2019
11:37 Uhr

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05. 08. 2019
11:37 Uhr



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