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Regionalsport

Göttin und Königin

Nach Entscheidungen in zwölf Wettbewerben ist die Biathlon-WM in Antholz Geschichte. Wir blicken auf die Tops und Flops der Wettkämpfe in Südtirol zurück.



Mit einer Energieleistung zum fünften WM-Gold: Marte Olsbu Röeiseland liegt völlig erschöpft kurz hinter der Ziellinie, nachdem sie im Massenstart am Sonntag die klar Führende Dorothea Wierer auf der Schlussrunde noch überholt.	Fotos: Hendrick Schmidt/dpa (6), Kevin Voigt
Mit einer Energieleistung zum fünften WM-Gold: Marte Olsbu Röeiseland liegt völlig erschöpft kurz hinter der Ziellinie, nachdem sie im Massenstart am Sonntag die klar Führende Dorothea Wierer auf der Schlussrunde noch überholt. Fotos: Hendrick Schmidt/dpa (6), Kevin Voigt   » zu den Bildern

GEWINNER

Dorothea Wierer: "Oro", das italienische Wort für Gold, steckt schon in ihrem Namen - und Dorothea Wierer machte ihm alle Ehre. In Niederrasen im Antholzer Tal aufgewachsen, war Wierer als Gesicht der WM auserkoren. Und der Liebling der Südtiroler hielt den Erwartungen stand, Wierer holte Gold in Verfolgung und Einzel sowie zweimal Silber (Mixed-Staffel und Massenstart) und verhalf der Nischensportart Biathlon in Italien zu ungeahnter Aufmerksamkeit. Die Zeitung Tuttosport machte Wierer gar zur "Doro-Dea" - Göttin Doro.

 

Marte Olsbu Röeiseland: Von der Göttin der WM zur Königin: Marte Olsbu Röiseland. Beinahe hätte Laura Dahlmeier noch um ihren Rekord vom Wintermärchen 2017 (fünfmal Gold, einmal Silber) als erfolgreichste Biathletin bei einer einzelnen WM-Ausgabe zittern müssen - Röiseland kam ihr mit fünf Siegen und zweimal Bronze jedenfalls ganz schön nahe. Siebenmal ging die Norwegerin an den Start, siebenmal hüpfte sie aufs Podest - das gab‘s noch nie.

 

Martin Fourcade: Frankreichs Star ist wieder da. Nachdem der siebenmalige Weltcup-Gesamtsieger in der Vorsaion gegen den Norweger Johannes Thingnes Bö keine Chance hatte und eine schwere Zeit durchlebte, steht er nun wieder ganz oben. Fourcade konzentriert sich wieder mehr auf Biathlon, zudem ließen ihn die negativen Erfahrungen demütiger werden - er zeigt sich mehr denn je als Teamplayer. Die WM beendet der Mann im Gelben Trikot mit zwei Mal Gold und einmal Bronze. Erstaunlich: Mit der Staffel wurde er erstmals Weltmeister. Auch wenn sein Rivale Bö drei Mal Gold und drei Mal Silber holte, bei Fourcade waren die Titel nicht unbedingt erwartet worden. Auch Fourcades Landsmänner Emilien Jacquelin und Quentin Fillon Maillet räumten kräftig Medaillen ab.

Erik Lesser: Der Thüringer schafft nach einer schwierigen Saison die WM-Norm nicht - und wird dennoch nominiert. Nachdem der 31-Jährige in der Single-Mixed zusammen mit Franziska Preuß Silber holt und überzeugend auftritt, stellt ihn Bundestrainer Mark Kirchner auch für die Staffel auf. Lesser liefert wieder ab und freut sich am Ende über Bronze. Nach einer eigentlich verkorksten Saison fährt er mit zwei WM-Medaillen nach Hause.

Deutsche Frauen: Vor der WM waren Denise Herrmann als einziger deutscher Biathletin ernsthafte Chancen auf Edelmetall eingeräumt worden. Tatsächlich waren dann schon vor der erfolgreichen Staffel sowohl Herrmann als auch Franziska Preuß und Vanessa Hinz mit Silber behangen. Die geschlossene Mannschaftsleistung beeindruckte, Platz zwei in der Staffel war nur ein weiterer verdienter Lohn.

 

Antholz: Nahezu durchgehend strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und ein wahres Postkartenpanorama mit verschneiten Berggipfeln ringsum: Antholz hat seinem Ruf als Biathlon-Paradies alle Ehre gemacht. Dazu machten die Gastfreundschaft der Einheimischen, die elektrisierende Stimmung an der Strecke und die Top-Organisation die 3000-Seelen-Gemeinde zum glänzenden WM-Gastgeber - die Messlatte für Pokljuka 2021 und Oberhof 2023 liegt hoch. Einziger Minuspunkt für die stolzen Südtiroler war, dass der italienische Ortsname Anterselva im WM-Logo mit aufgeführt wurde ... na, wenn sonst nichts ist.

VERLIERER

Alexander Loginow: Der Russe gewinnt zwar mit Gold im Sprint seinen ersten großen Titel. Aber der 28-Jährige, der bis 2016 zwei Jahre wegen Epo-Dopings gesperrt war, wird von den Fans ausgebuht. Zudem findet wenige Stunden vor der Männer-Staffel eine Razzia in seinem Hotel-Zimmer statt. Loginow, der sagt, er sei sauber, bleibt cool und liefert ein starkes Rennen ab. Auf einen Start im Massenstart-Finale verzichtet er dann aber - aus psychischen Gründen.

 

Benedikt Doll: Große Hoffnungen ruhten auf Benedikt Doll, schließlich hatte er in diesem Winter als Einziger aus dem deutschen Männerteam ein Weltcup-Rennen gewonnen. Von der guten Form war in Antholz aber nichts mehr zu sehen. Kein einziges Top-10-Resultat gelang dem Ex-Weltmeister, dazu wackelte er am Schießstand bedenklich und wurde zur Personifizierung der Schießschwäche der deutschen Männer in den Einzelrennen. Alleine im Einzel ballerte er sieben seiner 20 Schüsse daneben, und als trauriger Tiefpunkt schoss er die Staffel mit seiner Strafrunde um die Chance auf Gold. Immerhin reichte es noch für Bronze.

 

Lisa Vittozzi: Bei der Heim-WM wollte die 25-Jährige eine Medaille holen. Aber kurz vor dem Start überrascht sie mit scharfer Kritik an ihrer Teamkollegin Dorothea Wierer - "Zickenkrieg" titelt die heimische Presse. Die sensible Vittozzi nimmt das derart mit, dass sie zwar Sechste im Sprint wurde, danach aber nur 27., 71. und zum Abschluss im Massenstart Letzte. Zumindest in der Mixed-Staffel holt sie Silber.

 

Tiril Eckhoff: Die norwegische Frohnatur dominierte vor der WM den Weltcup mit sechs Siegen - und bricht bei den Titelkämpfen dann komplett ein. 15., 21. und 59. in den Rennen - völlig verunsichert trifft Eckhoff so gut wie nichts mehr. Sie verliert das Gelbe Trikot, aber wenigstens gibt es Gold in der Damen- und der Mixed-Staffel. Doch die 29-Jährige wollte definitiv mehr. dpa/sid/ts

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Veröffentlicht am:
25. 02. 2020
11:59 Uhr

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25. 02. 2020
11:59 Uhr



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