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Erlösender Jubel: Oberhof erhält Zuschlag für Biathlon-WM 2023

Freude, Jubel und Tränen der Erleichterung bei den Thüringer Vertretern beim IBU-Kongress in Kroatien. Mit 28 zu 21 Stimmen setzt sich das Thüringer Wintersportzentrum Oberhof gegen Nove Mesto durch.



jubel
Die Thüringer Delegation jubelt in Porec nach der Entscheidung für Oberhof.   » zu den Bildern

Porec/Oberhof - Nach 2004 wird Oberhof im Jahr 2023 erneut Gastgeber für eine Biathlon-Weltmeisterschaft. Mit 28 zu 21 Stimmen setzte sich der Thüringer Wintersportort am Sonntagmorgen bei IBU-Kongress im kroatischen Porec gegen den Mitbewerber Nove Mesto in Tschechien durch.

„Wir sind stolz und freuen uns riesig“, kommentierte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die Entscheidung. „Wer einmal sportliche Wettkämpfe am Grenzadler erlebt hat, weiß: Biathlon in Oberhof ist was Einzigartiges, und die Oberhofer werben völlig zurecht mit den besten Fans, einer legendären Strecke, einer wunderschönen Natur und einer mehr als hundertjährigen Tradition. Wir wollen und werden die Welt bei uns begrüßen und hervorragende Gastgeber sein.“
Auch Sportminister Helmut Holter (Linke), der die Präsentation Oberhofs gemeinsam mit dem Deutschen Skiverband vor Ort in Kroatien persönlich begleitete, ist begeistert: „Das ist einfach fantastisch. Nachdem ich zu Beginn des Jahres den Biathlon- und den Rennrodel-Weltcup zum ersten Mal live miterleben konnte, bin ich Oberhof- und Wintersport-Fan. Ich bin mir absolut sicher, dass wir mit der Biathlon-Weltmeisterschaft 2023 ein sportliches Großereignis mit einer Strahlkraft weit über Thüringen hinaus bieten werden.“
Schmalkalden-Meiningens Landrätin Peggy Greiser erklärte: "Heute ist ein großer Tag für Oberhof, für unseren Landkreis – ja für ganz Thüringen. Wir sind mächtig stolz und den Mitgliedern des IBU-Kongresses dankbar dafür, dass Sie uns das Vertrauen geschenkt haben. Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass Oberhof weiterhin zu den Top-Adressen im Weltcupzirkus gehört. Die ganze Region Südthüringen lebt Wintersport und das gleiche gilt auch für unsere Fans, die jedes Mal ein atmosphärisches Feuerwerk im Stadion entfachen."
Thomas Schulz, Bürgermeister von Oberhof, sagte nach der Entscheidung: "Wir haben ein Wechselbad der Gefühle hinter uns, haben ein Jahr lang gekämpft. Das Ergebnis ist für die Region ein Riesenplus und für Oberhof viel Arbeit. Die Biathlonverrückte Region hat es verdient. Das wir die WM in Oberhof ausrichten, macht mich stolz."

Ganz ähnlich sieht es auch Kay Guido Jäger, Bürgermeister der Oberhofer Nachbargemeinde Oberschönau und Frontkämpfer des Bewerberkomitees: "Ich habe zwei Jahre lang hart dafür gearbeitet, war viel unterwegs, habe Überzeugungsarbeit geleistet. Letztmals habe ich mich so gefreut, als meine Kinder geboren wurden." 
 
Christoph Loerzer, Weltcup-Logistikchef, meinte, dass die Oberhofer Präsentation einfach Weltklasse gewesen sei. "Das ist total emotional. Die Erlösung, als wir das Wahlergebnis gesehen haben, war unbeschreiblich. Die Tränen sind geflossen. Ich freue mich auf die Aufgaben, die jetzt kommen werden, ich freuen mich auf den Umbau. Ich denke, dass wird eine richtig geile WM.“
 
Sven Fischer, Biathlon-Legende und das Gesicht der Oberhofer Bewerbung, war am Ende vor allem erleichtert. "Ich hatte überhaupt kein Gefühl, konnte die Gemengelage nicht einschätzen. Es war ein tagelanges Nervenflattern." Aus seiner Sicht gaben das tolle Team und die vielen Helfer zu hause den Aussschlag für Oberhof. "Nove Mesto war ein gleichwertiger Konkurrent, sie hatten auch Trümpfe. Wir haben über Jahrzehnte gezeigt, dass Biathlon in Oberhof zu Hause ist, dass die letzte WM schon 14 Jahre her war und dass wir nach einigen Nackenschlägen in jüngerer Vergangenheit Fehler eingesehen und die richtigen Konsequenzen gezogen haben. Man spürt, dass ein Zusammenhalt zwischen Sportlern, Fans, Helfern und Politik."
Zuletzt hatte Oberhof im Jahr 2004 eine Biathlon-Weltmeisterschaft ausgerichtet. Seitdem wurde nach Angaben der Landesregierung kontinuierlich in die Modernisierung der städtischen und touristischen Infrastruktur sowie in die Erneuerung und den Neubau von Sportanlagen investiert. ts

 

 

Autor

Thomas Sprafke
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
10:02 Uhr

Aktualisiert am:
09. 09. 2018
15:43 Uhr

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Autor

Thomas Sprafke

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Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
10:02 Uhr

Aktualisiert am:
09. 09. 2018
15:43 Uhr



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