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Regionalsport

Sportler des Jahres

"Ein bisschen rausputzen, das mache ich ganz gern"

Schönes Weihnachtsgeschenk: Thomas Röhler, Kristina Vogel und das Bobteam Jamanka sind Thüringens Sportler des Jahres. 9200 Fans haben sich an der Wahl beteiligt.



Rekorde sind im Sport ja keine Seltenheit. Und pünktlich zum Ende eines aus Thüringer Sicht erfolgreichen und turbulenten Jahres sorgt die Sportfamilie zwischen Eichsfeld und Grabfeld selbst für einen Bestwert. Beachtliche 9200 Sportfans haben sich in den vergangenen Wochen an der Wahl der Thüringer Sportler des Jahres 2018 beteiligt - Respekt! Die bisherige Höchstzahl lag bei 8600 Stimmen.

Zum sechsten Mal erhielt Kristina Vogel die meisten Stimmen bei den Frauen - noch ein Rekord. Die seit Juni querschnittsgelähmte Radsprinterin aus Erfurt hatte im März ihre WM-Titel Nummer zehn und elf gewonnen. Vogel siegte bei der Umfrage deutlich vor der mit Olympia-Silber dekorierten Rennrodlerin Dajana Eitberger (Ilmenau) und Skispringerin Juliane Seyfarth (Ruhla).

Der Kristallpokal für den Sportler des Jahres geht nach 2016 wieder an Speerwerfer Thomas Röhler (Jena). Der Europameister von Berlin lieferte sich lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Biathlet Erik Lesser (Frankenhain), der wie im Vorjahr Rang zwei belegte. Platz drei ging an Rennrodler Johannes Ludwig (Oberhof). Der Routinier hatte bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang Bronze im Einzel und Gold in der Team-Staffel erkämpft.

Den Titel der Mannschaft des Jahres holte sich erstmals das Bobteam von Mariama Jamanka (Oberhof). Dahinter kamen die Handball-Frauen vom Thüringer HC sowie die Vorjahressieger Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) auf die Plätze. Mit Mariama Jamanka, die in Oberhof zur Olympiasiegerin reifte, sprachen wir über die Wahl, das Jahr 2018, bunte Kleider und das anstehende Weihnachtsfest.

Frau Jamanka, was bedeutet Ihnen die Wahl?

Ich freue mich sehr darüber, und das sage ich nicht einfach so. Im Sportland Thüringen ist das nicht selbstverständlich, hier gibt es viele gute Mannschaften, speziell in den Sommersportarten. Es ist eine ganz spezielle Wertschätzung. Ganz ehrlich: Gerechnet hatte ich damit nicht.

Sind Sie heute mehr Thüringerin als vor dem Olympiasieg?

Ich bin genauso Thüringerin wie Anfang 2018. Oberhof und Thüringen sind meine sportliche Heimat, mein Lebensmittelpunkt, und das wird bis 2022 so bleiben. Oberhof habe ich zu verdanken, wo ich sportlich stehe.

2022 wollen Sie Ihre Karriere beenden. Dabei hat doch im Bob gerade erst alles angefangen.

2022 bin ich 31 Jahre alt. Es gibt noch andere Dinge im Leben außer Sport. Ich habe mir das Jahr 2022 schon länger als D-Day, also als Stichtag, auserkoren. Als Sportler ist es nicht leicht, den richtigen Punkt des Aufhörens zu finden. Ich will nicht aufhören, wenn die Leistung nicht mehr passt.

War 2018 das schönste Jahr in Ihrem Leben?

Schwierige Frage. Es war ein sehr, sehr besonderes, bewegendes Jahr. Olympiasieger wird nicht jeder und ich hätte nie im Leben damit gerechnet. Momentan komme ich endlich etwas zur Ruhe, denn die letzten Wochen waren ziemlich hektisch.

Warum?

Parallel zum Saisonbeginn kamen viele Anfragen und Termine. Es war bei den ersten beiden Weltcups nicht leicht, sich auf das Wesentliche, auf das Bobfahren zu konzentrieren.

Ist Ihnen der Rummel zu groß?

Nein, davon leben wir auch als Sportler und als Sportart. Ich muss nur lernen, alles besser zu kanalisieren.

Können Sie schlecht Nein sagen?

Ja.

Als Olympiasiegerin genießen Sie Promi-Status. Wie gehen Sie damit um?

Promi-Status ist mir zu hoch gegriffen. Ja, ich habe einen gewissen Bekanntheitsgrad. Manchmal ist das angenehm, manchmal weniger.

Angenehm, wenn Galas wie zuletzt die Ehrung der Sportler des Jahres in Deutschland in Baden-Baden anstehen?

Ja, solche Termine sind ganz nett.

Wie viele Kleider sind seit Jahresbeginn für solche Anlässe hinzugekommen?

Das ist schon schwierig, da ich mir für derartige Abende immer ein neues Kleid kaufe. Ich mag schöne Kleider. Ein bisschen rausputzen, das mache ich ganz gern.

Reicht der Kleiderschrank noch aus?

Es wird langsam knapp.

Wo kaufen Sie die Kleider?

Ich habe jedes Kleid woanders gekauft. Das von Baden-Baden habe ich bei Breuninger in Erfurt gekauft. Das davor stammt aus dem Internet.

Ist Rot im Trend? Auch Angelique Kerber kam im roten Kleid.

Es scheint so. Fast die Hälfte der Damen in Baden-Baden kam in Rot. Für mich spielt die Farbe nur unterbewusst eine Rolle. Mir muss zunächst das Kleid gefallen.

Zu jedem schicken Kleid gehören schicke Schuhe.

Oh, da sieht es bei mir sehr gut aus, für alle Anlässe, für alle Jahreszeiten. Ich habe eine große Schuhsammlung, alles, was Frau so braucht. Zehn Paar Pumps kommen zusammen.

Weihnachten steht vor der Tür. Schwelgen Sie vor und an den Feiertagen gern in Erinnerungen?

Das passiert tatsächlich. Entweder im Gespräch mit anderen Menschen und auch alleine. Ich schaue mir in meiner Wohnung durchaus noch einmal die Bilder von Pyeongchang an. Da werden die Erinnerungen wieder lebendig.

Was von Ihrem Sensationssieg bei den Winterspielen ist im Kopf noch präsent?

Speziell der zweite Wettkampftag und davon der vierte, entscheidende Lauf. Ich weiß genau, wo ich die entscheidende Zeit gut gemacht habe.

Wo?

In Kurve vier und Kurve neun.

Wissen Sie noch die Endzeit des vierten Laufes?

Nein, ich weiß nur, dass ich am Ende sieben Hundertstel Vorsprung hatte. Die Stunden und Tage danach mit der Medaillenzeremonie und anderen Terminen sind hingegen nicht mehr so präsent. Das waren zu viele Anfragen, zu viele Interviews. Da ist alles irgendwie ineinander zerflossen. Im Nachhinein ist das eigentlich schade.

Wo feiern Sie Weihnachten?

Zu Hause bei Mama in Berlin, und das wird hoffentlich noch lange so bleiben.

Wie feiern Sie Weihnachten?

Heiligabend sind wir bei meiner Cousine. Da gibt es Raclette. Am ersten und zweiten Feiertag feiern wir mit Freunden.

Wer kocht?

Mama. Sie kann das richtig gut. Es gibt immer Gans oder Ente.

Haben Sie Weihnachten Kontakt zu Ihrem Vater, der aus Gambia stammt?

Nicht mehr als sonst.

Man sagt, hinter jedem guten Sportler steckt eine starke Frau. Welcher starke Mann steckt hinter Mariama Jamanka?

Sportlich mein Trainer.

Und privat?

Das behalte ich für mich.

Welche Ziele und Wünsche haben Sie für 2019?

Sportlich eine Medaille bei der Weltmeisterschaft und der Gesamtweltcupsieg. Ansonsten wäre ich zufrieden, wenn alles so bleibt. Es geht mir gut.

Autor

Thomas Sprafke
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
21. 12. 2018
23:00 Uhr

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Autor

Thomas Sprafke

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Veröffentlicht am:
21. 12. 2018
23:00 Uhr



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