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Doping-Skandal: Anklagen bis Jahresende - Arzt weiter in Haft

Die Doping-Ermittlungen um den Erfurter Sportarzt Mark Schmidt stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Unterdessen hat der ehemalige österreichische Skilangläufer Max Hauke hat in einem Doping-Prozess vor dem Landgericht Innsbruck wegen schweren Sportbetrugs eine fünfmonatige Bewährungsstrafe erhalten.



Erfurt/München/Innsbruck - Die Doping-Ermittlungen um den Erfurter Sportarzt Mark Schmidt stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Ein leitender Münchner Staatsanwalt sagte, man sei auf der Zielgeraden. Er gehe davon aus, dass gegen den mutmaßlichen Drahtzieher aus Erfurt und andere Beteiligte des Blutdoping-Netzwerkes bis Ende des Jahres Anklage erhoben wird.

Während der WM in Innsbruck und Seefeld hatten österreichische und deutsche Behörden Ende Februar Razzien durchgeführt, unter anderem auch in der Erfurter Praxis bei Mark Schmidt. Er gilt als mutmaßlicher Drahtzieher eines vermuteten internationalen Netzwerkes und sitzt deshalb weiterhin in München in Untersuchungshaft. Vergangene Woche war der ehemalige österreichische Langlauf-Trainer Walter Mayer im Rahmen der Ermittlungen kurzzeitig festgenommen und verhört worden.

Ex-Skilangläufer kommt mit Bewährungsstrafe davon

Inzwischen hat der ehemalige österreichische Skilangläufer Max Hauke im Doping-Prozess vor dem Landgericht Innsbruck wegen schweren Sportbetrugs eine fünfmonatige Bewährungsstrafe erhalten. Der 27-Jährige wurde zudem zu einer Geldstrafe von 480 Euro verurteilt. Seine Reue, seine Unbescholtenheit und die teilweise Rückzahlung des Schadens wertete die Richterin als mildernd. "Zudem sind die Folgen der Tat für Sie verheerend." Das Urteil vom Mittwoch ist noch nicht rechtskräftig.

Hauke war Ende Februar bei der Heim-WM bei der "Operation Aderlass" auf frischer Tat bei der Rückführung von Blut ertappt worden. Er soll sich von dem Erfurter Sportmediziner Mark Schmidt und dessen Helfern beim Eigenblutdoping geholfen haben lassen.

Der 27-Jährige hatte vor dem Schöffensenat zugegeben, sowohl Wachstumshormon genommen als auch Blutdoping betrieben zu haben. Die von der Staatsanwaltschaft angenommene Schadenssumme in Höhe von über 50 000 Euro bestritt Hauke jedoch. Die Anklagebehörde warf ihm vor, seit der Saison 2015/16 die Anti-Doping-Regeln verletzt zu haben. Er soll deshalb zu Unrecht Preisgeld und Sponsorenleistungen von über 50 000 Euro erlangt haben.

Codename "Moritz"

Sein Mandant habe nie einen Schädigungsvorsatz gehabt, sondern "einfach nur Langlaufen" wollen, hatte Haukes Verteidiger angeführt. Auch das Blutdoping habe er nur in Hinblick auf die Nordische Ski-WM in Seefeld betrieben. "Er hat es gemacht für seine letzte WM, da wollte er gut sein." Das von der Festnahme Haukes veröffentlichte Video bezeichnete der Rechtsanwalt als "einen der größten Justizskandale der vergangenen Jahre."

Hauke erklärte, er habe seit 2016 einem deutschen Sportmediziner 10 000 Euro pro Saison für die Behandlung mit Eigenblut bezahlt. Das Geld sei in bar bei verschiedenen Treffen übergeben worden. Sein Codename auf den Blutbeuteln sei "Moritz" gewesen, gab Hauke an. Das Blutdoping habe er alleine aufgrund der Heim-WM in Seefeld betrieben. "Ich wusste, ich habe Talent und ich glaubte, was mir auf die Spitze fehlt, ist Doping."  dpa/rd

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Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
20:56 Uhr

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31. 10. 2019
20:56 Uhr



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