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Regionalsport

Der Vater der Oberhofer Bob-Erfolge wird 75

Horst Hörnlein war schon seit Wochen klar, dass er seinen 75. Geburtstag am Pfingstsonntag nicht in großer Runde würde feiern können.



Glanzleistung: Horst Hörnlein gewinnt mit Reinhard Bredow Doppelsitzer-Gold bei den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo.	Foto: Horstmüller/Imago
Glanzleistung: Horst Hörnlein gewinnt mit Reinhard Bredow Doppelsitzer-Gold bei den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo. Foto: Horstmüller/Imago  

Horst Hörnlein war schon seit Wochen klar, dass er seinen 75. Geburtstag am Pfingstsonntag nicht in großer Runde würde feiern können. Trotzdem hofft der weltweit erste Sportler, der Olympia-Gold als Rennrodler 1972 in Sapporo und im Bobsport vier Jahre später als Trainer feiern konnte, darauf, Glückwünsche alter Weggefährten mit dem "Corona-Abstand" zumindest am Gartentor oder an der Haustür entgegennehmen zu können. Denn Hörnlein hat einen Herzinfarkt im Jahr 2018 ebenso wie eine Wirbelsäulen-Verletzung von 2016 mit mehreren Operationen gut verkraftet.

Die Corona-bedingte Kontaktsperre wird die meisten der Gratulanten aber davon abhalten, auch den Friedrichrodaer Rolf Fuchs, Karl-Heinz Anschütz aus Schmiedefeld und Erich Enders aus Suhl. Die einstigen Rodel-Kameraden und späteren Mitstreiter beim Aufbau des Bobsports in der DDR als Leistungssport treffen sich als selbst ernannte "Seilschaft" jährlich mindestens einmal zum gemütlichen Zusammensein mit reden, fabulieren und feiern.

Als seinen größten sportlichen Erfolg bezeichnet Horst Hörnlein das Olympia-Gold 1972 in Sapporo mit Reinhard, genannt "Ise", Bredow. Mit dem Doppelsitzer-Hintermann, im Sportlersprech auch oft als Rucksack bezeichnet, bildete er viele Jahre lang ein erfolgreiches Gespann. Als Erfolgs-Duo mit dem drei Jahre jüngeren gebürtigen Harzer gewann er insgesamt sechs WM- und EM-Medaillen. Die beiden verstanden sich nicht nur auf dem Schlitten gut.

Ihren letzten gemeinsamen Wettkampf auf dem Rodel krönten Hörnlein/Bredow 1973 bei der Premieren-Weltmeisterschaft in Oberhof mit dem Titelgewinn. Schon zuvor hatte der aus Möhrenbach stammende Hörnlein - intern häufig auch als "Langer" bezeichnet - den Wettkampf als den letzten seiner seit 1959 andauernden Rennschlitten-Laufbahn beim SC Traktor Oberwiesenthal und ab 1965 beim Oberhofer Armeesportklub angekündigt. 1972 hatte Hörnlein sein Studium an der DHfK in Leipzig als Diplomsportlehrer abgeschlossen und sollte als Rennschlittentrainer arbeiten.

Mit Krawatte im Bob

Doch die Pläne änderten sich, auch weil bei den Olympischen Spielen in Sapporo die Bob- und Rodelbahn am Mount Teine nicht weit voneinander entfernt waren. Als Wortfetzen von der Zweierbob-Siegerehrung mit dem Doppelerfolg der vorwiegend auf der weltweit ersten Kunsteisbahn in Königssee ausgebildeten bayerischen Piloten, Wolfgang Zimmerer und Horst Floth, zu den Sportfunktionären der DDR drangen, kam die Frage auf, ob man die olympische Sportart Bobfahren als möglichen Medaillen-Garant auch in der Oberhofer Eisschlange betreiben könne. Die künstlich vereiste Oberhofer Bahn war 1971 als weltweit zweite ihrer Art offiziell eröffnet worden.

Mit der Antwort und Umsetzung wurde die Armeesportvereinigung (ASV) beauftragt. Im März nach der 1973er Rennschlitten-WM liefen Tests, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mit ausländischen Bob-Assen. Der zweimalige Europameister und Olympia-Dritte, Ion Panturu aus Rumänien, fuhr mit dem Zweier. Die ersten Vierer-Läufe absolvierte der ob seines Berufs oft als "Kartoffel-König" oder "Kartoffel-Baron" bezeichnete Carl-Erik Eriksson. Der Schwede fuhr stets mit einer umgebundenen blauen Krawatte mit dem bekannten gelben Tre-Kronors-Wappen. Den Schlips soll er nach der von ihm selbst verbreiteten Legende von Schweden-König Gustav V. Adolf, dem Vater des derzeitigen schwedischen Monarchen, erhalten haben. Eriksson war sechsmal hintereinander, von 1964 bis zum Laufbahnende 1984, Olympia-Starter für Schweden. Bob-Testpiloten in Oberhof waren aber auch die Thüringer Jochen Heft (Waltershausen) und Rolf Reps (Zella-Mehlis), die bei den DDR-Bestenermittlungen dieser Zeit erfolgreichsten Fahrer. Sie alle kamen zu dem Ergebnis, dass die Oberhofer Kunsteisschlange bobtauglich ist.

Die Armeesportvereinigung beauftragte den ASK Oberhof, umgehend eine leistungssportliche Bob-Abteilung aufzubauen. ASV-General Walter Herkner persönlich ernannte daraufhin Hörnlein zum Cheftrainer, Rolf Fuchs, der 1965 in Davos mit Hörnlein WM-Bronze im Doppelsitzer gewonnen hatte und sich inzwischen zu einem brillanten Schlittenbauer entwickelt hatte, zum Geräteentwickler und Erich Enders zum Athletiktrainer der neuen Abteilung.

Mit ihrem Wissen um den Kufensport, aber ohne spezielle Bobkenntnisse, stürzte sich das Trio in die Arbeit. "Beide komplett unterschiedlichen Sportarten eint nur, dass man eine Eisrinne möglichst schnell herunterfahren muss", sagte Hörnlein damals. Das gilt noch heute.

Hörnlein und seine Mitstreiter stellten eine Mannschaft aus ehemaligen Leichtathleten, Rodlern, Gewichthebern, Bahnradsportlern und Handballern zusammen. Mit der athletisch starken Mannschaft für schnelle Startzeiten, dank neuer aerodynamischer Erkenntnisse, exakten Teilzeit- und Fahrspuranalysen, einem Unterstützer-Team von Sportwissenschaftlern der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität um Professor Wolfgang Gutewort, das viele Erfahrungen aus dem Rennrodeln mitbrachte, und viel Arbeit bei der Weiterentwicklung der Bobs stellten sich schnell Anfangserfolge ein.

"Mit der Suche nach geeigneten Sportlern haben wir uns bei einigen Sportclubs unbeliebt gemacht. Ich wurde auch mehrfach zurückgepfiffen. Riesenglück hatten wir, dass wir gleich für unsere erste Mannschaft Meinhard Nehmer von den Speerwerfern in Potsdam gewinnen konnten. Er war ein Fahrtalent, hat die ganze Truppe mit seiner Ausstrahlung, seinem Einsatz, Ruhe, Gelassenheit und Zielstrebigkeit vorangebracht", lobt Hörnlein seinen ersten Musterschüler in höchsten Tönen.

1974, also einen Winter nach Gründung der Bob-Abteilung, reisten die Oberhofer Bob-Eleven zum Training der Europameisterschaften nach Cortina d’Ampezzo. Erst nach den Trainingsergebnissen der Teams um Meinhard Nehmer und dem ehemaligen Oberhofer Rennschlitten-Piloten Horst Schönau sollte endgültig entschieden werden, ob sie auch beim EM-Wettkampf starten.

Keine DDR-Fahne

Doch als das Eis der Bahn im Olympia-Ort von 1956 in der Sonne wegschmolz und die EM-Rennen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fielen, organisierte der Mannschaftsleiter und damalige Wernigeroder Bürgermeister Martin Kilian dank seiner guten Verbindungen statt der Heimfahrt die Weiterreise nach Cervinia.

Der 2014 verstorbene Kilian war auch in Zeiten der zuvor von der DDR-Sportführung erzwungenen Abstinenz der Bobfahrer auf internationalem Terrain im Weltverband FIBT als geachteter Vizepräsident tätig. Das junge Team sollte neben Oberhof eine weitere Bahn kennenlernen. Da kam nur die schwierige und gefährliche Bahn in Cervinia auf der italienischen Seite des Matterhorns in Frage. Das Rennen war, wie sich erst vor Ort herausstellte, die Militär-Weltmeisterschaft CISM. Dem vorwiegend von NATO-Staaten genutzten Militär-Sportverband CISM gehörten aber alle Staaten des Warschauer Paktes und damit auch die DDR-Bobsportler aus dem Armeesportklub Oberhof nicht an.

Trotzdem absolvierten sie ohne Rücksprache mit der heimischen Sportführung das Training. Italienisch korrekt wehte im Training täglich die DDR-Flagge am Mast. Kilian und Hörnlein befürchteten das Schlimmste, bis hin zu internationalen diplomatischen Verwicklungen, wenn die DDR-Fahne ohne Erlaubnis bei dieser Militär-Meisterschaft aufgezogen werden würde. Sie beschlossen, angesichts der von ihnen befürchteten Konsequenzen das Hochziehen der Fahne am Renntag zu verhindern. Beide versteckten sich um 5.30 Uhr hinter einem Schneehaufen und versuchten, den Alpini am Hissen der DDR-Fahne zu hindern. "Wir ließen keine Ruhe, bis er entnervt aufgab und die Fahne nicht hochzog."

Den Wettkampf fuhren die Oberhofer nur als Spurbobs. Im offiziellen Ergebnisprotokoll tauchten sie trotzdem auf. Die Ergebnisliste, die Hörnlein noch heute aufbewahrt, bekam niemand zu sehen, um den prognostizierten Ärger zu vermeiden. In Insiderkreisen wurde die Story trotzdem kolportiert. Die Liste mit der Teilnahme der DDR-Armeesportler an der CISM-Meisterschaft hätte vermutlich sowohl Kilian als auch Hörnlein Kopf und Kragen gekostet. Auf der Rückfahrt legte das Team mit von Kilian organisierten Schweizer Visa noch einen Trainingsstopp in St. Moritz ein. Gelohnt hat sich das Risiko aber. Die fünften Plätze durch die Bobs von Horst Schönau und Meinhard Nehmer bei der WM 1975 in Cervinia haben dazu beigetragen, dass die Bob-Mannschaft mehr Unterstützung für ihre Vorbereitungen auf die Olympia-Premiere 1976 in Innsbruck erhielt. "Wir haben damals auf den schwierigen Bahnen in Cervinia und St. Moritz viel gelernt", ist sich Hörnlein sicher.

Doppel-Gold beim Debüt

Das Olympia-Debüt endete für die Oberhofer Bobs mit einem so nicht vorhersehbaren triumphalen Doppel-Erfolg. Im kleinen Schlitten gingen die Goldmedaillen an das Duo Meinhard Nehmer und Anschieber Bernhard Germeshausen. Im Vierer siegten Meinhard Nehmer, Jochen Babock, Bernhard Germeshausen und Bernhard Lehmann. Dazu kamen Platz vier für den Schönau-Vierer und Rang sieben für Horst Schönau und Raimund Bethge mit dem Zweier. "Die so unerwarteten Ergebnisse sind bis heute noch einer meiner wertvollsten Erfolge als Trainer. Sie waren aber auch unsere billigsten Bob-Olympiamedaillen. Wir hatten vier italienische Siorpaes-Geräte gekauft und sie dann nach unseren Vorstellungen und Tests im Dresdner Windkanal modifiziert", erzählt Horst Hörnlein. Da entstand auch die Idee, die Bobs - wie bis heute üblich - an den Seiten zu verkleiden. Bis dahin waren sie seitlich offen, damit die Anschieber besser einsteigen konnten.

Nach dem Windkanaltest schlug die Stunde von Rolf Fuchs. In Dresden hatte "Fuchser" erfahren, dass man mit Seitenverkleidungen weitaus bessere Aerodynamik erreichen konnte. Nach längeren Tüfteleien war er auf die Idee gekommen, seitliche Planken in die Bobs einzubauen, die von der Besatzung hochzuziehen waren. Er suchte lange nach geeignetem Material. Erst bei der Einkleidung der Olympia-Mannschaft kurz vor der Abreise nach Sarajevo kam ihm die erleuchtende Idee, als er bei der Bekleidungs-Firma Synthetex aus dem sächsischen Lichtentanne beschichteten Stoff in die Hand bekam. Der schien ihm geeignet. Gespannt wurden die Stoff-Planen mit einem straffen Expander-Gummi, befestigt an den Anschubbügeln. Mit wenigen Handgriffen konnte die Besatzung die Plane hochschnappen lassen.

Wunderbob fürs Museum

Beim Abschlusstraining überraschten die Oberhofer mit der Neuerung die internationale Konkurrenz. Gefahren waren die Männer um Horst Hörnlein damit zuvor weder im heimischen Oberhof, weil da eventuell auch die ausländische Konkurrenz etwas hätte erfahren können, noch bei den ersten Trainingseinheiten auf der Olympia-Bahn. "Zu unserem Glück fotografierte ein sonst bei uns nicht so beliebter BILD-Fotograf beim Abschlusstraining. Tags darauf sahen wir auf seinen Bildern dicke und somit bremsende Luftpolster in unserer Verkleidung. Wir haben sie kurzerhand um ein paar Zentimeter gekürzt und alles hat dann prima funktioniert", erinnert sich Rolf Fuchs.

Mit den Olympia-Erfolgen in Innsbruck sorgten die Oberhofer auch für einen neuen Schub in der Bob-Geschichte und wesentlich zum Verbleib des Bobsports in der olympischen Familie. Mit nur elf Nationen 1972 in Sapporo stand Bob auf der Kippe. Die prestigeträchtigen Oberhofer Medaillengewinne regten einige Nationen, beispielsweise die Sowjetunion, zum Einstieg ins Bob-Geschehen an und animierten einige andere, darunter auch traditionelle Bobsport-Nationen, wieder ambitionierter den Bobsport zu unterstützen.

Mit den modifizierten Geräten wurde die Jagd nach den besten Bobs wieder intensiviert, die es im Bob-Lager schon seit den Anfängen gegeben hatte. Für die Olympischen Spiele 1980 zu Hause in Lake Placid kündigten die USA-Verantwortlichen mit großem Tamtam eine sensationelle Neukonstruktion an. Bei internationalen Rennen tauchten die Bobs nie auf. Ganz anders als der millionenschwere Opel-Bob. Das als Wunderbob bezeichnete Gerät war seiner Zeit voraus und barg gute Ideen und technische Lösungen in sich. Er galt aber als schwer fahrbar und brachte nicht die erhofften Erfolge, wohl wegen der zu kurzen Eingewöhnungszeit der Piloten ans neue Gerät. Bei Olympia in Lake Placid sprang für Deutschland nur der zwölfte Platz durch Georg Großmann heraus.

Der Bob wurde auch wegen Regeländerungen ausgemustert. Nach der deutschen Wiedervereinigung stöberte Klaus Halbauer, der DDR-Rennschlitten-Meister von 1967, in Berchtesgaden einen ausgemusterten Opel-Bob auf. Er polierte ihn auf und stellte das Gerät in seinem Opel-Autohaus in Waltershausen auf. Inzwischen ist der Bob im Aussichtsturm auf dem Inselsberg zu bestaunen.

Die Schützlinge von Horst Hörnlein vertrauten 1980 den vom Kombinat Spezialtechnik (besser bekannt als Flugzeugwerft) Dresden entwickelten Zweier und den vom Fahrzeugwerk Waltershausen modifizierten Viererbob - mit erneut überwältigendem Erfolg. Der Vierer mit Meinhard Nehmer, Bernhard Germeshausen, Hans-Jürgen Gerhardt und Bogdan Musiol gewann erneut Olympia-Gold. Die Zweier-Besatzung Germeshausen/Gerhardt erkämpfte Silber. Dazu kamen Bronzemedaillen durch den Zweier Nehmer/Musiol und den Vierer Schönau mit den Anschiebern Roland Wetzig, Detlef Richter und Andreas Kirchner. Mit den vier Podestplätzen trugen die Oberhofer Bob-Athleten maßgeblich dazu bei, dass sich die DDR mit insgesamt 23 Medaillen (9/7/7) Platz eins in der Länderwertung vor der UdSSR (22- 10/6/6) sichern konnte.

Unter Generalverdacht

Horst Hörnlein blieb bis zur deutschen Wiedervereinigung Bob-Cheftrainer im DSBV. Seine Männer gewannen in der Zeit 84 internationale Medaillen. Damit war er einer der erfolgreichsten Bob-Trainer der Welt und genoss international große Achtung. Ein Angebot des DBSV, Bundestrainer zu werden, lehnte er ab, weil damit ein Umsiedeln nach Berchtesgaden die Bedingung war. Außerdem hatte er bereits ein Angebot des britischen Verbandes erhalten. Vielmehr schlug er Raimund Bethge als Bundestrainer vor, der die Mannschaft aus West und Ost viele Jahre in der Erfolgsspur hielt.

Später relativierte der damalige DBSV-Generalsekretär Günter Gscheidlinger auch die von Vorurteilen und Neid geprägten Debatten. "In Gesprächen bei uns wurden alle leitenden Ost-Funktionäre unter Generalverdacht gestellt, Mitarbeiter der Stasi gewesen zu sein oder verantwortlich an Dopingpraktiken mitgewirkt zu haben. Das war nachweislich falsch. Deswegen mussten Horst Hörnlein als Cheftrainer Bob in England und Walther Jentzsch als Cheftrainer Rodeln in Italien ihre Brötchen verdienen", bedauerte Gscheidlinger später.

Nach der Wendezeit arbeitete Horst Hörnlein zwölf Jahre erst als Ice-Coach und später auch als Team-Manager im britischen Bobverband. Er schätzt noch immer die Lockerheit und den Humor der Briten. Als seinen größten Erfolg im britischen Bobsport sieht er Olympia-Bronze des Vierers um Sean Olsson 1998 in Nagano an. 2002 heuerte Hörnlein beim Bob-Weltverband als Development Koordinator und damit Verantwortlicher für die "kleinen Nationen" an. 2011 wurde er offiziell aus der Funktion verabschiedet, war aber immer noch als Lektor in Bobschulen und mit Jury-Einsätzen unterwegs, was ihm viel Spaß und Freude machte und Dankbarkeit einbrachte.

Sesshaft in Thüringen

"Wir, meine Frau und ich, wollten 1990 nicht nach Berchtesgaden umziehen, was für den Bob-Bundestrainer Pflicht gewesen wäre. Meine Frau Renate arbeitete als Lehrerin in Oberhof und Zella-Mehlis. Wir sind hier sesshaft geworden und fühlen uns wohl in Oberhof", erzählt er. Seine Verbundenheit zu Thüringen erwies sich im Nachhinein als goldrichtig. In Bewegung sind wir immer. Mehrmals pro Woche fahren wir nach Möhrenbach, um Renates Vater zu versorgen", erzählt Horst Hörnlein. Langweilig wird’s ihm aber auch im heimischen Oberhof nicht. Der englische Rasen im Hausgarten ist seit Jahren sein Hobby.

Ganz loslassen vom Bobsport konnte er bisher nicht. In der letzten Saison gehörte er der Jury bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Winterberg und kurz vor Weihnachten in Altenberg beim Europacup an. "Da waren wir drei Jury-Mitglieder zusammen 221 Jahre alt. Nun ist es Zeit, endgültig Abschied zu nehmen. Alles hat sein Ende", kündigte der Vater der Oberhofer Bob-Erfolge an.

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Uwe Jentzsch
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Veröffentlicht am:
30. 05. 2020
08:18 Uhr

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30. 05. 2020
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