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Regionalsport

Aus für FC Rot-Weiß Erfurt in der Regionalliga

Mehrwöchige Verhandlungen mit möglichen Investoren für den Fußballclub Rot-Weiß Erfurt sind erfolglos geblieben. Der Verein muss den Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost einstellen. Durch den Rückzug entstehen mehreren Clubs aus der Fußball-Regionalliga Nordost finanzielle Verluste.



An ihnen liegt es nicht: Trotz einer völlig verkorksten Saison stehen die Erfurter Fans wie ein Mann hinter dem FC Rot-Weiß.	Foto: König
An ihnen liegt es nicht: Trotz einer völlig verkorksten Saison stehen die Erfurter Fans wie ein Mann hinter dem FC Rot-Weiß. Foto: König  

Erfurt -  "Bis zuletzt hat Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Volker Reinhardt parallel mit mehreren Investoren verhandelt", teilt der FC Rot-Weiß Erfurt auf seiner Internetseite mit. Dennoch sind die Verhandlungen erfolglos geblieben. Das Heimspiel am  Samstag wird nicht ausgetragen.

„Die Spieler der Mannschaft haben große Geduld bewiesen. Die meisten von ihnen wollten bleiben und haben bis heute abgewartet. Sie müssen jetzt noch vor Ende der Transferperiode die Möglichkeit zu einem Vereinswechsel bekommen“, erklärt der Jurist. „Ich danke allen Spielern, dass sie diese auch für sie belastende Situation solidarisch mitgetragen haben und wünsche ihnen allen eine erfolgreiche sportliche Zukunft.“

Stattdessen konzentriert man sich in Erfurt auf einen Neustart im Sommer in der Oberliga. Auch der Nachwuchsbereich, der Spieler wie Marco Engelhardt und Clemens Fritz hervorbrachte, soll erhalten bleiben.

In den vergangenen Tagen hatte es bereits ein emotionales Auf und Ab in Erfurt gegeben. Am Freitag hatte Reinhardt zunächst angekündigt, die Mannschaft am Montag vom Spielbetrieb abmelden zu wollen. Zuvor hatte der Club die Dezember-Gehälter nicht zahlen können, weil ein Investor Zahlungen nicht geleistet hatte. Auch Gespräche mit neuen Geldgebern waren erfolglos verlaufen.

Nur zwei Tage später keimte Hoffnung auf. Reinhardt teilte am Sonntag überraschend mit, dass Gespräche mit einem Investor vielversprechend gelaufen seien und bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet worden war. Trotzdem drängte die Zeit. Bis zum Ende der Wechselperiode am Freitag musste eine Entscheidung gefällt werden, damit Spieler sich notfalls nach einem neuen Verein umsehen können.

Diesen Weg müssen die Profis nun gehen. Bereits zu Beginn der Woche hatten Morten Rüdiger (Lübeck), Rico Gladrow (Cottbus), Kapitän Lukas Novy (unbekannt) und Selim Aydemir (Menemenspor) den Club verlassen. Nun suchen weitere Spieler innerhalb kürzester Zeit einen neuen Verein.

In RWE verliert der Fußball-Osten einen seiner bekanntesten Verein vorerst in die Bedeutungslosigkeit. Einst rühmte man sich, Gründungsmitglied der 3. Liga zu sein. Doch mit riskanten wirtschaftlichen Manövern, um die Rückkehr in die 2. Bundesliga zu schaffen, begann der Abstieg. Am 14. März 2018 wurde der Insolvenzantrag eingereicht, wenige Wochen später stand der Abstieg in die Regionalliga fest. Zwei Jahre später geht es nun noch eine Liga tiefer.

Durch den Rückzug entstehen mehreren Clubs aus der Fußball-Regionalliga Nordost finanzielle Verluste bei den kalkulierten Zuschauer-Einnahmen im fünfstelligen Bereich. «Nach Abzug aller Kosten, die für ein Heimspiel anfallen, fehlen uns im Etat knapp 11 000 Euro netto. Dass andere Clubs durch die Unfähigkeit einiger Erfurter Funktionäre haften müssen, halte ich für sehr problematisch», sagte Hubert Wolf, Präsident des ZFC Meuselwitz, am Donnerstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Der ZFC hätte Ende Februar sein Heimspiel gegen Erfurt ausgetragen. Dass mit Erfurt ein Traditionsclub den Spielbetrieb wegen Zahlungsunfähigkeit einstellt, sieht Wolf mit gemischten Gefühlen: «Tradition ist etwas für Geschichtsbücher. In Erfurt wurden aus kaufmännischer Sicht offensichtlich schwere Fehler gemacht. Mit den Fans, Kindern und Jugendlichen, die dort im Verein spielen, kann man Mitleid haben. Mit denjenigen, die das zu verantworten haben, allerdings nicht.»

Für den sächsischen Club VfB Auerbach fällt nach dem Erfurter Rückzug das erste geplante Heimspiel nach der Winterpause am 8. Februar weg. «Uns entgehen aufgrund der Absage des Heimspiels etwa 10 000 Euro an Einnahmen. Das ist für uns als Verein natürlich sehr herb», sagte VfB-Finanzvorstand Carsten Gündel. Eine finanzielle Kompensation durch ein Testspiel ist eher unwahrscheinlich. Neben dem Verein erleidet auch der externe Caterer finanzielle Einbußen. Der VfB hatte mit etwa 1500 Zuschauern für den Heimauftakt gerechnet. sub/dpa

Lesen Sie dazu auch: FC Rot-Weiß: Gibt es einen Rettungsanker?

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Veröffentlicht am:
29. 01. 2020
15:09 Uhr

Aktualisiert am:
30. 01. 2020
12:47 Uhr

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29. 01. 2020
15:09 Uhr

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30. 01. 2020
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