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Zella-Mehlis zerlegt Hauptstadt-Club

Das war aber einfach: Ostliga-Aufsteiger TC im TSV Zella-Mehlis startet ohne große Mühe in die erste Saison in der vierten Tennis-Liga. Grün-Weiß Lankwitz aus Berlin ist bereits nach den Einzeln k. o.



Erst nervös, dann eiskalt: Gina Isabell Trautvetter findet nach dreieinhalb Monaten ohne richtige Spielpraxis schnell zu alter Form zurück.	Foto: frankphoto.de
Erst nervös, dann eiskalt: Gina Isabell Trautvetter findet nach dreieinhalb Monaten ohne richtige Spielpraxis schnell zu alter Form zurück. Foto: frankphoto.de  

Zella-Mehlis - "Lernen und gucken, wie die Mädels spielen" - mehr müsse es in diesem Sommer gar nicht sein. Kaum ein Gesichtsausdruck spiegelt am Samstagnachmittag den Premierenverlauf so gut wider wie das zufriedene Grinsen von Martin Spelda. Ganz entspannt schlendert Zella-Mehlis’ Trainer in einer kurzen Spielunterbrechung über den Platz zum Doppel von Anita Schorten und Pauline Fahr und lehnt sich locker an die Spielerbank.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Vorhang bereits gefallen für den Hauptstadt-Club Grün-Weiß Lankwitz. Selbst der ausgewiesene Tennisfachmann Wolfgang Schlegelmilch zeigt sich verblüfft: "Ich hätte mit mehr Gegenwehr gerechnet." Im Sommer vor einem Jahr trennten beide Teams noch zwei Spielklassen: Zella-Mehlis schlug in der fünftklassigen Oberliga auf, die Berlinerinnen in der 3. Liga, der Regionalliga Nord-Ost. Nach dem Abstieg des einen und dem Aufstieg des anderen stehen sich beide auf Augenhöhe gegenüber. Am vorigen Wochenende jedoch nicht.

Vier Einzelspiele hintereinander müssen die Berlinerinnen abgeben, ehe der erste eigene Sieg verbucht werden kann. Nicht nur Wolfgang Schlegelmilch wunderte sich. Denn: Zella-Mehlis fehlten beim ersten Auftritt in der Ostliga ihre neue sowie ihre alte Nummer eins: Aleksandra Buczynska und Marketa Petruzelova.

Welche Verletzung?

Andere füllten die Lücke. Mitunter trotz Schmerzen genau da, wo es bei einem Tennis-Match besser nicht wehtun sollte. Seit Monaten zwickt bei Maria Reinmüller die linke Schulter. Seit Dezember hatte die 23-jährige Linkshänderin kein Spiel mehr bestritten. Aber deshalb den ersten Einsatz für den neuen Verein einfach absagen? Das kam nicht in Frage. Und nach zwei gewonnenen Sätzen ärgern Reinmüller ganz andere Dinge als die Schulter: "Es hätte ein 6:0, 6:0 sein müssen!" Es wurde ein 6:3, 6:0. Reinmüller dominiert Pia zum Felde und schiebt die Schuld für den nicht perfekt verlaufenen ersten Satz nicht etwa auf die eigene Schulter, sondern die anfängliche Nervosität.

Tennis ist eben nicht selten ein mentales Martyrium. Gina Isabell Trautvetter hat sich am Samstag aus ihrem selbst befreit. Sie sagt: "Am Ende war es der Wille." Nach nervösem Start und einem 5:7 im ersten Satz dreht die Erfurterin das Spiel. Einfach an sich glauben solle sie, meinte Martin Spelda . "Du bist die bessere Spielerin!" Die kurze Ansprache des Trainers wirkt. Die 21-Jährige dreht anschließend auf, ist fortan ganz bei sich. Fast zweieinhalb Stunden zieht sich die Partie gegen die Nummer drei des Gastes hin. Das Lauftraining in der mehrere Monate langen Tennis-Zwangspause hat sich offenbar gelohnt. Trautvetter bringt die Partie im Match-Tiebreak mit 10:4 ungefährdet nach Hause.

Die lange Pause seit den letzten Ballwechseln macht den Neustart auf Sand nicht einfach. Hier haben die tschechischen Neuzugänge einen klaren Vorteil: Bereits einen Monat vor Deutschland hat der Nachbar die Sport-Beschränkungen gelockert. "In Deutschland hatten wir drei Monate Pause", sagt Trainer Martin Spelda, der als Tscheche beide Seiten sehr gut kennt. Noch wenige Tage vor dem ersten Pflichtspiel wären Doppelspiele aufgrund der geltenden Corona-Regeln nicht möglich gewesen.

Aber nicht nur wegen der anderen Vorschriften in ihrem Heimatland harmoniert zum Abschluss des Tages das rein tschechische Doppel in Zella-Mehliser Diensten so hervorragend. Lenka Munzarova und Liliana Gajdosova spielen gegen Marie Höpfner/Katrin Rietmann auf einem anderen Level (6:0, 6:0). Beide verstehen sich blind, spielen auch in ihrer Heimat in einer Mannschaft. "Lenka war mal Nummer vier im tschechischen Nachwuchs", erzählt Wolfgang Schlegelmilch und ergänzt: "Die wollen alle nach oben."

Platz fünf reicht völlig

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dieser Wunsch bereits am Ende dieses Sommer in Erfüllung geht. Bereits der fünfte Platz in der sieben Mannschaften starken Ostliga berechtigt nach derzeitigem Stand zum Aufstieg in die Regionalliga. Und was die Sache für Aufsteiger Zella-Mehlis außerdem erleichtert: Im Corona-Jahr wird es keine Absteiger geben. Aber warum nicht gleich Meister werden nach dieser Demonstration? Alle Verantwortlichen winken am Samstag ab. "Potsdam sind die Besten", meint Trainer Spelda. Und wie gesagt: Erstmal gucken und lernen.

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Karsten Tischer
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Veröffentlicht am:
22. 06. 2020
21:06 Uhr

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Karsten Tischer

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22. 06. 2020
21:06 Uhr



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