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Lokalsport Suhl

"Sport ist mein zweites Leben"

Menschen wie Peter Freche sind selten geworden im Sport. Seit Kindertagen ist er dem Fußball verfallen, auch hinter den Kulissen. Dafür hat der KFA Rhön-Rennsteig den Zella-Mehliser nun zum Ehrenmitglied ernannt.



Eine der letzten Amtshandlungen: Peter Freche (links) lost mit Hans Hörnlein (2. v. r.) in Dietzhausen die Pokal-Halbfinals der Saison 2018/19 aus. Mit dabei: Brian Beringer und Bernd Hofmann vom SV Dietzhausen.	Archivfoto: frankphoto.de
Eine der letzten Amtshandlungen: Peter Freche (links) lost mit Hans Hörnlein (2. v. r.) in Dietzhausen die Pokal-Halbfinals der Saison 2018/19 aus. Mit dabei: Brian Beringer und Bernd Hofmann vom SV Dietzhausen. Archivfoto: frankphoto.de  

Meiningen/Zella-Mehlis - Peter Freche muss dieser Tage ganz besonders leiden. Nicht wegen seiner Diabetes-Erkrankung, die ihn nun schon seit Jahrzehnten begleitet und das Bewegen in den letzten Jahren immer weiter erschwert hat. Auch nicht wegen des heimtückischen Corona-Virus, der fortwährend sein Unwesen auf dem Globus treibt. Der Grund ist der Sport, der einfach von heute auf morgen aus dem Alltag verschwunden ist. "Mein Leben besteht von Anfang an aus Sport. Er ist mein zweites Leben", sagt Freche zu Hause in Zella-Mehlis, im Wohnzimmer sitzend. Dass jetzt notgedrungen ganz andere Sendungen im Fernsehen verfolgt werden müssen: "Ganz schlimm!" Der Fußball fehlt dem 68-Jährigen. Er und Freche gehören fest zusammen. Bis heute, auch wenn aller ehrenamtlicher Eifer zuletzt rabiat von der eigenen Gesundheit ausgebremst worden ist. Deswegen hat Freche im vergangenen Jahr resolut gesagt: "Schluss ist!" Keine Aufgabe mehr im KFA Rhön-Rennsteig nach Jahrzehnten im Ehrenamt. Ein Schritt, der wehtat, aber richtig gewesen sei, sagt er.

Spiele vor 1000 Menschen

Wie schwer er ihm gefallen sein muss, offenbart sich bei der Rückschau auf ein buchstäblich bewegtes Leben. Seit Kindertagen ist Peter Freche Fußballer, jahrzehntelang bei Motor West Zella-Mehlis, seinem Heimatverein. Die Erfolge der Betriebssportgemeinschaft haben sich zu bleibenden Erinnerungen eingebrannt. Spiele vor 1000 Zuschauern: "So etwas hast du nie vergessen." Freche ist damals erst 17, 18 Jahre alt. Seine Zeit in der Männermannschaft kommt erst noch. Im Mittelfeld findet er seinen Platz. "In den letzten Jahren war ich rechter Verteidiger." Bruder Rainer, der vor einigen Jahren verstorben ist, spielte Vorstopper.

Aber Peter Freche kümmert sich nicht nur als Aktiver auf dem Platz um sein Hobby. Schon in frühen Jahren widmete er sich dem Ehrenamt. Bereits in den 1970er Jahren wurde er Trainer im Nachwuchsbereich beim heutigen TSV Zella-Mehlis, später bei der SG Benshausen/Zella-Mehlis. Ende der 1970er Jahre wurde Freche Mitglied im Spielausschuss des damaligen Kreises Suhl. Neben dieser verantwortungsvollen Tätigkeit war der Zella-Mehliser viele Jahre Staffelleiter in der Bezirksklasse des damaligen BFA Suhl.

Nach dem Ausscheiden des Vorsitzenden des KFA Suhl im Jahr 1986 nahm Peter Freche diese Funktion ein. Zu dieser Zeit wurde er auch in den Kreisvorstand des Deutschen Turn- und Sportbundes gewählt. Freche, Vater von zwei Wintersport begeisterten Kindern (Nancy war Rennrodlerin, Nico Kombinierer), arbeitete akribisch und engagiert. Die Wendezeit mit vielen Neuerungen konnte so im Suhler Fußballkreis gut gemeistert werden, erinnert sich der heutige Vorsitzende des Fußballkreises Rhön-Rennsteig, Hans Hörnlein.

Die beiden Fußball-Männer verbindet eine lange Freundschaft. Freche macht keinen Hehl daraus, dass er ohne den Kumpel aus Suhl schon viel früher seine Ämter aus den bekannten gesundheitlichen Problemen hätte aufgeben müssen. "Wenn Hans mich nicht immer mitgenommen hätte zu Pokalspielen, Sitzungen etc.", beginnt Freche und endet mit den Worten: "Ich bin ihm zu Dank verpflichtet."

Besagter gibt das Kompliment gerne zurück. In seiner Laudatio anlässlich der Aufnahme Freches in die Riege der Ehrenmitglieder des KFA auf dem 3. Kreisfußballtag Anfang März in Meiningen, bei dem Freche aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen kann, notiert Hörnlein etwa Folgendes: Ohne die langjährige Erfahrung Freches wäre im Jahr 1994 der Zusammenschluss der Altkreise Suhl und Schmalkalden zum neuen KFA Werra-Rennsteig wohl nicht so reibungslos vonstatten gegangen. Im neuen Fußballkreis war Peter Freche bis zuletzt Vorsitzender des Spielausschusses und im Wechsel Stellvertreter des KFA-Vorsitzenden. Ambitionen, selbst einmal im Chefsessel Platz zu nehmen, hatte Freche nie. "Der Spielausschuss interessierte mich mehr." Und der Hans sei heute auch fitter als er. "Er ist voll im Amt", sagt Freche, wohl wissend, dass es bis heute kaum Kandidaten gibt, die sich darum reißen, eine Funktion im Ehrenamt zu übernehmen. "Das wird immer schwieriger. Es gibt zu wenig Ehrenamtler." Und was für den Kreisfußballausschuss gelte, setze sich in den Vereinen fort. Wo das alles mal hinführe, weiß Freche auch nicht. Vielleicht zum sogenannten Schweden-Modell. Da spielen, erzählt er, nur neun gegen neun Spieler auf Großfeld gegeneinander.

Wunsch: Fußball-Fusion

Ob sich das durchsetzen wird? Freche ist skeptisch und wünscht sich stattdessen erst einmal eine Revolution im Kleinen: den nach dem politischen auch fußballerischen Zusammenschluss von Zella-Mehlis und Benshausen, damit sportlich endlich rosigere Zeiten anbrechen. "Aber da führt kein Weg rein", weiß der Zella-Mehliser, der seit dem Fußball-Aus beim TSV Zella-Mehlis Mitglied bei Nachbar Benshausen ist. So versauere die WSG in dieser Saison in der Kreisklasse und der TSV Benshausen steckt im Abstiegskampf in der Kreisliga fest. Wahrlich keine einfache Zeit heute, Fußball-Fan zu sein.

Autor

Hans Hörnlein, Karsten Tischer
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Veröffentlicht am:
10. 04. 2020
18:28 Uhr

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Hans Hörnlein, Karsten Tischer

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Veröffentlicht am:
10. 04. 2020
18:28 Uhr



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