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Ultimatives im Holzland

Am Samstag blickt die Handballwelt in Thüringen nach Hermsdorf. Denn dort gastiert Spitzenreiter Sonneberger HV zum ultimativen Spitzenspiel der höchsten Spielklasse des Freistaats. Der Fanbus startet um 15.30 Uhr.



Führt die Entscheidung herbei: Marius Constantin Ignat (am Ball) erzielt im Hinspiel gegen Hermsdorf die beiden entscheidenden Tore zum 24:23-Heimsieg. Dann wird er nach der dritten Zeitstrafe vom Parkett geschickt.	Foto: Carl-Heinz Zitzmann
Führt die Entscheidung herbei: Marius Constantin Ignat (am Ball) erzielt im Hinspiel gegen Hermsdorf die beiden entscheidenden Tore zum 24:23-Heimsieg. Dann wird er nach der dritten Zeitstrafe vom Parkett geschickt. Foto: Carl-Heinz Zitzmann  

Hermsdorf/Sonneberg - Die vermutlich einzigen beiden Mannschaften der Thüringenliga, die die Meisterschaft und das damit verbundene Aufstiegsrecht unter sich ausmachen, duellieren sich am Samstagabend. Und wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, steht entweder Gastgeber Hermsdorf oder Primus Sonneberg auch am Saisonende ganz oben. Beide Teams trumpften in der bisherigen Spielzeit sehr dominant auf und rangieren deshalb vollkommen zu Recht auf den beiden Spitzenplätzen. Das Klassement führen dabei derzeit die Männer vom Sonneberger Handballverein (SHV) an. Sie haben erst zwei Remis und noch keine einzige Niederlage verbuchen müssen (24:2 Punkte). Hermsdorf unterlag bereits zweimal und hat demnach 18:4 Punkte, bei zwei Punktspielen Rückstand. Nächster Verfolger den Minuspunkten nach ist Werratal mit 16:8 Punkten. Das Duell zwischen den Spielzeugstädtern und den Holzländern allerdings ist das Topspiel des Spieltags, ja vermutlich der gesamten Saison.

Im Bus nach Hermsdorf

Damit es auch für die Sonneberger Handballer genügend Unterstützung von den Rängen gibt, besteht die Möglichkeit, im gemeinsamen Mannschafts- und Fanbus mitzureisen. Abfahrt ist am Samstag um 15.30 Uhr, wie gewohnt, vom Lidl-Parkplatz in Sonneberg.

 

Im Sonneberger Lager will keiner offen darüber reden, doch ein Blick auf die Tabelle und in die Regularien verdeutlicht, dass diese Partie aus Sicht der Südthüringer durchaus vorentscheidenden Charakter auf dem Weg zu einer möglichen Meisterschaft hat. Denn gewinnen die Sonneberger, haben sie bereits vier Punkte Vorsprung und zugleich das direkte Duell, welches bei Punktgleichheit herangezogen wird, ebenfalls für sich entschieden. Das Hinspiel gewannen die Spielzeugstädter hauchdünn mit 24:23.

 

Ganz anders sieht das Bild nach einem Heimsieg der Hermsdorfer aus. Dann nämlich wären beide Teams punktgleich und würden sich bis zum Saisonende vermutlich ein Kopf-an-Kopf liefern. Natürlich will sich von den Verantwortlichen auf derartige Gedanken- und Rechenspiele im Vorfeld zu einem derart wichtigen Spiel keiner einlassen, doch erlaubt sind sie allemal.

Ignat muss vom Parkett

Allein aus dieser Konstellation heraus, aber auch aus der Dramatik des Hinspiels wird deutlich, dass die Handballfans beider Lager am Samstagabend ab 19.30 Uhr in der alt-ehrwürdigen Hermsdorfer Werner-Seelenbinder-Sporthalle ein großes Handballspiel erwarten dürfen. Die Halle könnte in Sachen Zuschauerkapazität vermutlich an ihre Grenzen stoßen, denn sowohl aus dem Lager der Gastgeber, aber natürlich auch aus dem Lager der Gäste aus Sonneberg werden etliche Fans erwartet.

Apropos Hinspiel: Ein Name fällt in der Schlusssequenz des Hinspiels besonders häufig: Marius Constantin Ignat. Erst erzielte er die beiden entscheidenden Tore zum damaligen 24:23-Heimsieg. Dann wurde er nach der dritten Zeitstrafe mit der Roten Karte vom Parkett geschickt. Generell war es eine intensive Begegnung, die mit neun Zeitstrafen für Sonneberg, acht Zeitstrafen für Hermsdorf und jeweils einer Roten Karte auf beiden Seiten sehr brutal klingt. Aber unter dem Strich war es einfach eine harte Partie zwischen zwei Spitzenmannschaften der Thüringenliga.

Dass Fairness trotz aller Emotionen immer noch an erster Stelle stand und steht, verdeutlicht eine Situation aus dem Hinspiel, als sich Sonnebergs Kapitän Marius Bondar beim Fallen verletzte. Da aufseiten der Spielzeugstädter keine medizinische Betreuung zur Verfügung stand, eilte sofort Hermsdorfs "Medizin-Mann" zur Hilfe und stabilisierte Bondar. Bei aller Emotionalität, so sieht sportliche Fairness im Handball aus. Bleibt nur zu hoffen, dass die "Medizin-Männer" am Samstag nicht all zu viel zu tun haben. Auf eine intensive Partie allerdings werden sich alle einstellen müssen.

Einen Favoriten oder gar eine Prognose, wer die Platte als Sieger verlassen wird, kann man nicht abgeben. Zu ausgeglichen agierten beide Teams im bisherigen Saisonverlauf, und so wird die viel zitierte Tagesform am Ende den Ausschlag über Sieg oder Niederlage oder gar Unentschieden geben. Gespannt sind definitiv alle. shv

Autor

Martin Blechschmidt
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Veröffentlicht am:
30. 01. 2020
19:26 Uhr

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Autor

Martin Blechschmidt

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Veröffentlicht am:
30. 01. 2020
19:26 Uhr



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