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Leidenschaft soll anstecken

Am heutigen Samstag, 19 Uhr, startet Handball-Thüringenligist Sonneberger HV mit einem Heimspiel in die neue Saison. Die Zielstellung des Vereins scheint klar zu sein. Nachgehakt bei Trainer Manuel Müller.



Vor gut 25 Jahren: Manuel Müller (rechts) im Trikot des HSV Suhl. Die Waffenstädter waren nach einem Jahr in der 1. Bundesliga sechs Jahre in der 2. Bundesliga "unterwegs". Von seinem Biss hat der heutige Spielertrainer der Sonneberger, mittlerweile 42 Jahre jung, nichts verloren.	Archivfotos: Gerhard König/Stefan Thomas
Vor gut 25 Jahren: Manuel Müller (rechts) im Trikot des HSV Suhl. Die Waffenstädter waren nach einem Jahr in der 1. Bundesliga sechs Jahre in der 2. Bundesliga "unterwegs". Von seinem Biss hat der heutige Spielertrainer der Sonneberger, mittlerweile 42 Jahre jung, nichts verloren. Archivfotos: Gerhard König/Stefan Thomas  

Herr Müller, es geht los - mit einem Heimspiel. Ist die Vorfreude bei Ihnen und Ihren Männern groß?

Wir freuen uns, dass es endlich wieder losgeht. Alle Spieler sind heiß auf die neue Saison. In der Vorbereitung haben sich die Jungs voll reingehangen. Man merkt, die wollen hier was erreichen. Im Trainingslager in Pisek (Tschechien/Anm. d. Red.) sind alle noch ein Stück enger zusammengerückt, was für eine fast komplett neue Mannschaft sehr wichtig ist. In der vergangenen Woche haben wir unsere Saisoneröffnung gefeiert. Mit allen Mannschaften, Sponsoren und Mitgliedern haben wir einen tollen Handballabend unter dem Motto: "Unser Verein, unsere Leidenschaft, hier geht was" erlebt.

 

Angesichts der Neuverpflichtungen scheint das Saisonziel des Sonneberger HV klar zu sein. Oder wollen Sie doch nicht aufsteigen?

Für mich ist es wichtig, hier langfristig eine Mannschaft zusammenzustellen, die sich mit der Stadt identifiziert. Sportlich gesehen möchte, so glaube ich, jeder Sportler mal aufsteigen. Nachdem wir in der vergangenen Saison jedoch eine komplette Mannschaft verabschiedet haben, hatten wir in der Sommerpause alle Hände voll zu tun. Mein Co-Trainer, Konstantin Selenow, und ich mussten einen Umbruch starten. Wir haben insgesamt sieben neue Spieler nach Sonneberg holen können, wobei sich auch Paul Dietrich aus der zweiten Mannschaft in den Kader gekämpft und gespielt hat. Was wir auf der Platte schon zusammen leisten, werden wir beim ersten Punktspiel sehen. Ich hoffe, die Jungs verlieren schnell ihre Nervosität und zeigen am Samstag, was sie können.

 

Der Verein muss sich derzeit den Vorwurf gefallen lassen, zu viele fremde Spieler in den eigenen Reihen zu beschäftigen. Können sie diesen entschärfen?

Ja, diesem Vorwurf beziehungsweise diesen Fragen muss ich mich schon länger stellen. Warum diese Fragen immer wieder gestellt werden, verstehe ich jedoch nicht. Ich schaue mir jede Woche in anderen Ligen Spiele an und muss dasselbe feststellen. In den Startformationen stehen kaum noch oder gar keine deutschen Spieler mehr, und nach dem Spiel wird dort auch nicht gefragt, warum dort so viele ausländische Spieler verpflichtet worden sind.

Es geht um den Verein und nicht um ein persönliches Empfinden. Wenn sich hier Spieler aus Ungarn oder Rumänien besser mit der Stadt identifizieren als deutsche Spieler, die schon mal hier waren, haben wir im Moment die richtigen Spieler hier an Bord. Dass hier aber jahrelang in der Nachwuchsarbeit nicht viel getan wurde, müssen wir nun ausbaden. Somit werden wir aus dem Nachwuchsbereich wohl erst in den nächsten Jahren Kinder in den Erwachsenenbereich einbinden können. Die Leute, die sich darüber beschweren, dass wir zu viele fremde Spieler nach Sonneberg holen, lade ich gerne ein, mich in der Nachwuchsarbeit zu unterstützen. Denn momentan trainiere ich alle Nachwuchsmannschaften allein. Ich freue mich jedoch, dass Spieler, die wir dieses Jahr verpflichten konnten, mich dabei unterstützen werden.

Auch in diesem Jahr wird es wieder die Derbys gegen den Konkurrenten aus Suhl geben. Erinnern Sie sich noch an Ihre eigene Zeit beim Vorgängerverein, dem HSV Suhl?

Ja, daran erinnere ich mich noch, aber das hat mit dem jetzigen Verein wenig zu tun. Ich hatte dort eine sehr schöne Zeit. Vor allem sportlich habe ich dort viel Gutes erlebt. Von der jetzigen Mannschaft kenne ich nicht mehr so viele. Sie hat dasselbe Problem wie wir im Nachwuchsbereich gehabt. Die Derbys gegen Suhl werden dabei mehr von außerhalb des Platzes angeheizt, als von den Spielern der jeweiligen Mannschaften. Meine Spieler wollen möglichst jedes Spiel gewinnen; da sind auch die Spiele gegen Suhl dabei ...

 

Die Thüringenliga wird in dieser Saison nicht mit 14, wie geplant, sondern mit 13 Mannschaften spielen. Der HSV Weimar hat sein Team zurückgezogen. Überrascht?

Die Gründe für den Rückzug kenne ich leider nicht. Sie werden es sich aber gründlich überlegt haben, und wir sollten es akzeptieren. Und ja - wir haben zwei Spiele weniger. Ob das gut oder schlecht für uns ist, werden wir sehen.

 

Zurück zum Saisonauftakt: Am Samstag kommt mit dem SV Hermsdorf ein ernstzunehmender Gegner ...

Ja, mit Hermsdorf kommt in der Tat gleich mal ein richtiger Brocken nach Sonneberg. Wir müssen uns auf uns konzentrieren und als Mannschaft auftreten. Das ist uns beim letzten Heimspiel gegen Hermsdorf leider nicht gelungen. Aber wie schon erwähnt, an der Mannschaft haben wir ja besonders gearbeitet. Wichtig ist ein guter Start in die Begegnung, und da kommen unsere Fans mit ins Spiel. Die Mannschaft braucht ihre Fans im ersten Spiel ganz besonders. Ich würde mich freuen, wenn die Halle voll wird, so dass wir zusammen den ersten Sieg einfahren können.

Interview: Lars Fritzlar

 
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Veröffentlicht am:
08. 09. 2018
08:42 Uhr

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08. 09. 2018
08:42 Uhr



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