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"Ich konnte nicht nein sagen"

Am Wochenende beginnt für die Fußballerinnen des SC 06 Oberlind die zweite Saison in der landeshöchsten Spielklasse. Kapitänin Romy Fölsche über einen doch recht ungewöhnlichen Saisonstart.



Am Wochenende beginnt für die Fußballerinnen des SC 06 Oberlind die zweite Saison in der landeshöchsten Spielklasse. Kapitänin Romy Fölsche über einen doch recht ungewöhnlichen Saisonstart.

 

Frau Fölsche, das Landespokalspiel vor knapp einer Woche in Bad Langensalza wurde doch als eine Art "Warm up" bei Ihnen eingestuft? Und dann gewinnen sie mit 11:0. Überrascht, oder?

Ja, das Pokalspiel ist für uns schon immer der letzte Test vor der Saison, bei dem wir gerne noch mal an Schrauben drehen und ausprobieren wollen. Das Ergebnis am vergangenen Sonntag war überraschend, aber auch in dieser Höhe verdient. Allerdings warten ab dieser Woche ganz andere Kaliber auf uns.

Stimmt. Am Sonntag starten Sie und "Ihre" Mannschaft beim ESV Lok Meiningen in die Saison. Hochmotiviert?

Natürlich sind alle motiviert - bis in die Fußspitzen. Nach der langen Sommerpause und der Vorbereitung will man ja nun auch endlich wieder in die Liga starten. Wobei die Aussicht auf die Saison in diesem Jahr ein wenig wackelig ist. Schließlich haben wir tatsächlich nur gegen vier Gegner in diesem Jahr zu spielen - das ganze als Doppelrunde. Irgendwie ein fader Beigeschmack in der sogenannten landeshöchsten Spielklasse, der auch wenig Aussicht auf Besserung verspricht.

 

Was müsste Ihrer Meinung nach an der Struktur im Frauenfußball geändert werden, damit das
Spielen, aber auch das Zuschauen wieder mehr Spaß macht?

Ich denke, es müsste vom Grunde auf am Frauen- und Mädchenfußball, speziell in Thüringen, gearbeitet werden. Es war für viele Mannschaften in der vergangenen Saison oft sehr schwer, ein Team mit elf Leuten auf die Reise zu schicken. Davon sind auch wir betroffen gewesen. Wir haben uns aber durch unsere zweite Mannschaft retten können. Viele Spiele wurden abgesagt, viele Mannschaften haben nun den Rückzug in die Landesklasse gewählt. Manche haben sogar komplett zurückgezogen. Diese Tendenz hält sich nun schon seit Jahren. Aktuell sind wir wohl aber am Limit angelangt. Ich bin gespannt, wie der TFV reagiert, sollte der ambitionierte FC Carl Zeiss Jena noch aufsteigen und die Verbandsliga verlassen.

 

Sie selbst wollten sich doch eigentlich in diesem Sommer eine Auszeit verordnen. Nur ein blödes Gerücht?

Kein Gerücht. Tatsächlich war Mitte der letzten Saison für mich klar, dass es für mich aus verschiedenen Gründen nicht weitergehen wird. Wir hatten eine sehr schwierige Hinrunde gespielt, mussten mit vielen personellen Ausfällen zurechtkommen und haben uns sehr schwer getan. Doch zum Saisonende hin haben wir irgendwie alles anders gemacht. Wir haben gemerkt, dass da doch noch mehr in uns schlummert und gewannen wieder Spiele, drehten Rückstände. Wir hatten einfach wieder Spaß am Fußball. In einer Mannschaftssitzung nach der Saison wurde dann abgestimmt, und alle Spielerinnen waren für den Verbleib in der Verbandsliga und dem damit verbundenen Aufwand im Training. Das will schon was heißen. Wir haben schließlich auch viele junge Mütter mit Kindern im Team, die auch außerhalb des Platzes viel Verantwortung tragen. Nicht zu vergessen die Ladys, die schon viele Jahre länger als ich den Ball am Fuße haben. Das hat mir sehr imponiert, und ich konnte nicht Nein sagen.

 

Was müsste passieren, damit Sie sich noch einmal überreden lassen, ein weiteres Jahr dranzuhängen? Sie sind ja erst 32 Jahre jung.

Kein Weg zurück! Die Mannschaft hat auch ohne mich genügend Potenzial, um voranzukommen. Wir haben viele tolle Führungsspielerinnen, in denen noch viel mehr steckt. Und wenn ich mir unsere jungen Spielerinnen anschaue wie die ehrgeizige Jule Hölzer, dann ist mir um die Zukunft des Frauenfußballs in Oberlind nicht bange. Es ist ein tolles Team, mit einem tollen Trainer, der es immer wieder schafft, alle zu motivieren, und ich freue mich zu helfen, wo ich kann. Aber für mich persönlich stehen nun auch andere Dinge im Vordergrund.

 

Es ist nicht lange her, da pilgerten die Oberlinder Fußballerinnen gemeinsam zu Länderspielen. Reicht die Zeit dafür nicht mehr?

Naja, es war seitdem keine Frauen-WM mehr in Deutschland (und lacht/Anm. d. Red. ). Natürlich reicht die Zeit auch abseits des Platzes noch aus, um gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen. Ein fester Termin ist beispielsweise unser Frauenausflug am Männertag, der immer auf unserem Vereinsgelände endet, um ihn dort gemeinsam ausklingen zu lassen. Aber natürlich stehen auch immer viele private Feierlichkeiten an oder Konzert- und Restaurantbesuche oder, oder, oder. Es wird nach wie vor noch viel gemeinsam unternommen, auch abseits des Platzes. Das macht uns auch stark.

 

Als eingefleischte BVB-Aktivistin, macht da heuer das Zuschauen womöglich mehr Spaß als das aktive Kicken?

Aktivistin ist vielleicht ein wenig übertrieben. Aber natürlich macht das Zuschauen Spaß, das aktive Kicken jedoch noch mehr.

 

Und wer wird Deutscher Meister?

Die Frauen vom VfL Wolfsburg werden sicher das Näschen vorne haben. Oder meinten sie etwa die Männer? Ich als "Aktivistin" (und lacht/Anm. d. Red. ) würde natürlich auf den BVB hoffen.

Interview: Lars Fritzlar

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Veröffentlicht am:
30. 08. 2019
00:00 Uhr

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Veröffentlicht am:
30. 08. 2019
00:00 Uhr



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