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Lokalsport Sonneberg

Drei Könige fliegen

Frank Rothe gewinnt den 10,5 Kilometer langen Hauptlauf des 3. Spielzeuglaufes in beeindruckenden 36:43 Minuten. Lokalmatador Andreas Krenz und Olaf Dömming halten die Hatz spannend. Ein kommentierter Rennfilm.



Der Rennfilm des Hauptlaufes ist gerade gestartet worden, die Zuschauer toben: Unmittelbar nach dem Startschuss übernimmt Andreas Krenz (Startnummer 139/Mitte) die Führung. Rechts hinter ihm der spätere Sieger, Frank Rothe, sowie Olaf Dömming (81). Ganz links Sonnebergs Polizeichef Andreas Barnikol (53), daneben Roman Knauer (197/TSV Mönchröden).	Foto: Carl-Heinz Zitzmann
Der Rennfilm des Hauptlaufes ist gerade gestartet worden, die Zuschauer toben: Unmittelbar nach dem Startschuss übernimmt Andreas Krenz (Startnummer 139/Mitte) die Führung. Rechts hinter ihm der spätere Sieger, Frank Rothe, sowie Olaf Dömming (81). Ganz links Sonnebergs Polizeichef Andreas Barnikol (53), daneben Roman Knauer (197/TSV Mönchröden). Foto: Carl-Heinz Zitzmann  

Sonneberg - Frank Rothe ist in der Thüringer Laufszene bekannt und geachtet wie der berüchtigte "bunte Hund". Müßig darum, das Buch seiner Erfolge auch nur aufzuschlagen. Zu den jüngsten Husarenstreichen des 41-Jährigen zählen beispielsweise Gesamtplatz sieben beim Rennsteiglauf-Marathon oder der Gewinn des Bleiloch-Ultras im April in 3:23:58 (48 Kilometer!). Am Freitag kommt ein weiterer Erfolg hinzu - der Gesamtgewinn beim 3. Sonneberger Spielzeuglauf. Für den Saalfelder trotzdem eine Überraschung: "Geplant hatte ich eigentlich eine Zeit um die 40 Minuten", so die läufertypische Tiefstapelei nach dem Finish. Rothe kennt sich aus. Nur kann er vorher den kleinen Anstieg auf der etwa 1,7 Kilometer langen Runde nicht so richtig einschätzen.

Am Start übernimmt erst einmal Andreas Krenz aus Mengersgereuth-Hämmern die Führungsarbeit, Rothe und der Hildburghäuser Olaf Dömming im Schlepptau. "Es ging ja gleich vom Start weg ordentlich zur Sache. Eigentlich überhaupt nicht mein Tempo", so der spätere Sieger. "Aber ich wollte schauen, was so geht und wie lange ich das Tempo halten kann." Und das kann er eindrucksvoll. Krenz und Dömming bleiben aber hartnäckig dran. "Frank hat nur so viel gemacht, wie er musste. Sein Vorsprung war zwar nie sehr groß, aber sobald wir mal dran waren, hat er wieder zugelegt", schildert Verfolger Krenz die Jagd. Im Bereich Bismarck- und Gustav-König-Straße leistet dann auch Dömming (Jahrgang 71) regelmäßig Führungsarbeit. "Da musste ich schon zusehen, dass ich dran bleibe", verrät der Technische Zeichner aus Mengersgereuth-Hämmern. Zum Juttaplatz hoch kann Krenz aber immer ein paar Meter gutmachen.

Nach der ersten, gut sechs Minuten schnellen Runde haben sich Rothe und die beiden Verfolger schon einen ordentlichen Vorsprung herausgelaufen, was auch die vielen Zuschauern - gerade am Piko-Platz - mit kräftigem Applaus honorieren. Doch noch sind fünf Runden zu drehen für die drei wieselflinken Könige. Es bleibt also spannend: "Die Strecke fand ich wirklich gut. Durch die vielen Kurven, das Auf und Ab, den wechselnden Untergrund und die vielen Zuschauer im Start- und Zielbereich ist es nicht langweilig geworden", verrät Rothe, der auch die zweite Runde als Führender beendet. Ist das eine Vorentscheidung?

"Mit einem Sieg rechne ich nie vor einem Wettkampf. Es kann immer viel passieren, und ich mag es nicht, verkrampft am Start zu stehen. Ich möchte jeden Wettkampf genießen, und wenn es am Ende zum Sieg reicht, ist die Freude natürlich groß", gibt der Saalfelder dann auch unumwunden zu. Doch noch war er nicht im Ziel, zumal dieser Lauf eigentlich so gar nicht "sein Ding" ist.

"Es stimmt, dass ich normalerweise auf längeren Strecken und sehr gern auf bergigem Gelände unterwegs bin. Das macht mir einfach riesig Spaß. Unsere Natur in Thüringen ist toll", sprudeln die Glückshormone aus Rothe nur so heraus. Doch nicht nur wegen des Sieges. "Durch meine Freundin bin ich jetzt auch regelmäßig in Sonneberg und Umgebung unterwegs - zu Fuß oder mit dem Rad", schwärmt der Ostthüringer von seiner neuen, zweiten Heimat, holt kurz Luft und blickt zurück: "Für mich war es im Winter wirklich ein Highlight, Richtung Rennsteig durch den Tiefschnee zu laufen. Was für ein Training. Nicht schnell, aber hart", erinnert sich der Sieger des 3. Spielzeuglaufes, als sei es gestern gewesen. "Das habe ich gleich öfters, alle zwei Wochen, durchgezogen." Doch bei aller Liebe zur Natur und natürlich dem neuen Partner. "Geplant ist es nicht, dass ich nach Sonneberg ziehe", verrät er, wohl mit einem zwinkernden Auge.

Selbst zu Beginn der letzten Runde hat es den Anschein, als können Dömming und Krenz dem Führenden noch den Sieg streitig machen. "Olaf ist zurzeit wirklich sehr gut in Form. Das hat sich schon bei seinen letzten Ergebnissen gezeigt", denkt sich Krenz wohl zu Beginn des Schlusssechstels. Doch dann setzt sich Rothe etwas ab. "Da war für uns nichts mehr zu machen", gesteht sich Krenz ein und ergänzt: "Eine wirkliche Chance hatten wir wohl nie", obwohl die Verfolger nur wenige Sekunden hinter Rothe ins Ziel fliegen - Krenz als Zweiter (36:55,11), Dömming (36:55,90) einen halben Wimpernschlag später als Dritter.

"Insgesamt bin ich aber schon zufrieden", freut sich Krenz nach dem Zieleinlauf über seinen Silbermedaillenplatz, zumal er noch 200 stramme Kilometer vom Erfurter Radmarathon am vergangenen Wochenende in den Beinen hat. Offensichtlich konnte er sich aber "in den fünf Tagen zwischen Erfurt und dem Spielzeuglauf ganz gut erholen", schlussfolgert der Ausnahmeläufer, der zusammen mit etlichen Gleichgesinnten aus dem Sonneberger Raum für den SV Bergdorf Höhn startet. Höhn? Da klingelt’s doch. Die reine Vereins-Crew hatte beim Rennsteig-Staffellauf Rang sechs belegt.

"Im Verein haben sich einige ambitionierte Läufer aus dem Kreis Sonneberg und Coburg gefunden; das passt schon alles ganz gut zusammen", schwärmt der 35-Jährige, der in knapp zwei Wochen den Ötztaler Radmarathon in Sölden unter seine Pedalen nehmen wird. Dabei zog es den Südthüringer dieses Jahr schon mehrfach nach Tirol und Südtirol. Er selbst zähle dabei den Stilfserjoch-Marathon zu den Höhepunkten. "Ein Marathon auf der vielleicht schönsten Passstraße in den Alpen ist schon ein ganz besonderes Erlebnis", schwärmt er noch immer von dem Lauferlebnis, das er als Dritter seiner Altersklasse und Gesamtzehnter beendet. Hut ab! Gleiches gilt wohl für Krenz’ größten Husarenstreich - beim Hamburg-Marathon 2016, den er in 2:47:29 h als 46. einer mit Weltklasse-Läufern stark besetzten Altersklasse M30 beendet.

Trotzdem haben es Krenz auch die Läufe vor der Haustüre angetan - aus mehreren Gründen: "Eine gelungene Veranstaltung. Das hat der LA Sonneberg mit seinen Helfern wirklich gut organisiert", lobt Krenz die Macher des Freitagsspektakels. "Auch in Verbindung mit den Radrennen am Sonntag hat das Konzept in der Stadt hoffentlich weiter Bestand", führt er fort und verspricht nach der Siegerehrung: "Ich werde nächstes Jahr sicher wieder am Start sein. Unsere wenigen lokalen Läufe sollten schließlich auch unterstützt werden." fri

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Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
11:48 Uhr

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Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
11:48 Uhr



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