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Die mit dem Teufel paktieren

RadcoreExtrem 2018 ist Geschichte. In Zahlen heißt das: An einem Tag legen Radsport-Verrückte aus ganz Deutschland 300 Kilometer im Thüringer Wald zurück und meistern dabei über 6000 Höhenmeter. Für Normalsterbliche unvorstellbar.



Tour-de-France-Flair: Unterhalb der Hämmerer Ebene sorgt ein Teufel für Kurzweil (linkes Bild). Starke Leistung: Mitorganisator Jan Wiedemann (rechtes Bild/links) ist mittendrin im Fahrerfeld.
Tour-de-France-Flair: Unterhalb der Hämmerer Ebene sorgt ein Teufel für Kurzweil (linkes Bild). Starke Leistung: Mitorganisator Jan Wiedemann (rechtes Bild/links) ist mittendrin im Fahrerfeld.   » zu den Bildern

Neuhaus am Rennweg - Chapeau, das war mehr als ein Erlebnis für die Radcore-Freunde. Mit einer überwältigenden Resonanz (60 Teilnehmer) ging die Zwei-Tage-Veranstaltung der Radsportverrückten bei Traumwetter in die Annalen der Mannen um Paracycler und Vater des Events, Jan Wiedemann (Sonneberg), ein. Nach RadcoreExtrem 2017 kam noch eine Schippe obendrauf, nachdem die Steilstrecke in Deesbach am Vortag zum traditionellen Straßenfest "gerockt" worden war. So startete das Fahrerfeld am zweiten Tag kurz nach 6 Uhr bei frischen Temperaturen, weit unter 10 Grad Celsius. Bei kühlem Wind und ansonsten Traumwetter standen 300 Kilometer mit 6000 Höhenmetern an, die jeder nach seiner Fasson bewältigen durfte. Es stand nämlich jedem frei, wann und wo er seine Tour - ausgehend vom Hauptquartier, dem Rennsteighotel Herrnberger Hof in Neuhaus - beendet.

Bestens gelaunt, traten die teilweise noch fröstelnden Fahrer zum Rundkurs durch die Landkreise Saalfeld-Rudolstadt, Ilmenau, Hildburghausen, Kronach und Sonneberg in die Pedale. Rauf und runter und wieder hinauf - so kann man sich die Ausfahrt auf einer Fläche von 23 Kilometern im Radius vorstellen. Wo geht das schon? Nicht mal in den Alpen. Das mussten auch die RadcoreExrem-2018-Fahrer feststellen, denn auf diesem Kurs gab es keine großen Strecken zum Ausruhen. Das ging gehörig auf die Knochen und stellte somit hohe Anforderungen an alle.

Die Teilnehmer erhielten zwischendurch eine exzellente Versorgung vom Herrnberger-Hof-Team. Und obendrein, unterhalb der Hämmerer Ebene, gab es für einige Fahrer eine unerwartete Überraschung: Sie wurden von zwei Radcore-Teufeln auf ihre Art angefeuert.

Die Teilnehmer aus ganz Deutschland priesen das Wochenende in den höchsten Tönen an, und das klingt vielversprechend, denn so ein Extrem auf kleinster Fläche scheint es sonst wirklich auch nirgendwo zu geben. Außerdem gibt es etliche schöne Ausblicke, um Landschaft und Natur zu erleben. Und das genossen die Extrem-Radsportler zur Genüge.

"Weil das hier super organisiert, sehr familiär ist und tolle Verpflegung bietet, bin ich wieder hier", sagte Katrin Fuchs, Rechtsanwältin aus Kassel. "Landschaftlich ist das hier ein Traum, heute besonders, bei diesem strahlend blauen Himmel, und es macht einfach Spaß. Die Leute sind alle locker drauf", sagt sie weiter. Dass es kein Wettkampfrennen ist, kommt ihr sehr entgegen. Insgesamt sei das Wochenende ein schönes Erlebnis gewesen.

Martin Amrell aus Gleichamberg ergänzt: "Das war schon mal Schmackes" und meint damit das letzte Drittel - also die letzten, gut 100 Kilometer. Er ist einer derjenigen, die das komplette Programm, also 300 Kilometer, durchgezogen haben. "Die Mehrkilometer im Vergleich zum vergangenen Jahr merke man schon", gestand er dann auch ein, meinte aber noch: "Der Tag war wirklich beeindruckend für mich. Man kennt sich. Auch die ganze Organisation stimmt. Dem Team von RadcoreExtrem muss ich Respekt zollen, weil alles reibungslos verlief. Auch die Qualität der Verpflegung habe ich bisher so nirgends woanders erlebt", erklärte Amrell.

Aus Kamsdorf kam aus den Reihen der RadcoreExtrem-2018-Bergziegen Timo Giese. Für ihn war es die erste Teilnahme, von der er über das Internet erfahren hatte. Knieprobleme hatten seine Teilnahme im Vorjahr verhindert, doch diesmal war es so, wie er sich das vorgestellt hatte: "Gute Planung und top geführt." Seine Erwartungen hätten sich somit definitiv erfüllt. Das müsse unbedingt überholt werden. "Ich werde vielleicht noch ein paar ansprechen, die das nächste Mal mitkommen. Die Ausfahrt war so gelungen - das schreit nach Wiederholung", so sein Fazit. Auch für Gieses Begleiter, Gerald Schulz aus Catharinau (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt), war RadcoreExtrem2018 ein Muss, ebenso wie die geplante Fortsetzung im kommenden Jahr wieder.

RadcoreExrem 2019 könnte bei möglicherweise 100 Teilnehmern ausgereizt sein. Die Ausrichter überlegen darum, mehrere Strecken mit unterschiedlichen Längen anzubieten. Auch wird ob der überwältigenden Resonanz darüber nachgedacht, ein Trainingslager hier in der Region auszurichten. Man hat hier offensichtlich in allen Belangen Blut geleckt... nok

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Veröffentlicht am:
08. 07. 2018
19:44 Uhr

Aktualisiert am:
09. 07. 2018
10:45 Uhr

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Veröffentlicht am:
08. 07. 2018
19:44 Uhr

Aktualisiert am:
09. 07. 2018
10:45 Uhr



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