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Lokalsport Sonneberg

Gefragt - Gesagt

"Der Alleingang ist ein Eigentor"

Der Thüringer Fußballverband (TFV) ist innerhalb des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) der einzige, der die Saison fortsetzen möchte. Wir fragten nach: Ist dieser Alleingang sinnvoll?



"Der Alleingang ist ein Eigentor"
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Elke Zimmermann (43, Schiedsrichterin und Verbandsliga-Spielerin beim SC 06 Oberlind): Also, ich sehe die angestrebte Fortführung der Saison 2019/2020 im Thüringer Fußballverband sehr kritisch. Kritisch vor allem bezogen auf unser Restprogramm. Man muss sich das mal vorstellen: Wir haben dann, verteilt auf ein Jahr, nur noch sechs Spiele. Woher sollen wir dafür die Motivation ziehen? Aber auch aus finanzieller Sicht ist die Fortsetzung der Saison für einen Verein hier kaum tragbar. Gerade bei uns, im Damen- wie im Herrenbereich, sind das Eintrittsgeld und der Ausschank sehr wichtig. Da wir aber nun die Heimspiele an einer Hand abzählen können, kommt wenig in die Kassen, viel zu wenig.


Ulli Queck (55, Pressesprecher beim SV 08 Steinach): Die Saison in Thüringen fortzusetzen, ist ein schlechter Plan. Nach einem halben Jahr Trainingspause halte ich die Weiterführung ab September für unverantwortlich. Auch denke ich, dass die Voraussetzungen für alle nicht dieselben sind. Die Fitness der Spieler ist nicht gegeben; dadurch sind viele Verletzungen programmiert. Ein Saisonabbruch mit einem Aufsteiger, und der Rest bleibt in der Klasse, wäre für mich sinnvoller, auch wenn man dann die Saison mit zwei Teams mehr in einer Staffel beginnen müsste. Außerdem halte ich den Abbruch für die beste und gerechteste Lösung - für alle, also für den Nachwuchs, die Frauen und die Männer. Die hohen Herren sollten sich mal einig werden, über den eigenen Schatten springen und eine einheitliche Lösung treffen.


Martin Bauckmann (35, sportlicher Leiter des FSV 06 Hildburghausen): Der Alleingang des TFV im NOFV ist ein Eigentor. Denn daraus ergibt sich eine Vielzahl an Problemen, für die es nach wie vor keine adäquaten Lösungen gibt. Nicht nur ist Chaos vorprogrammiert, wenn in Thüringen zwei Spielzeiten nebeneinander laufen, nun hat man auch noch eine Wechselsperre erteilt. Immerhin ist der TFV im Nachwuchs zurückgerudert und hat abgebrochen. Dass das aber ausgerechnet einen Tag, nachdem man noch mal bekräftigt hatte, die Saison nicht abzubrechen, passiert, setzt dem Ganzen die Krone auf. Zumal man so, wie ich es mitbekommen habe, ja bereits am Tag zuvor davon gewusst haben soll, dass es bei einer Saisonfortsetzung im Nachwuchs zu Problemen in der Datenbank kommen wird. Im Erwachsenenbereich bleibt die Saisonfortsetzung hingegen ein Rückschritt ohne Ende. Sei es organisatorisch, sportlich oder finanziell. Der Thüringer Fußball ist schon schlecht. Aller Voraussicht nach spielt die beste Mannschaft bald nur noch Regionalliga. Und daran hat der TFV, der in der Vergangenheit ständig Eigentore geschossen und Regionen vernachlässigt hat, ganz gewaltigen Anteil. Der einzige Grund, der sich mir auch tatsächlich erschließt, weshalb der TFV im Erwachsenenbereich an der Fortsetzung festhält, ist, dass man sich nicht zutraut, eine komplette Saison von September an durchzuplanen.


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Veröffentlicht am:
02. 06. 2020
17:56 Uhr

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02. 06. 2020
17:56 Uhr



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