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Lokalsport Ilmenau

TU-Volleyballer: Plätzchen statt Brötchen

Ernüchterung bei den Thüringenliga-Volleyballern des SV TU Ilmenau: Am zweiten Heimspieltag der Saison, zugleich der letzte vor der Festtagspause, holen sie nur einen von sechs möglichen Punkten.



Schwierigkeiten mit dem Angriff: Philipp Struppert kann hier Unterwellenborns Block nicht überwinden..	Foto: Pavel Chatterjee
Schwierigkeiten mit dem Angriff: Philipp Struppert kann hier Unterwellenborns Block nicht überwinden.. Foto: Pavel Chatterjee   Foto: Pavel Chatterjee

Ilmenau - Nach mehreren Jahren Kampf um die Tabellenspitze muss man beim Volleyball des SV TU Ilmenau nun wohl kleinere Brötchen backen. Oder, passend zur Adventszeit: Eher Plätzchen statt Brötchen - was auch besser zur Stollen-Halle passt, in welcher der SV TU am Samstag gleich beide Heimspiele verlor: 2:3 (18:25, 25:18, 22:25, 25:21, 10:15) gegen Stahl Unterwellenborn sowie 1:3 (21:25, 25:23, 19:25, 19:25) gegen den 1. VSV 90 Jena II. Die Ilmenauer verbleiben damit als Sechster im Tabellenmittelfeld und müssen nun darauf hoffen, die Vorrundenbilanz im letzten Spiel am 11. Januar bei Schlusslicht VC 08 Jena noch etwas aufbessern zu können.

"Wir haben im Augenblick nicht die Qualität für weiter vorn", räumte Trainer Alexander Heisig am Ende dieses Heimspieltages ein. Und es sind handfeste personelle Probleme, welche diese Aussage als berechtigt erscheinen lassen:

Steen Hickethier, über Jahre hinweg zuverlässiger Angreifer, verfolgte beide Partien nur als Gast: Nach seinem Studium fand er einen Job in Coburg und spielt nun im Raum Bamberg in der Bayernliga. Michael Ivanov, ebenfalls ein wichtiger Angreifer, spielt nun beim SV Schwaig und trainiert dort sogar im Regionalliga-Kader mit. Berufs-Blechbläser Alexander Tischendorf spielt in der Vorweihnachtszeit naturgemäß eher sein Instrument statt Volleyball. Daniel Stiehler kann wegen eines Schulterproblems nach wie vor nur zuschauen. Und im zweiten Spiel des Tages fehlte dann auch noch der gegen Unterwellenborn recht wirksame Matthias Klemm.

Neuzugang Philipp Struppert, Held vom 3:2-Husarenstück eine Woche zuvor bei Tabellenführer SVC Nordhausen, offenbarte diesmal Anpassungsprobleme - alles personelle Handicaps, die ihre Wirkung hinterlassen. "Wenn sie sich dann auf dem Feld nicht gegenseitig hochschaukeln - so wie das in Nordhausen ganz offenbar der Fall gewesen sein muss - kann dann auch so etwas wie heute passieren", meinte der Coach, der wegen beruflicher Verpflichtungen auch erst Mitte des ersten Satzes des zweiten Spiels in der Halle eintraf - und prompt als erstes sah, wie sein Team ein Aufschlag-Ass kassierte ...

Eine Frage des Blocks

Man kann die Ilmenauer Schwierigkeiten in beiden Spielen auf einige besonders auffällige Punkte konzentrieren: Im Angriff fehlten Wucht und Präzision, um die Bälle sofort "totzumachen", sodass die Gegner mit Block und Feldabwehr zu oft erfolgreich dagegenhalten konnten. Und der eigene Block stand entweder zu selten oder wenn doch, dann gelang es zu selten, den Ball ins gegnerische Feld zu bringen. Das war der entscheidende Nachteil. Bezeichnenderweise holten die Ilmenauer ihren einzigen Punkt, im vierten Satz des Unterwellenborn-Spiels, gerade deshalb, weil hier in der Endphase die Block-Arbeit endlich mal so gelang, wie sie gelingen sollte. Es blieb aber leider die Ausnahme.

Im ersten Satz hatte der SV TU nach einer 5:2-Führung die Kontrolle verloren und rannte nach dem 5:6 vergeblich dem Rückstand hinterher. Im zweiten Satz, nun mit Klemm und später auch mit Breuel auf dem Feld, lief es deutlich besser, aber der klare 25:18-Satzgewinn hing sicher auch mit dem Ärger zusammen, den Unterwellenborn - vielleicht nicht ganz unberechtigt - mit dem Schiedsrichter hatte. Im dritten Satz brachten sich die Ilmenauer am Beginn mit mehreren "billigen" Fehlern in 2:4- und 5:8-Rückstand, der ihnen dann am Satzende (21:23) auf die Füße fiel. Die Hoffnung, das Match nach einer 3:2-Führung im Tiebreak noch umzudrehen, zerstob schnell (4:8). Dem Gast genügte eine solide, risikoarme Spielweise für den am Ende deutlichen 15:10-Erfolg.

Gegen die Jenaer wurden die Probleme noch deutlicher. Im ersten Satz kam fast die Hälfte aller TU-Punkte aus Fehlaufgaben der Gäste. Als diese im zweiten Satz dann auch im Angriff fehlerhafter wurden nutzten die Ilmenauer das zum Satzgewinn, der aber nach einer 24:20-Führung auch nochmal auf der Kippe stand und erst mit einem krassen Jenaer Fehler gesichert wurde.

Im dritten Satz blieb Ilmenau von Beginn an völlig chancenlos (0:5), bäumte sich aber im vierten Satz nocheinmal auf. Doch die 12:9-Führung wurde zu einfach wieder hergegeben und die sich später nochmals ergebenden Chancen, den Satz zu kippen (17:18, 18:19), jeweils durch fehlerhaftes Angreifen vertan.

Ilmenau: Ingelmann, Köbe, Giese, Langbein, Ecke, Struppert, Breuel, Klemm (nur Unterwellenborn); Lib.: Ziehn

Autor

Ralf Brückner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 12. 2019
00:00 Uhr

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Ralf Brückner

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Veröffentlicht am:
09. 12. 2019
00:00 Uhr



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