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Kinder des Waldes

Neue Rollen für Dajana Eitberger, Sascha Benecken und Erik Lesser: Nicht nur als sportliche Idole, auch als Botschafter ihrer Heimat sollen sie wirken.



Talkrunde im Netz: Adrian Leeder, Projektmanagement Sportmarketing beim Regionalverbund Thüringer Wald, verfolgt den Livestream auf Facebook.
Talkrunde im Netz: Adrian Leeder, Projektmanagement Sportmarketing beim Regionalverbund Thüringer Wald, verfolgt den Livestream auf Facebook.   » zu den Bildern

Oberhof - Ja, Anouk schläft. Erik Lesser ist zwar gerade nicht zu Hause - nicht bei seiner neun Monate alten Tochter -, sicher ist er sich aber trotzdem: "Mein Handy hat noch nicht vibriert." Er kann also weiterplaudern aus dem Leben eines Spitzensportlers. Und er ist dabei im "Haus des Gastes" in Oberhof in guter Gesellschaft. Mit Thüringens Vorzeige-Biathleten, Silbermedaillengewinner von Sotschi, sitzen Dajana Eitberger und Sascha Benecken und damit zwei weitere sportliche Aushängeschilder des Freistaats auf der Bühne, ebenfalls Silber- und Bronzemedaillengewinner bei Olympia.

Diese drei sind Gold wert, findet Marietta Schlütter, Geschäftsführerin des Regionalverbundes Thüringer Wald. Das Trio gehört seit vorigem Winter zum "Team Thüringer Wald". Die Olympiasieger Mariama Jamanka (Bob) und Johannes Ludwig (Rodeln), Silbermedaillengewinner Alexander Rödiger (Bob) sowie Beneckens Doppel-Partner Toni Eggert komplettieren die erlesene Auswahl. Alle sechs sollen nicht nur großen Sport bieten, sondern auch Werbung machen für das Fleckchen Erde, auf dem sie leben - den Thüringer Wald.

Das konnte man bisher am ehesten am Schaft von Lessers Gewehr sehen. Hier prangte das blau-grüne Logo der Thüringer-Wald-Kampagne, gut sichtbar für Fernsehkameras. Für Adrian Leeder sind diese Aufkleber aber nur der erste Schritt. "Jetzt sind sie richtige Botschafter", sagt der aus Manebach stammende Projektmanager Sportmarketing beim Regionalverbund. Die Talkrunde in der vergangenen Woche in Oberhof ist der Auftakt zu noch intensiveren Werbebemühungen. Imagefilme werden folgen, in denen die Athleten die Zuschauer mit auf Entdeckertour durch den Thüringer Wald nehmen. "Bessere Werbeträger gibt es nicht", sagt Marietta Schlütter und deutet ein noch größeres "Team Thüringer Wald" an: Mit Sven Fischer sei man in Verhandlungen, Frank Ullrich habe auch Interesse und Kati Wilhelm soll in Zukunft gezielt für die Kulturregion werben. Dafür gibt’s auch umfangreiche Fördergelder vom Land.

An diesem Abend in Oberhof füllen zwar nur gut 70 Besucher den halbvollen Saal, doch sie spielen nur eine Nebenrolle bei dieser Promi-Plauderei. Die wird nämlich auf Facebook übertragen - und da ist die Einschaltquote fünfstellig. Zum ersten Mal strahlt der Förderer des Thüringer Waldes eine seiner Veranstaltungen live im Internet aus. "Wir folgen damit Beispielen aus der freien Wirtschaft. Aber auch politische Parteien nutzen solche Kanäle schon sehr intensiv", erklärt Adrian Leeder die Vorbilder dafür. Der Aufwand, der für solch eine Vorstellung bei Facebook betrieben wird, ist erheblich: Noch am Vortag zum Beispiel waren sie mit Kati Wilhelm bei den Glasbläsern in Lauscha gewesen und haben dort einen Film gedreht, wie die Ex-Biathletin ganz private Weihnachtskugeln für die drei Kollegen geblasen hat. Das Teil wird dann während dieser Talkrunde eingespielt.

Fünfstellige Resonanz

Rund 15.000 Aufrufe werden kurz nach Ende der Veranstaltung zusammengezählt. Etwa 150 Nutzer blieben von der ersten bis zur letzten der 90 Minuten dabei. Auf insgesamt zwölf Facebookseiten konnten die Fans live mitverfolgen, was Lesser & Co. der MDR-Moderatorin Stephanie Müller-Spirra aus ihrem Privat- und Sportlerleben erzählten. Die größte Reichweite hat dabei Erik Lesser. Mehr als 66.000 Menschen haben seinen Facebook-Kanal abonniert. Zum Vergleich: Dajana Eitberger folgen auf der Social-Media-Plattform 3654 Nutzer, dem Team Eggert/Benecken 9325.

Was die meisten User aus der großen weiten Sportwelt vor allem wissen wollen: Wie geht es dem Nachwuchs und wie hat er das Leben der Sportler verändert? Erik Lesser: "Die Euphorie hält immer noch an." Mitten im Oberhofer Weltcup eilte der Biathlet seinerzeit ins Krankenhaus, in dem Töchterchen Anouk das Licht der Welt erblickte, und ließ das Verfolgungsrennen sausen.

Diese Geburt ist der eigentliche Höhepunkt einer sportlich sonst eher verkorksten Saison, u. a. mit einem Sturz vom Rad samt Schlüsselbeinbruch am Pfingstmontag. Und man erfährt dabei, welch ein Radsport-Junkie der Biathlet von Eintracht Frankenhain de facto ist: "Ein Bruch hat den Vorteil, dass man da eine wirkliche Auszeit bekommt, bis er verheilt ist." Bei ihm waren das sechs Wochen - und das gab u. a. Gelegenheit, sich stundenlange Übertragungen von Tour de France-Etappen reinzuziehen, selbst die langweiligsten Flachstücke ...

Bei Sascha Benecken war’s noch krasser: Zweimal WM-Gold in Winterberg gewonnen - und wenige Stunden nach Gold Nr. 2 wird Benecken zum zweiten Mal Vater. Heute sagt er, dass diese WM-Titel von der Familie teuer bezahlt worden seien. Denn der Papa sei nicht da gewesen.

"Alles Winterkinder", merkt Stephanie Müller-Spirra schmunzelnd an. Erik Lesser hat dazu seine Theorie: Nach dem Weltcup freuen sich die Athleten halt sehr auf die Heimreise ... Ob es auch bei Dajana Eitberger so war, bestätigt sie in Oberhof nicht. Nur, dass der 8. Februar 2020 ihr "großer Tag" werden soll. Dann soll auch bei ihr der Nachwuchs da sein. Das Baby werde ein Abenteuer. "Aber ab nächstem September ist das, mit Verlaub, nicht mehr mein Problem", sagt die Rennrodlerin und grinst. Nur ein Jahr Pause vom Rodeln will sich die 28-Jährige nehmen und dann zurückkehren in den Eiskanal. "Ich will das Kind in mein Leben integrieren, aber es wird definitiv ein Papakind werden." Und ein Kind des Thüringer Waldes - so wie Lesser, Benecken und Eitberger.

Autor

Karsten Tischer, Ralf Brückner
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Veröffentlicht am:
29. 10. 2019
21:30 Uhr

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Autor

Karsten Tischer, Ralf Brückner

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Veröffentlicht am:
29. 10. 2019
21:30 Uhr



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