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Lokalsport Ilmenau

Haftmittel- und Abwehrvarianten

Wenig zu bestellen hat die SG Handball Ilmenau im Landesliga-Auswärtsspiel bei Motor Gispersleben.



Mit sieben Feldtoren bester Ilmenauer Werfer, aber oft auch mit Fehlversuchen: Rückraum-Riese Hermann Bach. Archivfoto: Andreas Heckel
Mit sieben Feldtoren bester Ilmenauer Werfer, aber oft auch mit Fehlversuchen: Rückraum-Riese Hermann Bach. Archivfoto: Andreas Heckel  

Erfurt - Als dann auch noch Brill beim Stand von 10:7 mit einem Strafwurf scheiterte (24.), begann dem Gast wohl langsam zu dämmern: Das wird einer jener Handball-Tage, an dem man alles Mögliche versuchen kann - aber nichts davon nützt, weil man die Bälle einfach nicht am Torwart vorbeibringt. Gisperslebens Keeper Hielscher hielt in dieser Phase so gut wie alles - möglicherweise auch weil zu oft auf seine Schokoladenseite geworfen wurde - und legte damit den Grundstein zum späteren Erfolg der Gastgeber, bei denen mit Benedikt Kreisel, Ivan Stankovic und Shenja Brückner drei Ex-Ilmenauer spielten. Von der 16. bis zur 30. Minute, also eine knappe Viertelstunde, gelang den Ilmenauern überhaupt kein Tor, und mit dem 14:8 zur Pause war die Vorentscheidung in diesem Landesliga-Verfolgerduell gefallen.

Aber alles am starken Torwart gegenüber festzumachen, wäre zu einfach, zumal auch Ilmenaus junger Keeper Meyer (trotz eines schweren Kopftreffers) eine recht gute Vorstellung bot. Der signifikante Unterschied zeigte sich eher vor beiden Torhütern: Während Gispersleben im 5:1-Abwehrsystem begann und während der Partie noch offensiver deckte wirkte die Abwehrarbeit der SG über weite Strecken eher defensiv, auch wenn Bach mit klugem Heraustreten einige Ballgewinne gelangen. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein erwies sich Gisperslebens Variante als erfolgreicher - auch weil man damit Ilmenaus Kreisanspiele auf Chenaux-Repond, mit denen noch eine Woche zuvor Spitzenreiter Schnellmannshausen in Ilmenau ausgeknockt wurde, fast völlig unterband.

Debakel noch verhindert

Der Gast ging zwar durch Brill per Siebenmeter-Nachwurf 0:1 in Führung (3.), doch Gispersleben übernahm das Zepter und führte seinerseits ab dem 4:3 (7.) bis zum Schluss. Auffällig waren das hohe Tempo der Gastgeber und ihr präzises Konterspiel. Insgesamt sah das alles schon sehr nach höherklassiger Tauglichkeit aus. "Mit der richtigen Einstellung wäre das auch möglich", kommentierte Benedikt Kreisel, Ilmenaus Kapitän und Regiespieler der letzten Jahre, das Thüringenliga-Thema in Gispersleben. "Aber wir sind nicht immer so gut besetzt wie heute. Viele fehlen oft wegen familiärer oder beruflicher Pflichten; das ist auch bei mir oft so." Nun, an diesem Abend war man dagegen offenbar so gut besetzt, um die Ilmenauer in der zweiten Halbzeit an den Rand eines Debakels zu bringen. Zwischenzeitlich funktionierte in der SG-Abwehr so gut wie gar nichts mehr und man lag 11:22 (40.) bzw. 14:25 (45.) zurück.

Doch es folgte noch eine kaum für möglich gehaltene Wende. Gispersleben baute im Tempo plötzlich ab, wurde ineffizient im Angriff, wechselte durch, und auch der Torwart war nun für Ilmenau kein Problem mehr. Chenaux-Repond ging nun in den Rückraum (vielleicht sogar zu spät?) und knackte mit herrlichen 1:1-Aktionen die Abwehr ein ums andere Mal. Die Gäste holten Tor für Tor auf und hätten wohl die Partie sogar noch kippen können, wenn - ja wenn sie denn effektiver gewesen wären. Aber auch jetzt wurden weiter zu viele Angriffe vergeben, und so reichte es nur noch für ein "normales" Auswärtsergebnis.

"Das ist heute wieder so ein typisches ,Kleberspiel‘ gewesen", resümierte SG-Trainer Jens Rocktäschel. Zur Erläuterung: Die Schilder "Absolutes Haftmittelverbot" in der Erfurter Sporthalle Bukarester Straße schienen dort niemanden zu interessieren ... "Mit Kleber sind eben ein ganz anderes Tempo und ganz andere Aktionen möglich. Wir müssen sehen, dass wir im Januar, wenn unser Kader hoffentlich wieder komplett ist, neu angreifen können." rab

SG Ilmenau: Meyer, Grötzsch; Brill (4), Bach (7), Obermann, Chenaux-Repond (8/2), Brückner, Kasch (1), Junginger (1), Barthelmes, Draffehn (2), Ratz (2), Crone

Schiedsrichter: Große/Luhn (Krauthausen/Schnellmannshausen) - Strafwürfe: Gispersleben 2/1, SG Ilmenau 6/2 - Zeitstrafen: Gispersleben 2, SG Ilmenau 0

Motor Gispersleben - SG Handball Ilmenau 29:25

 

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11. 12. 2019
00:00 Uhr

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11. 12. 2019
00:00 Uhr



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