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Lokalsport Ilmenau

Durchwachsene Saison, abruptes Ende

Das letzte Heimspiel fällt aus - und auch sonst läuft die Spielzeit 2019/20 für das Ilmenauer Eishockey im Männerbereich nicht unbedingt optimal.



Auch dieses Heimspiel gegen Hurricane Erfurt läuft für die Kickelhahn Rangers Ilmenau (in Blau) nicht gut und geht am Ende 4:7 verloren. Foto: Andreas Heckel
Auch dieses Heimspiel gegen Hurricane Erfurt läuft für die Kickelhahn Rangers Ilmenau (in Blau) nicht gut und geht am Ende 4:7 verloren. Foto: Andreas Heckel  

Ilmenau - Für die Kickelhahn Rangers des EC Ilmenau war die vom Coronavirus bedingte Absagewelle im Sport des letzten Wochenendes besonders schade: Sie hatten eigentlich gute Chancen, ihr letztes, für Sonntagabend angesetztes Saisonspiel in der Eishockey-Landesliga Thüringen zu Hause gegen den Tabellenletzten MEC 04 Halle III nochmals zu gewinnen - denn schon das Hinspiel Anfang Januar hatten sie 6:3 für sich entschieden - und damit in der Tabelle noch an den Ice Rebells Waltershausen vorbei auf Rang vier zu ziehen. Stattdessen wurde die Partie für beide mit null Punkten gewertet und die Saison damit abgeschlossen. In einer Spielklasse, in der es ohnehin eher darauf ankommt, Spielpraxis für Eishockey-begeisterte Aktive zu schaffen, ist ein solches Verfahren sicher möglich.

Unterm Strich bleibt aber festzustellen, dass die Kickelhahn Rangers Ilmenau auch in dieser Saison speziell gegen die Konkurrenz aus der Landeshauptstadt nicht so richtig ein Bein auf den Boden gebracht haben. Die große Ausnahme bildete das 9:3 zum Auftakt über "Die Kojoten" des SC Medizin - aber das war wohl doch entscheidend von einem Erfurter Torwartproblem an diesem Abend beeinflusst worden.

Positives in Erfurt

Trotzdem kann Rangers-Trainer Jan Rudorfer vor allem den letzten beiden Auftritten seiner Schützlinge in Erfurt einiges Positives abgewinnen. Beim 4:5 gegen die Mammuts (ESC), als wegen technischer Schwierigkeiten in der Ilmenauer Eishalle kurzfristig das Heimrecht getauscht wurde, waren die Ilmenauer dreimal in Führung gegangen und lagen noch in der 55. Minute 4:3 vorn. "Das war ein Spiel, das wir nicht spielerisch, sondern mental, im Kopf, verloren hatten. Es zeigte aber, dass man sich im Eishockey einen größeren Vorsprung aufbauen muss - was uns bisher viel zu selten gelingt. Ein bis zwei Tore kann ein guter Gegner innerhalb weniger Minuten wettmachen." Das 4:6 bei Hurricane Erfurt (BSG Fiskus) wiederum gefiel dem Trainer dennoch, "weil wir da drei Tore in Überzahl geschossen hatten. Da haben wir mal so gespielt, wie wir das eigentlich wollten: Nicht aus der Ferne schießen, sondern sich im gegnerischen Drittel festsetzen und ausbreiten. Dann hat man mehr Möglichkeiten, um den Gegner wirklich auszuspielen. Das hatten wir zuvor auch intensiver trainiert. Es ist schade, dass diese Partie dann am Ende dennoch verloren ging."

Der dritte der insgesamt drei Saisonsiege der Rangers gelang zu Hause gegen die Ice Rebells Waltershausen, der zehnte Saisonpunkt stammt aus dem in der Verlängerung verlorenen Hinspiel bei den Erfurt Mammuts.

Die Kickelhahn Rangers waren mit relativ wenig personellen Änderungen in die neue Saison gegangen, allerdings mit zwei Besonderheiten: Zum einem stellten sie mit Pham Duc Son Mac sowie dem Braunlager Gastspieler Tobias Pietsch ihre Torhüter diesmal selbst - was aber bedeutete, dass die Erfurter Goalies, die früher oft in Ilmenau aushalfen, nun bei ihren Erfurter Mannschaften blieben und dort oft zum unüberwindlichen Problem für die Rangers wurden. Zumal diese ja ohnehin schon traditionell ihre liebe Not mit der Chancenverwertung haben.

Altbekannte Probleme

Auch stand Pham Duc Son Mac aus verschiedenen Gründen nicht durchweg beim Training zur Verfügung, was wieder das leidige Problem aufwarf: Wie soll man ohne Goalie zweckmäßig Torabschlüsse trainieren? "Da ist derzeit auch kein Lichtblick zu sehen", meinte Jan Rudorfer, "dieses Handicap wird uns weiter begleiten." Eine andere Ilmenauer Besonderheit sind die Gastspieler vom EC Harzer Falken aus Braunlage. Sie bildeten stets eine eigene Reihe "und waren da auch gut aufeinander eingespielt - vorausgesetzt, sie konnten diese komplette Reihe bilden", so der Coach. Der Aufwand an Zeit und Fahrkilometern, den die Cracks aus Niedersachsen betreiben, um mit den Ilmenauern zusammen ihrer Lust am Eishockey zu frönen, ist erheblich und nötigt allergrößten Respekt ab.

"Dennoch würde ich mir schon wünschen, im Training zumindest immer so viele Spieler zusammen zu haben, dass man eine gewisse Wettbewerbssituation in der Mannschaft aufbauen kann und die Spieler genau wissen: Wenn ich jetzt trainingsfaul werde, laufe ich Gefahr, in die dritte Reihe zu rutschen", meint Jan Rudorfer. "Wir waren einfach zu selten in der Situation, die Verteidiger-Duos und die Angriffsreihen, die dann im Match zusammen spielen sollen, auch schon im Training komplett beieinander zu haben." Auch hängt der Fortbestand des Eishockey-Standorts Ilmenau nach wie vor stark vom Input ab, der über die Technische Universität in den Verein hineinströmt. Jan Rudorfer: "Die guten Nachwuchsspieler dagegen wechseln häufig nach Erfurt und kommen dann nicht wieder, und die weniger guten hören irgendwann auf."

So wie die Saison und auch die Eis-Zeit in Ilmenau abrupt aufgehört haben: Am Freitagabend war letztmals Gelegenheit zum Training gewesen. Man hätte sich wirklich ein schöneres Puckjagd-Finale gewünscht!

Autor

Ralf Brückner
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Veröffentlicht am:
18. 03. 2020
00:00 Uhr

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Ralf Brückner

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Veröffentlicht am:
18. 03. 2020
00:00 Uhr



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