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Lokalsport Hildburghausen

"Die sind ungefähr genauso oft verletzt wie ich"

Ausgerechnet in den letzten beiden Spielen vor der Winterpause muss Fußball-Landesklasse-Vertreter Eintracht Hildburghausen auf Jens Hirschfeld verzichten.



Wie ein Neuzugang, der voll eingeschlagen hat: Jens Hirschfeld (rechts) holt sich bei Trainer Mario Lochmann den verdienten Schulterklopfer ab.Foto: frankphoto.de
Wie ein Neuzugang, der voll eingeschlagen hat: Jens Hirschfeld (rechts) holt sich bei Trainer Mario Lochmann den verdienten Schulterklopfer ab.Foto: frankphoto.de  

Im Interview verrät Hildburghausens Stürmer Jens Hirschfeld, der nach langwieriger Verletzung in dieser Saison ein überraschend gutes Comeback feiert, warum er im Moment so gut drauf ist, und warum er schon frühzeitig in die Winterpause geht.

Tabellennachbarn

Eintracht Hildburghausen und die SG Herpf kicken seit 2012 gemeinsam in der Landesklasse. Am Samstag, um 14 Uhr, kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen dem Tabellenvierten Hildburghausen (24 Punkte) und dem Fünften aus Herpf (20 Zähler). Nach bislang 14 Vergleichen haben die Hildburghäuser mit 6:5-Erfolgen die Nase vorn.

 

 

 

Herr Hirschfeld, Sie haben die Eintracht am vergangenen Wochenende mit einem Traumtor in Suhl in Führung geschossen und so den ersten Auswärtssieg der Saison eingeläutet. Bei ihrem Volleyschuss und auch anschließend beim Jubel sahen Sie etwas wütend aus. Was war passiert?

Ja, tatsächlich war ich etwas wütend, aber ich glaube: Das war das ausschlaggebende Element. Ich kam schwer ins Spiel, konnte kaum Bälle festmachen. Das ärgert einen Stürmer sehr. Aus so einer Unzufriedenheit wird dann manchmal auch was Positives. Wenn es spielerisch mal nicht so klappt, muss man das eben mit einer gesunden Aggressivität wett machen. Das war, glaube ich, auch der Grund für den Sieg. Wir wollten ihn mehr und waren in den Zweikämpfen entschlossener.

Aktuell läuft es mit dem Toreschießen ausgesprochen gut bei Ihnen. Warum?

Ich genieße jede Minute, die ich ohne Schmerzen auf dem Platz sein darf. Dieses Gefühl, mit den Jungs auf dem Platz zu stehen und zu kicken, ist einfach unbeschreiblich schön. Das weiß man eben erst so richtig zu schätzen, wenn man es lange Zeit nicht machen durfte. Das mit den Toren ist ein schöner Nebeneffekt. Aber ohne die Zuarbeit der zehn Spieler hinter mir hätte ich die Buden auch nicht gemacht.

 

Mit zehn Treffern führen Sie die aktuelle Torschützenliste des FSV an und liegen in der Landesklasse Staffel 3 auf Position fünf. Sind Ihre Ansprüche jetzt gestiegen?

Ja. Ich habe eine kleine Wette mit meinem Sturmpartner Sandro am Laufen. Mein Ziel ist die 20-Tore-Marke. Das ist ein weiter Weg. Aber man muss sich ja hohe Ziele stecken, um besser zu werden.

 

Sie kommen aus einer langwierigen Verletzung, haben in der vergangenen Saison die zweite Mannschaft trainiert und starten jetzt richtig durch. Was macht die Gesundheit?

Mir geht es körperlich ganz gut. Allerdings bin ich schon ein wenig froh über die Winterpause. Ich merke, dass mein Knie nicht mehr so belastbar ist wie früher. Deshalb muss ich öfter mal Pausen nehmen. Im Winter habe ich mir vorgenommen, noch mehr in Sachen Fitness zu machen.

 

Haben Sie selbst überhaupt noch an ein solches Comeback geglaubt?

Ich habe eigentlich immer daran geglaubt. Klar hat man nach jedem weiteren Rückschlag mal kurz den Kopf hängen lassen. Das ging aber schnell wieder vorbei, wenn ich damals meine Jugend trainiert habe und später dann auch die Männer. Da hat es eben wie immer gekitzelt, und ich habe alles dafür getan, wieder auf den Platz zurückzukommen. Ich musste mir allerdings auch anhören, dass ich doch aufhören und lieber Trainer machen soll. Das meinten vor allem Familie und Freunde, weil sie wissen, wie schmerzhaft die Zeit, nach den drei OPs, war. Ich kann aber nicht ohne Fußball und ich werde, solange es geht, meiner Leidenschaft nachgehen.

 

Der Redaktion ist zu Ohren gekommen, dass Sie in den letzten beiden Begegnungen in diesem Kalenderjahr nicht mehr mitspielen.

Ja, leider. Als wir den Urlaub gebucht haben, habe ich damit gerechnet, einen langen Weg zurück in die erste Mannschaft vor mir zu haben. Eben zunächst die Mannschaft in der Breite zu verstärken und mir Spielzeit in der zweiten Mannschaft zu holen. Dort wäre jetzt schon Winterpause. Die langwierigen Verletzungen von Jacob Schmidt, Stefan Heinrich und Jens Kirchner haben den Kader ein bisschen verkleinert, weshalb es schneller ging mit dem Stammplatz.

 

Wie schätzen Sie die Partie gegen Herpf ein. Wird die Eintracht auch ohne Sie gewinnen?

Herpf ist eine starke Mannschaft, die mittlerweile zum Stamm der Landesklasse gehört. Ich denke, zu Hause haben wir schon gezeigt, dass es schwer ist, uns zu schlagen. Das muss Herpf dann auch erst mal schaffen. Ich spiele da nicht die entscheidende Rolle. Dann trifft eben ein anderer. Da bin ich zuversichtlich und beobachte das Geschehen aus der Ferne, vom Sonnenstuhl aus, mit.

 

Wer ist Ihr persönliches Vorbild?

Ich bin schon von klein auf Fan von Bayer 04 Leverkusen. Persönliche Vorbilder sind für mich gerade solche Spieler, die voller Leidenschaft spielen und sich für ihr Team voll reinhauen. Zurzeit schaue ich da zu den Bender-Zwillingen auf. Die sind auch ungefähr genauso oft verletzt wie ich. Interview: awh

Autor

Ulrich Hofmann
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Veröffentlicht am:
14. 11. 2019
19:10 Uhr

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Autor

Ulrich Hofmann

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2019
19:10 Uhr



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