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Der Fußball und seine Kontraste

Manchmal sind es die Gegensätze, die den Fußball ausmachen. So wie im Kreisoberliga-Spiel zwischen der SG Sachsenbrunn und Westhausen. Da ist SV-Trainer Markus Roth sogar als "Sani" gefragt. Ein Schachzug ...



Hat das frühe 2:0 auf dem Fuß: Maximilian Leis (links), Stürmer der SG Sachsenbrunn/Crock. Ob Westhausen bei einem Treffer Schachmatt gewesen wäre? Foto: frankphoto.de
Hat das frühe 2:0 auf dem Fuß: Maximilian Leis (links), Stürmer der SG Sachsenbrunn/Crock. Ob Westhausen bei einem Treffer Schachmatt gewesen wäre? Foto: frankphoto.de   Foto: frankphoto.de

Crock - Es ist ein Bild, das kontrastreicher kaum sein kann. Während die Sonne bei spätsommerlichen Temperaturen, mitten im Oktober, von oben grüßt, stehen den Spielern der SG Sachsenbrunn/Crock sieben Tage Regenwetter ins Gesicht geschrieben. Eine halbe Stunde vor Schluss führt die Spielgemeinschaft mit 2:0, ehe man sich am Ende mit einem 2:2-Unentschieden abfinden muss.

Stimmen zum Spiel

Markus Roth, Trainer des SV 08 Westhausen: "Am Ende bin ich mit dem Unentschieden zufrieden. Nach der Halbzeit hatten wir uns viel mehr vorgenommen. Die erste Viertelstunde war ein richtig ansehnliches Spiel von uns. Das 0:1 hat dann erst mal zehn Minuten in den Knochen gewirkt. Aber danach sind wir eigentlich auch wieder das bessere Team gewesen. Am Ende haben wir uns gut zurückgekämpft."

René Dötsch, Co-Spielertrainer der SG Sachsenbrunn: "Im Endeffekt haben sich die Gäste das Unentschieden verdient. Am Ende haben wir uns einfach zu blöd angestellt. Die drei Punkte heute musst du eigentlich mitnehmen, wenn du 2:0 führst. Ich bin mir sicher, wenn Martin Lehr in der zweiten Hälfte nicht ausgefallen wäre, dann wäre uns das gelungen. Er ist ein Spieler, der die anderen noch mal mitreißen kann."

 

Auf Seiten des Liga-Dinos ist man dagegen sichtlich erleichtert. Vor allem Trainer Markus Roth dürfte ein riesiger Stein vom Herzen gefallen sein. War seine Mannschaft doch insgesamt das bessere Team. In der Anfangsphase machen die Unterländer das Spiel über die Außen immer wieder schnell und erarbeiten sich in der ersten Viertelstunde gleich zahlreiche Eckbälle. Was fehlt, ist die Präzision im letzten Drittel. In der 16. Minute fällt die Führung für die Gastgeber wie aus dem Nichts. Ein feiner Pass durch die Abwehr der Westhäuser gelangt zu Martin Lehr, der den Ball im Sechzehner eiskalt an SV-Schlussmann Marco Bocklitz vorbeischiebt.

Apropos eiskalt: Während einige Zuschauer kurze Hosen und T-Shirts angesichts der Witterungsbedingungen wieder raus gekramt haben, hütet Westhausens Schlussmann Bocklitz mit langer schwarzer Hose und langärmligen Jersey den Kasten. Warum weiß Trainer Roth auch nicht so recht. "Sei’s drum. Ich bin jedenfalls heilfroh, dass wir ihn haben", sagt er nach dem Schlusspfiff. Das können sie in Westhausen durchaus sein. Immerhin ist es Bocklitz zu verdanken, dass Augenblicke nach dem 0:1 nicht schon das 0:2 fällt. Wieder kommt so ein feiner Pass ins letzte Drittel. Diesmal lautet der Empfänger Maximilian Leis, der kurz stockt, den Kopf ungläubig zur Seite dreht, doch da hebt sich keine Fahne. Leis nimmt wieder Tempo auf, zieht in den Sechzehner und scheitert im Eins gegen Eins an Bocklitz.

In der Folge kommen die Hausherren nur noch sporadisch ins letzte Drittel. Die Westhäuser haben sich dagegen wieder gesammelt und haben mehr vom Spiel. Bis zum Halbzeitpfiff kommen noch ein paar Eckbälle hinzu. Was allerdings weiterhin fehlt, ist die Genauigkeit im Abschluss.

Nach dem Wechsel versuchen die Gäste, noch mehr Druck zu entwickeln. Doch allein es bleibt beim Versuch. So leisten sich die Westhäuser gleich mehrere simple Abspielfehler. Man hat das Gefühl, als nehme mit jedem Ballverlust die Verunsicherung zu. Die SG Sachsenbrunn merkt das und geht nun wieder schneller auf die ballführenden Spieler drauf. So ein provozierter Ballverlust beschert den Hausherren schließlich das 2:0. Im Sechzehner lässt Leis zwei Spieler stehen, ehe er von Felix Hofmann unsanft gestellt wird. Der Unparteiische aus Gossel im Ilm-Kreis zeigt sogleich auf den Punkt. Jonathan Attig tritt an und verwandelt, ganz schön abgebrüht, flach in die Mitte. Bocklitz lässt sich verladen, springt nach rechts. Mit dem scheinbar sicheren 2:0 im Rücken machen die Hausherren nicht mehr als nötig. Westhausen hat dagegen weiterhin mit sich selbst zu kämpfen. "Warum wir nach der Pause so verkrampft waren, weiß ich auch nicht so recht. Vielleicht hat da auch der Kopf eine Rolle gespielt", so Roth, der dabei auf das Duell gegen einen unmittelbaren Konkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte sowie die fort schwindende Zeit anspielt.

Kuriose Szenen

Als der Verursacher des Elfmeters Hofmann mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden liegen bliebt und der Schiedsrichter die Partie unterbricht, stürmt schließlich der Trainer der Westhäuser selbst mit dem Koffer samt Eisspray und anderen Heilmitteln auf den Platz. An der Außenlinie neben dem Tor behandelt er Hofmann und gibt ihm gleich ein paar taktische Anweisungen mit auf den Weg. Die Außenverteidiger sollen noch weiter aufrücken. Volles Risiko lautet nun die Devise. "Normalerweise sind das nicht meine Gänge, aber ich habe die Situation genutzt, um hier nochmals kleine Impulse setzen können", erklärt Roth im Nachhinein. Als Hofmann wieder aufs Feld kann, hat es bereits den nächsten Westhäuser - in diesem Fall Lukas Culmbacher, nach Pressschlag - erwischt. Roth, der hinten am Tor noch zusammenräumt, sprintet ein Mal über das ganze Feld in die Hälfte der Sachsenbrunner und behandelt den Nächsten. Auch hier fallen noch mal ein paar Worte, ehe der Coach des Dinos kurz darauf Dominik Leipold für Felix Hofmann und noch mehr Offensive bringt. Und tatsächlich die Gäste tauchen wieder verstärkt im letzten Abschnitt auf. In der 72. Minute vertändeln die Hausherren den Ball vor dem Sechzehner. Westhausen macht es schnell. Ball flach rein und Lukas Culmbacher schiebt zum 2:1-Anschlusstreffer ein.

Ohne zu überzeugen, machen die Gäste weiter Druck. Auch Roth ist voll dabei, nutzt Spielunterbrechungen wie Freistöße, um Spieler zu sich zu zitieren und nochmals Einfluss auf das Spiel nehmen zu können. Die Gastgeber wirken in dieser Phase verunsichert. Ein Martin Lehr, der um jeden Ball kämpft, hätte dem Team von Trainer Norbert Rebhahn zu diesem Zeitpunkt gut zu Gesicht gestanden, aber Lehr musste aufgrund von Leistenproblemen bereits in der 53. Minute ausgewechselt werden.

Neun Minuten vor Abschluss der regulären Spielzeit wird der Ball in den Sechzehner der SG durchgesteckt und Alexander Weikard trifft zum 2:2-Endstand. Kurz vor Schluss fällt dann fast noch das 3:2 für Westhausen, allerdings geht Marcus Scheffels Kopfball über das Tor.

In der Nachspielzeit wird es noch mal hektisch, aber Schiedsrichter Tim Stöcklein und seine Assistenten, die allesamt langärmlig gekleidet sind, bewahren einen kühlen Kopf.

Autor

Carsten Jentzsch
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Veröffentlicht am:
13. 10. 2019
20:44 Uhr

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Carsten Jentzsch

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Veröffentlicht am:
13. 10. 2019
20:44 Uhr



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