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Wenn der Fußball nach Hause kommt

Abbruch! Englische Wochen! Transfersperre! Die Meinungen der hiesigen Fanclubs zum Thema, wie sollte es in der Fußball-Bundesliga weitergehen, sind unterschiedlich.



Auch die Bad Salzunger FC Bayern Freunde werden noch einige Zeit auf Besuche in der Allianz-Arena verzichten müssen.	Foto: Susann Eberlein
Auch die Bad Salzunger FC Bayern Freunde werden noch einige Zeit auf Besuche in der Allianz-Arena verzichten müssen. Foto: Susann Eberlein  

Alexander Reum, Mitglied im Borussia-Dortmund-Fanclub "Werrataler Gelbfieber" aus Breitungen

"Das ist natürlich keine schöne Situation für uns Fußballfans. Aber es ist nicht zu ändern. Momentan ruht alles und es steht auch noch in den Sternen, wann der Ball wieder rollt", so Alexander Reum. "Wir haben auch diskutiert, ob, wann und wie es weitergeht. Wie ist egal, aber auf alle Fälle wäre es schön, wenn die Saison in den nationalen Ligen noch zu Ende gespielt werden könnte." Durch die Verlegung der Fußball-EM in das kommende Jahr habe man dafür ja auch erstmal die Grundlage gelegt. Was mit Euroleague oder Champions-League passiert müsse abgewartet werden, so Reum weiter. Die Fans vom "Werrataler Gelbfieber" waren in dieser Saison wie immer in den vergangenen Jahren bei jedem Heimspiel ihrer Borussia mit ein paar Leuten vor Ort. Zum letzten mal beim 1:0-Heimsieg gegen den SC Freiburg am 29. Februar. Allgemein hat man sich in den Reihen der BVB-Fans aus dem Werratal aber schon damit abgefunden, dass es in dieser Saison wenn überhaupt nur noch Spiele ohne Zuschauer geben wird. "Das wäre in der Situation gerade normal und muss dann eben auch mal gehen", so Alexander Reum. Umso größer ist dann sicherlich die Freude bei den Schwarz-Gelben, wenn sie in der neuen Saison im Herbst auch wieder die unvergleichliche Stimmung im Dortmunder Stadion genießen können.

 

Heino Römhild, Vorsitzender der FC Bayern Freunde Bad Salzungen "Werra"

Dass die Saison mit Zuschauern zu Ende gespielt wird, kann sich Heino Römhild, Vorsitzender der FC Bayern Freunde Bad Salzungen "Werra", nicht vorstellen. Doch immerhin würde der Ball wieder rollen. Und bei gelockerten Allgemeinverfügungen ließe sich der Fußball dann vielleicht sogar wieder gemeinsam mit anderen rot-weißen Anhängern vor der Flimmerkiste verfolgen. Die entscheidende Frage, die sich auch Römhild stellt, ist jedoch, inwieweit man den 30. Juni als offiziellen Schlusspunkt einhalten kann.

Sollte allerdings der Supergau, der vorzeitige Abbruch der Saison eintreten, weiß auch Römhild nicht wirklich eine passende Antwort, wie man mit diesem schmerzhaften Ausgang verfährt. "Die Frage ist, welcher Tabellenstand genommen wird. Der der Hinrunde oder der des letzten Spieltages? Das ist schwierig", sagt er, der es zum Glück nicht entscheiden müsste. Würde man die Hinrundentabelle werten, dann wäre Bayern nicht zum achten Mal in Folge Meister. Stattdessen könnte Leipzig seinen ersten Meister-Titel feiern. Aber wie sich das wohl anfühlen würde?

 

Marcel Schröter, Präsident des HSV-Fanclubs (Hamburg) Meiningen

Es wäre schon ganz schön bitter, wenn das letzte Heimspiel, welches der HSV-Fanclub Meiningen in der Saison 2019/2020 live im Hamburger Volksparkstadion gesehen hat, das am 22. Februar war. Da verlor der Hamburger Sportverein 0:2. Und das ausgerechnet gegen St. Pauli. "Für uns Fans wäre das sicherlich keine angenehme Situation, wenn die Saison im Geisterspiel-Modus zu Ende gebracht wird", so Marcel Schröter, Präsident des Fanclubs aus der Theaterstadt. Doch das sei allemal besser, als wenn die aktuelle Spielzeit kein sportliches Ende finden würde. Dabei spielt er auf die wirtschaftlichen Nebenwirkungen für die Vereine auch aufgrund ausbleibender TV-Einnahmen an. Ein alternierendes Ansetzungsverfahren - auf eine englische folgen zwei deutsche Wochen - schätzt er am idealsten ein. "Sicherlich sind das alles Profis, aber am Ende sind es eben auch Menschen. Da sollte schon immer mal eine Ruhephase drin sein", verteidigt er diesen Vorschlag.

Eine Überschreitung des 30. Juni sieht er aufgrund der abgesagten Europameisterschaft nicht als problematisch an. "Die Sommerpause wird dann verkürzt oder man lässt sie komplett ausfallen", so der Präsident des seit dem 11. Juni 2019 bestehenden Fanclubs mit Anhängern aus dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Suhl, Hildburghausen und Oberfranken. Und was den Transfermarkt angeht, so müsse man sich darauf einigen, dass die Kader für eine Saison so bestehen bleiben wie sie sind. Auch unterschiedliche Allgemeinverfügungen sieht er nicht als Knackpunkt an. "Man müsste dann entsprechende Standorte finden, an denen am Tag drei, vier Spiele hintereinander ausgetragen werden."

Bei einem Abbruch der Saison hält er eine komplette Annullierung für sinnvoll. "Alles andere wäre unfair", betont er. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Die aktuelle Saison nimmt ein sportliches Ende, ist auch der große Wunsch des HSV-Fanclubs Meiningen. Mit einer Relegation gegen Bremen? "Lieber nicht. Das würde ein ganz heißes Pflaster werden. Wir würden uns wünschen, wenn Hamburg und Bremen wieder in Liga eins aufeinandertreffen und die Liga wieder um ein Derby reicher ist. Das gehört einfach dazu", sagt er.

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Carsten Jentzsch, ilg
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Veröffentlicht am:
06. 04. 2020
19:11 Uhr

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Carsten Jentzsch, ilg

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Veröffentlicht am:
06. 04. 2020
19:11 Uhr



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