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Wirtschaft

Wachsender Informationsbedarf beim Thema Kurzarbeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im September in Südthüringen noch einmal leicht zurückgegangen. Allerdings fragen immer mehr Unternehmen bei der Arbeitsagentur wegen Kurzarbeit an.



Wachsender Informationsbedarf beim Thema Kurzarbeit
Wachsender Informationsbedarf beim Thema Kurzarbeit  

Suhl - Auf den ersten Blick sehen die Zahlen gut aus. "Im Vergleich zum Vormonat geht die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Suhl leicht zurück. Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Prozentpunkte gesunken und liegt im September bei 4,1 Prozent", berichtet Wolfgang Gold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Suhler Agentur für Arbeit, am Montag. 9745 Personen waren im September in der Region arbeitslos gemeldet. Das waren 363 weniger als noch im August, was einem Rückgang innerhalb eines Monats um 3,6 Prozent entspricht. Allerdings: "Im Vergleich zum Vorjahr ist eine Erhöhung der Arbeitslosenzahlen um 486 Personen oder 5,2 Prozent zu verzeichnen", erklärt Gold die Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Sind das also Zeichen der Entspannung oder Zeichen der Krise? So richtig können die Arbeitsmarktexperten das aktuell noch nicht deuten. Denn die Großwetterlage deutet ja eher auf Krise: Die globalen Konjunkturerwartungen, die Sorge vor den wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexits, der Strukturwandel in der Automobilindustrie. Und die Wirtschaft in der Region reagiert auch bereits darauf. So meldete sich vergangene Woche ein Arbeitnehmer in der Redaktion, der berichtete, sein Arbeitgeber, ein Automobilzulieferer, habe Kurzarbeit angemeldet.

Tatsächlich sind solche Schritte aktuell noch Einzelfälle, wie Eckhard Lochner, Geschäftsführer der Suhler Arbeitsagentur, auf Nachfrage berichtet. "Wir haben eine deutliche Zunahmen der Anfragen zum Thema Kurzarbeit. Der Informationsbedarf bei Arbeitgebern ist also sehr hoch, doch die Zahl der tatsächlichen Anmeldungen ist noch sehr überschaubar", sagt Lochner.

Weniger Stellen gemeldet

Kurzarbeit, sie war in der Finanzkrise des Jahres 2008 eines der Mittel, mit denen die deutsche Wirtschaft den damaligen Zusammenbruch der Finanzmärkte und dessen Folgen halbwegs unbeschadet überstanden hatte. Wird dieses Rezept nun wieder von den Arbeitgebern eingelöst? "Es kann sein, dass wir zum Jahresende einen Anstieg der Meldungen erleben werden", sagt Lochner. Doch sicher sei das noch nicht. Schließlich sei Kurzarbeit an eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Arbeitgeber müssen zum Beispiel ihre eigenen Möglichkeiten ausgeschöpft haben, um auf sinkende Auftragseingänge zu reagieren. So müssen sie zum Beispiel zuerst die Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter abschmelzen, bevor sie nach Unterstützung durch die Agentur rufen können. Und genau an diesem Punkt scheinen die Unternehmen noch nicht zu sein.

Wie die Agentur am Montag weiter berichtet, bewegt sich der aktuelle Rückgang der Arbeitslosigkeit in beiden Rechtskreisen auf etwa gleichem Niveau. Im Vergleich zum Monat August sank die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III, also der Kurzzeitarbeitslosen, um 147.

Im Rechtskreis SGB II - Sozialgesetzbuch II, im Volksmund auch Hartz IV genannt - um 216. "Hier macht sich die saisontypische Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. So wurden zum Beispiel Einstellungen vorgenommen, die aufgrund der Urlaubs- und Ferienzeit während der Sommermonate zurückgehalten wurden. Besonders auffällig ist hier der Rückgang in den Geschäftsstellen Bad Salzungen und Eisenach", erklärt Gold.

Im Vorjahresvergleich entwickeln sich beide Rechtskreise gegenläufig. Während der Rechtskreis SGB II einen Rückgang der Betroffenen aufweist, nimmt der Bestand an Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III gegenüber September 2018 um 636 zu.

Von der Entwicklung betroffen sind die verschiedenen Personengruppen in unterschiedlichem Maße. Nach Geschlecht profitieren derzeit vor allem Frauen von der positiven Entwicklung. Die Zahl der arbeitslosen Frauen reduzierte sich um 269 auf 4342, die der arbeitslosen Männer nur um 94 auf 5403.

Die Zahl der arbeitslosen Ausländer hat sich innerhalb eines Monats um 48 Personen verringert. Es sind derzeit 1056 Ausländer arbeitslos. Wobei die Gruppe keineswegs nur Flüchtlinge umfasst, sondern auch EU-Ausländer, die im Rahmen der europäischen Freizügigkeit des Arbeitsmarktes in die Region gekommen sind.

Im Monat September haben sich 2860 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind etwa genauso viele wie im September des vorigen Jahres. Im Vergleich zum letzten Monat ist der Zugang an Arbeitslosen um 195 Personen gesunken.

Dem gegenüber stehen 3234 Personen und damit 482 mehr als im Vormonat, die sich aus der Arbeitslosigkeit abmeldeten. Darunter nahmen 1012 Personen im September eine Beschäftigung auf, 961 Personen begannen eine Ausbildung oder eine sonstige Maßnahme.

Auf dem Stellenmarkt setzt sich der Abwärtstrend fort. 843 Stellen sind der Agentur für Arbeit Suhl im Monat September zur Besetzung gemeldet worden. Das waren fast 15 Prozent weniger als im Vormonat und fast 25 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an offenen Stellen verringerte sich um 288 auf 5804 Stellen.

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Jolf Schneider

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Veröffentlicht am:
01. 10. 2019
00:00 Uhr

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Jolf Schneider

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01. 10. 2019
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