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Wirtschaft

Sommerflaute auf dem Thüringer Arbeitsmarkt vorbei

Thüringen bleibt der Primus unter den ostdeutschen Ländern mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. Doch das Angebot an neuen Stellen wächst nicht mehr so kräftig wie in der Vergangenheit.



Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen in Thüringen ist im September gesunken. Es waren rund 56 600 Frauen und Männer ohne feste Anstellung, 2700 weniger als im August, wie die Landesarbeitsagentur am Montag mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen allerdings nur noch um rund 1800. Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum August um 0,2 Punkte auf 5,1 Prozent zurück.

Thüringen war damit erneut das ostdeutsche Bundesland mit der geringsten Arbeitslosenquote und lag niedriger als Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Bremen. Thüringens Arbeitsmarkt sei stabil, aber nicht mehr so dynamisch wie in der Vergangenheit, schätzte die Landesarbeitsagentur ein.

Nach der Flaute in der Urlaubszeit stelle die Wirtschaft wieder verstärkt Mitarbeiter ein, erklärte der Chef der Landesarbeitsagentur Kay Senius. Zudem profitierten Langzeitarbeitslose - in Thüringen derzeit immer noch rund 17 700 Menschen - von den Angeboten auf dem sozialen Arbeitsmarkt. Im Vergleich zu September 2018 verringerte sich die Zahl der Menschen, die ein Jahr und mehr ohne Job sind, um fast 2400.

Es zeigten sich erste Auswirkungen der nachlassenden Konjunktur in der Autoindustrie sowie in der Exportwirtschaft, erklärte Arbeitsministerin Heike Werner (Linke). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei innerhalb eines Jahres um 1700 auf 803 400 gesunken. Arbeitsmarktexperten führten das auch auf die demografische Entwicklung in Thüringen zurück: Immer mehr Menschen erreichen das Rentenalter und scheiden aus dem Berufsleben aus.

Der Verband der Wirtschaft (VWT) ermunterte junge Leute, jetzt noch eine Ausbildung aufzunehmen. «Trotz wirtschaftlicher Eintrübung bieten Thüringer Firmen sehr gute Ausbildungsbedingungen, hohe Übernahmequoten und ausgezeichnete Entwicklungschancen», erklärte Verbandspräsident Hartmut Koch. Derzeit seien 4500 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Regional verlief die Entwicklung am Arbeitsmarkt erneut unterschiedlich. Während der Kreis Hildburghausen mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent fast Vollbeschäftigung hat, betrug die Quote in der ehemaligen Industriestadt Gera 8,0 Prozent und im strukturschwachen Kyffhäuserkreis 7,3 Prozent. Nicht nur entlang der Landesgrenze zu Niedersachsen, Hessen und Bayern lag die Arbeitslosenquote unter 4 Prozent, sondern auch im Umland von Jena. dpa

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30. 09. 2019
14:45 Uhr

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30. 09. 2019
14:45 Uhr



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