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Wirtschaft

Perspektive für bis zu 1000 Langzeitarbeitslose in Thüringen

Über Jahre arbeitslos und kaum Chancen auf einen neuen Job. Der Bund will Langzeitarbeitslosen per Gesetz neue Perspektiven bieten. In Thüringen sieht man noch Änderungsbedarf.



Kay Senius. Foto: dpa
Kay Senius. Foto: dpa  

Erfurt - Der Bund will für Langzeitarbeitlose die Job-Chancen verbessern und Thüringen könnte dadurch allein 2019 zwischen 20 und 22 Millionen Euro bekommen. Durch den geplanten sozialen Arbeitsmarkt könnten knapp 1000 Plätze im Freistaat gefördert werden, sagte der Leiter der Landesarbeitsagentur, Kay Senius, am Freitag in Erfurt. Nach seinen Angaben haben von den insgesamt rund 60.400 Arbeitslosen etwa 21.000 Menschen seit langer Zeit keinen Job. «Sie sollen nach Jahren ohne Arbeit endlich wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben können», so Senius.

Das geplante Gesetz richte sich an alle Arbeitgeber, Firmen, soziale Einrichtungen und Kommunen. Die Teilnahme soll freiwillig sein. «Es ist kein Instrument, um Arbeitsmotivation und Arbeitsbereitschaft auszutesten», sagte Arbeitsamtschef Senius.

Die Bundesregierung will mit einer Gesetzesänderung, die Anfang 2019 in Kraft treten soll, Langzeitarbeitslosen neue Chancen eröffnen. Bundesweit gebe es etwa 110.000 Langzeitarbeitslose, so Senius. «Bei einem Teil von ihnen wird es sehr schwer werden, diese auf den Arbeitsmarkt zu bringen.» Thüringen hat seit Oktober 2015 bereits ein ähnlich gelagertes Förderungsprogramm und dabei gute Erfahrungen gemacht, wie Arbeits- und Sozialministerin Heike Werner (Linke) bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit der Arbeitsagentur sagte.

Bund und Bundesrat müssen noch über die Gesetzesänderung entscheiden. Der Bund will laut Senius insgesamt vier Milliarden Euro einplanen. Landesregierung und Arbeitsagentur begrüßen, dass der Bund statt mit Förderprogrammen langfristig und dauerhaft Langzeitarbeitslosigkeit minimieren will.

Thüringen will laut Werner gemeinsam mit Berlin und Brandenburg Änderungsanträge einbringen. Geändert werden sollte laut Werner und Senius vor allem der Zeitraum, ab wann Langzeitarbeitslose ohne Perspektiven durch den sozialen Arbeitsmarkt gefördert werden können.

Derzeit sollen Menschen ab 25 Jahre, die in den vergangenen acht Jahren mindestens sieben Jahre lang Hartz IV bezogen haben, gefördert werden. Dieser Zeitraum sollte auf vier Jahre verkürzt werden, schlagen Werner und Senius als Kompromiss vor. Die Förderung solle zudem nicht wie geplant am Mindestlohn, sondern am betriebsüblichen oder tariflichen Entgelt der Betriebe orientiert werden. Sie sollen fünf Jahre einen Lohnkostenzuschuss bekommen: in den ersten zwei Jahren 100 Prozent. dpa

 

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Veröffentlicht am:
07. 09. 2018
15:50 Uhr

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07. 09. 2018
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